Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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SCHWARZENBERG

C. Hohenlandsberg

I.

Landspurg (1399), Lansperg (1413), Landsberg (1456) – Burg – Gft. → Schwarzenberg; Gf.en von → Schwarzenberg – Res. von der Mitte des 15. bis in die Mitte des 16. Jh.s. – D, Bayern, Reg.bez. Mittelfranken, Kr. Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim, Gmd. Weigenheim.

II.

Die siedlungsfern auf einer der höchsten Erhebungen des vorderen Steigerwalds gelegene, dem Reich lehnbare Burg H. (498 m NN) war im 13. Jh. wohl im Besitz der Bf.e von Würzburg, im 14. Jh. der Herren von → Hohenlohe, die sie wiederholt verpfändeten, und seit 1393 wieder des Hochstifts Würzburg. 1435 gelangte sie durch Kauf an Erkinger von Seinsheim (gest. 1437) und war anschl. Res. seiner Nachkommen zweiter Ehe, die sich entspr. zubenannten. Gegenüber Johann dem Starken konnten 1511 die fränkischen → Hohenzollern ihre Afterlehnshoheit durchsetzen. Im Bauernkrieg wurde die Burg, deren Geschütze nach → Schwarzenberg verbracht worden waren, im März 1525 zwar eingenommen, aber nicht zerstört. Die Tatsache, daß Friedrich von → Schwarzenberg (der Unglückliche, gest. 1561) im Schmalkaldischen Krieg auf sächsischer Seite gestanden und der Ks. die Reichsacht gegen ihn verhängt hatte, nahm Mgf. Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach 1547 zum Vorwand, H. zu besetzen. Zwar wurde das Schloß 1553 restituiert, jedoch gaben die Mgfl. sie daraufhin nicht etwa zurück, sondern überzogen aus ihren Mauern die benachbarten Territorien mit Krieg und Plünderung, was im April 1554 die verbündeten Würzburger, Bamberger, Nürnberger und Windsheimer dazu veranlaßte, die Burg zu erobern und in Trümmer zu legen. Seither war H. dem Verfall preisgegeben. Zur Herrschaft gehörten um jene Zeit Gerechtsame in 28 Dörfern der Umgebung. Ökonomisch beruhte die Herrschaft H. im wesentlichen auf Ackerbau, daneben auf einer vielfältigen Waldnutzung.

Kirchlich gehörte die Burg, die zu Beginn des 16. Jh.s auch eine neue Kapelle erhielt, zur seinsheim-schwarzenbergischen Patronatspfarrei Weigenheim (Diöz. Würzburg, IV. Archidiakonat, Landkapitel Uffenheim).

III.

Im Auftrag Johanns des Starken wurde H. zwischen 1511 und 1524 grundlegend erneuert und nach dem modernsten Stand der Fortifikations- und Waffentechnik mit Kasematten und Basteien ausgebaut. Eine Ansicht aus der Mitte des 16. Jh.s zeigt das an seinen Ecken von vier Rundtürmen flankierte mehrgeschossige Hauptgebäude des Schlosses mit hohem Walmdach inmitten eines geräumigen Hofs, umgeben von einem kleinen Zwinger oder Graben, über den eine Brücke zum Hauptportal führte. Der äußere, rund-oval angelegte Bering war mit mehreren Türmen auf quadratischem Grdr. bewehrt. Heute sind nur noch ein breiter Trockengraben mit Außenwall und ein hoher, ovaler Mauerwall von etwa 100 m Durchmesser erhalten, dazu der teilw. verschüttete Haupteingang und mehrere gewölbte Kasematten und Keller sowie an der Nordseite außen ein basteiartig vorgezogenes, in seinem Verlauf abgerundetes Mauerstück.