Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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SAYN

A. Sayn

I.

Namengebend ist der Bendorfer Ortsteil S. (Lkr. Mayen-Koblenz) am Südostrand des Neuwieder Beckens wenige Kilometer nordöstlich von Koblenz gelegen. Zu unterscheiden sind die Alte Burg S. im Brexbachtal, die etwa 1 km Luftlinie entfernt gelegene Burg S. auf dem Kehrberg über dem Zusammenfluß von Brexbach und S.bach, mit der unterhalb gelegenen ehem. Talsiedlung S. und die außerhalb der vormaligen Ortsbefestigung nördlich des Ortes und der Burg S. gelegene 1200 von Gf. Heinrich II. von S. (gest. 1202) gegr. Prämonstratenserabtei. Als erste Träger des Namens und des Gf.en-Titels tritt 1139 in einer von der Kanzlei des Kölner Ebf.s Arnold von Wied für die Benediktinerabtei Siegburg ausgestellten Urk. die Brüder Heinrich I. von S. (1139-1169) und Eberhard I. (1139-1176) in Erscheinung. Aufgrund der recht dürftigen Überlieferung von Schriftquellen und fehlender archäologischer Untersuchungen ist unklar ob es sich bei der Alten Burg im Brexbachtal oder der Burg S. auf dem Kehrberg um die Stammburg der Gf.en von S. handelt. Als Initiatoren einer für 1152 eindeutig belegten Burg zu S. gelten die ersten namentlich bekannten Mitglieder des älteren Gf.en von S., die Brüder Heinrich I. und Eberhard I.

Da eine auf die Familie bezogene oder diese essentiell berührende zeitgenössische Chronistik fehlt, ist unklar ob es einen Abstammungs- oder Gründungsmythos gegeben hat. Vereinzelte Nachrichten über Mitglieder der bedeutenden mittelrheinischen Dynastenfamilie finden sich in einem in dem Hauskl. S. wohl in der Mitte des 13. Jh.s abgefaßten Translationsbericht. Die Informationen sind allerdings sehr spärlich und insbes. im Blick auf die Zeitangaben aufgrund unrichtiger Datierungen einzelner Ereignisse mit Vorbehalt für die Forschung heranzuziehen. In das Jahr 1649 datieren die Annales Monasterii Sainensis. Der Verfasser, Melchior Würtz, Angehöriger des Konvents der Abtei, zog neben diplomatischen Zeugnissen für seine Aufzeichnungen ein heute verlorenes Nekrologium heran. Wesentliche Informationen zu den älteren Gf.en von S., die mit dem Tod Gf. Heinrichs III. in der Neujahrsnacht 1246/47 erloschen, und deren Nachfolge die Gf.en von S. aus dem Hause → Sponheim antraten, bieten die kölnische und trierische Chronistik. Hinsichtlich der diplomatischen Überlieferung ist die Quellenlage für die Anfänge des Hauses S. ungünstig. Von den Gf.en von S. ausgestellte Urk.n liegen erst seit dem Beginn des 13. Jh.s vor. Zahlr. Nennungen von Mitgliedern des ersten s.ischen Gf.enhauses bieten ebfl. kölnische, trierische und kgl. Diplome. Ungedruckte Urk.n zu den Gf.en von S. werden in den Staatsarchiven in Koblenz, Wiesbaden und Düsseldorf sowie im Historischen Archiv der Stadt Köln aufbewahrt.

II.

