SOLMS
I./II.
Res. einer Linie der Gf.en von → Solms. – Zu den Rechtsverhältnissen an H. (hohen Solmeße) siehe A. → Solms.
III.
Die anstelle der 1349 zerstörten Burg Alt-H. errichtete und bereits vor 1363 erneut zerstörte Burg Neu-H. wurde seit Anf. des 16. Jh.s von der Linie → Solms-Lich und in der Folge von den Gf.en von → Solms-H. als Res. genutzt (bis 1718). Ein schloßartiger Ausbau erfolgte unter Gf. Reinhard I. von → Solms-Lich (1491-1562). Nach einer 1718 erfolgten Linienvereinigung verlor H. seine Res.funktion und diente fortan als »Wwe.nsitz und Sommeraufenthalt« (Wenzel, S. 305). Der ältere westliche Teil der Burg soll ursprgl. Palas resp. Wohnturm gewesen sein, der jüngere östliche Teil die alte Schildmauer integriert haben. Der Bergfried, der noch 1700 erhalten war, ist heute verschwunden. Die Burg besaß eine 1448 erbaute und St. Christophorus zugeeignete Burgkapelle (seit 1455 Pfarrkirche). Ein Wandgemälde des Hl. aus der Zeit um 1500 ist erhalten. Zur Burg gehörten außerdem eine dreifache teils überbaute Mauer und zwei Zwingeranlagen (äußerer und innerer Zwinger); die Befestigung umschloß auch den Ort H. Eine Rundwarte und eine wohl erst um 1600 errichtete Bastion kamen hinzu. Der jüngere Teil der Burg (der sog. »Hohe Bau«) wurde im 15. oder 16. Jh. errichtet und seitdem mehrmals umgebaut. Vom 16.-18. Jh. wurde die Anlage zum Wohnschloß umgestaltet und ein barocker Marstall zugefügt. Unterhalb der Burg H. entstand eine 1358 als Tal bezeichnete Siedlung. Sie wurde 1639 und 1641 privilegiert, entwickelte sich aber nicht zur Stadt.
Literatur
Bitsch, Horst: Die Verpfändungen der Landgrafen von Hessen während des späten Mittelalters, Göttingen 1974 (Göttinger Bausteine zur Geschichtswissenschaft, 47). – Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen, Tl. 2: Regierungsbezirk Darmstadt, bearb. von Folkhard Cremer, München u. a. 2008. – Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen, Lahn-Dill-Kreis, Tl. 2, hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen durch Maria Wenzel, Wiesbaden 2003. – Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands, Bd. 4: Hessen, hg. von Georg Sante, 3. überarb. Aufl., Stuttgart 1976. – Landau, Georg: Beiträge zur Geschichte des Schlosses Hohensolms. Mit 12 Urkunden-Beilagen, in: Wetzlar'sche Beiträge für Geschichte und Rechtsalterthümer 1,3 (1839) S. 189-226. – Uhlhorn, Friedrich: Geschichte der Burg Hohensolms und ihrer Landschaft, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 17 (1967) S. 191-225. – Uhlhorn, Friedrich: Geschichte der Grafen von Solms im Mittelalter, Marburg 1931.