SOLMS
I./II.
Res. einer Linie der Herren von → Beilstein/G., dann der Gf.en von → Solms. Der G. liegt im Westerwald »auf hohem Bergrücken über dem Dilltal« (Dehio, S. 339) an der Hohen Straße. Die Burg befand sich zunächst im Besitz der Herren von → Beilstein, die sich seit 1226 nach dem G. nannten. Sie wurde um 1298 von → Nassau, Solms und den Wetterauer Reichsstädten zerstört. Zu den komplizierten Rechtsverhältnissen am G. (siehe A. → Solms). Die Burg war im 14. Jh. zwischen → Solms, → Nassau und Hessen umstritten, wobei → Solms und → Nassau teils kooperierten, teils sich bekämpften. 1395 ging der G. an → Solms-Burgsolms über.
III.
Beginnend in der Zeit des solmsisch-nassauischen Gemeinschaftsbesitzes Ende des 14. Jh.s, dann in alleiniger Solmser Regie Anf. des 15. Jh.s wurde auf den Resten einer ma. Turmburg ein Festungsbau mit zwei Türmen (Nassauer Turm, Bruderturm), einem Palas und einer Schildmauer (um 1388) errichtet. Nach dem Aussterben der Burgsolmser Linie 1415 wurde der G. unter → Solms-Braunfels Amtssitz. Seit 1432 wurde die Anlage immer mehr ausgebaut und verstärkt. Eine Erweiterung unter Gf. Otto II. (1459-1504) trug der Entwicklung der Feuerwaffen Rechnung. Ende des 15. Jh.s hatte die Burg außerdem zwei Beringe, einen inneren, der aus dem 13. und 14. Jh. stammte, und einen 1447-1480 errichteten äußeren Bering.
1602 namengebendes Substrat einer Solmser Teillinie, wurde die Burg im 17. Jh. zur Res. ausgebaut. Unter denen, die den G. als Res. nutzten, sei der Festungsbaumeister Gf. Wilhelm I. von → Solms-G. gen. (1602-1635). In die Phase, in der der G. Res.funktion hatte, dat. die Errichtung des »Neuen Baus«, 1687-1693 und die Fertigstellung einer Schloß- und Pfarrkirche (1683-1691) über einer der Hl. Katharina geweihten Burgkapelle von 1448-1476. Dabei wurde das Untergeschoß zur gfl. Grablege umgestaltet, das Obergeschoß war als Saalkirche konzipiert. Zudem wurde der G. fortifikatorisch kontinuierlich auf dem Stand gehalten (Verstärkung des äußeren Berings durch Batterietürme Anf. des 17. Jh.; Anlage von Kasematten). 1681-1695 wurde auf dem G. eine Münzstätte betrieben. Nach dem Aussterben der Braunfelser Linie und der Verlegung der Res. vom G. nach → Braunfels 1693 begann die Burg zu zerfallen.
Literatur
Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen, Tl. 2: Regierungsbezirk Darmstadt, bearb. von Folkhard Cremer, München u. a. 2008. – Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen, Lahn-Dill-Kreis, Tl. 1, hg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen durch Heinz Wioski, Braunschweig u. a. 1986. – Friedhoff, Jens: Beobachtungen zur Territorial- und Burgenpolitik im Raum Wetzlar, in: Nassauische Annalen 109 (1998) S. 91-116. – Grathoff, Stefan: Art. »Burg Greifenstein/Hessen«, in: www.burgenlexion.eu [08.05.05]. – Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands, Bd. 4: Hessen, hg. von Georg Sante, 3. überarb. Aufl., Stuttgart 1976. – Solms-Laubach, Rudolph Graf zu: Geschichte des Grafen- und Fürstenhauses Solms, Frankfurt am Main 1865. – Uhlhorn, Friedrich: Geschichte der Grafen von Solms im Mittelalter, Marburg 1931. – Wiedl, Wolfgang: Geschichte der Stadt Solms und ihrer Stadtteile, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert, Solms 1989.