Bereits in der ersten Generation finden wir die Brüder Heinrich I. (1139-1159) und Eberhard I. von S. (1139-1176) im Reichsdienst: so z.B unter Kg. Konrad II. (Gf. Heinrich I. von S.) bes. aber unter Ks. Friedrich I. (Heinrich I. von S. 1157/58, Gf. Eberhard I. von S. 1161, 1170, 1171/74 und 1175). Eberhard I. von S. begleitete den Ks. u. a. auf dessen Italienzügen, wo er 1161 in Landriano bei Mailand und 1175 in Pavia begegnet. Auch Heinrich II. von S. (1172-1202) läßt sich seit 1184 mehrfach in der Umgebung Ks. Friedrichs I. nachweisen. Er nahm auch am Kreuzzug 1189 teil. Im Umfeld Ks. Heinrichs VI. finden wir Gf. Heinrich II. 1193 und 1194. Er begleitete Kg. Richard von England 1194 auf dessen Heimreise aus der Gefangenschaft von Köln nach Antwerpen. Mit dem Kölner Ebf. Adolf von Altena wechselten die Gf.en von S. im staufisch-welfischen Thronstreit auf die Seite der Welfen. 1201 erscheinen sie unter den Anhängern Kg. Ottos IV., der Gf. Heinrich III. von S. (1202-1246/47) 1202 mit der Hälfte der Saffenburg belehnt.

Bruno von S. (1180-1208), ein Bruder der Gf.en Heinrich II. und Eberhard II., wurde am 25. Juli 1205 zum Ebf. von Köln gewählt, konnte sich jedoch im Erzstift nicht durchsetzen. Kg. Philipp von Schwaben nahm ihn 1206 gefangen und inhaftierte ihn auf der Reichsburg Trifels. Brunos Neffe, Gf. Heinrichs III., der die Nachfolge in der Gft. S. antrat, wurde 1206 von Kg. Philipp in Gnaden aufgenommen und erhielt schließlich die während des Thronstreits verloren gegangene Burg Hülchrath zurück. Im darauf folgenden Jahr wurde Ebf. Bruno freigelassen. Er starb am 2. Nov. 1208 in → Blankenberg. Gf. Heinrich III. ergriff erneut Partei für den Welfen Otto IV. an, in dessen Umgebung er 1212 nachweisbar ist. 1214 schloß Kg. Friedrich II. von → Staufen Frieden mit Gf. Heinrich III. von S., der 1215 das Kreuz nahm und 1219 vor Damiette weilte. Bei der Rebellion Heinrichs VII. gegen seinen Vater, finden wir Gf. Heinrich III. im Aug. 1235 unter den Gefolgsleuten Ks. Friedrichs II. und als Anhänger der Staufer überträgt ihm Kg. Konrad 1240 und 1242 den Schutz der Stadt Köln. Einzelne Mitglieder der Gf.en von S. aus dem Hause → Sponheim zeichnen sich ebenfalls durch ihre Nähe zum Reichsoberhaupt aus. So z. B. Gf. Gottfried von S. (gest. 1283), den wir häufig in der Umgebung Kg. Rudolfs von Habsburg finden (1274 in Hagenau und Lyon, 1281 in Wien und Nürnberg sowie 1282 in Worms und Mainz). Kg. Rudolf bestellte Gf. Gottfried zum Burggf. von Kaiserswerth. In diesem Amt folgte ihm sein Sohn, Gf. Johann (gest. 1324) nach. Gottfrieds Enkel, Gf. Johann II. erhielt 1327 für seine treuen Dienste, die er dem Reich in Italien erwiesen hatte, die pfälzischen Lehen seines Bruders mit den vier Gft.en → Solms, → Virneburg, Bilstein und → Eberstein.

Ungeachtet der Tatsache, daß S. in der Trierer Diöz. lag, waren die Gf.en von S. bereits in der ersten Generation bestrebt enge Kontakte zum Erzstift Köln aufzubauen. In der Fortführung der Politik des Gf. Eberhard I. von S. (gest. 1176) festigte sich unter Gf. Heinrich II. (gest. 1202) insgesamt die Orientierung der Dynastenfamilie zum Niederrhein. Heinrich II. von S. vermählte sich spätestens 1173 mit Agnes von Saffenberg, der Tochter des köln. Domvogtes Hermann von Saffenberg-Müllenark. Diese eheliche Verbindung eröffnete dem Haus S. nicht nur einen ausgedehnten Verwandtenkreis, der zahlr. angesehene Familien des linken Niederrheins umfaßte, sondern auch den Weg zur Kölner Domvogtei. Heinrich II. von S. ist erstmals 1173/74 als Kölner Domvogt nachweisbar.

Herausragende Bedeutung unter den älteren Gf.en von S. erlangte zweifellos Gf. Heinrich III. (gest. 1246/47). Während seiner Regentschaft verfügten die Gf.en von S. über Güter und Rechte, die sich von Hülchrath am linken Niederrhein, über Essen (Burg Neu-Isenburg) als dem nördlichsten Punkt und der → Waldenburg im südlichen Sauerland die s.ischen Kernbesitzungen im Westerwald einschließend, bis über das südliche Lahnufer erstreckten und Streubesitz in Rheinhessen und der nördlichen Pfalz umfaßten. Die Ausbildung eines geschlossenen Territorialverbandes gelang den Gf.en von S. freilich nicht und der umfangr. Besitzstand zerfiel bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s infolge der Aufteilung der Gft. S. unter die Neffen Heinrichs III. und bedingt durch den Verkauf verschiedener Besitzungen und Burgen an das Erzstift Köln (u. a. Neuerburg, Altenwied, Rennenberg und → Waldenburg). Neben den territorialpolitischen Aktivitäten entfalteten Gf. Heinrich III. von S. und seine Gattin, Mechthild von → Landsberg in der ersten Hälfte des 13. Jh.s eine ambitionierte Kl.politik. Zu den von dem Ehepaar gestifteten bzw. geförderten geistlichen Institutionen zählen das Zisterzienserkl. Marienstatt bei → Hachenburg (1215 von Adelheid von Molsberg und ihrem Gatten Eberhard von → Arenberg in der Nähe von Kirburg gegr. und 1222 von Gf. Heinrich III. von S. und Mechthild von → Landsberg ins Nistertal bei → Hachenburg verlegt), das Franziskanerinnenkl. Seligenthal bei Hennef im Siegtal (um 1231), sowie die Zisterzienserinnenkl. Drolshagen in Südwestfalen (vor 1248), Marienspiegel (Seyne) in Köln (1215), → Blankenberg (1246 gegr. und zwischen 1259 und 1265 in ein Zistzerzienserinnenkl. umgewandelt und nach Zissendorf bei Hennef verlegt), und Herchen (1247) bei Eitorf an der Sieg.

Unter den Mitgliedern der jüngeren Gf.en von S. aus dem Hause → Sponheim verdienen v.a. Gf. Salentin (gest. 1391) und Gf. Gerhard II. (gest. 1493) bes. Aufmerksamkeit. Gf. Salentin von S. aus der 1294 von Gf. Engelbert (gest. 1336) gestifteten Engelbert-Linie eröffnete durch seine Heirat mit Adelheid, Erbtochter des Gf. Siegfried III. von Wittgenstein (gest. 1352) den Gf.en von S. die Anwartschaft auf das Erbe der Gft. Wittgenstein in Südwestfalen und stiftete die Linie S-Wittgenstein. Unter Gf. Gerhard aus der Johann-Linie erreichte die Gft. S. noch einmal nahezu jene große Bedeutung ihrer ersten Blüte unter Gf. Heinrich III. (gest. 1246/1247). Gf. Gerhard II. von S., seit 1467 Statthalter der heimlichen westfälischen Gerichte und Hofmeister des Erzstifts Köln, ging eine Ehe mit Elisabeth von Sierck, der Wwe. des Gf.en von Zweibrücken-Bitsch und Nichte des Trierer Ebf. Jakob von Sierck ein. Nach dem Erlöschen des Hauses Sierck fielen die Herrschaften und Burgen Montclair, Meinsberg und Freudenburg an die Gf.en von S.

Zu den exponierten Mitgliedern der älteren Gf.en von S. zählt neben Heinrich III. (gest. 1246/47) sein Onkel, Bruno (1180-1208), der 1180 erstmals als Propst des stadtkölnischen Stifts Mariengraden, des St. Kastorstifts in Koblenz, des Marienstifts zu Aachen und des Bonner Stifts St. Cassius nachweisbar ist. Mit der Wahl zum Ebf. von Köln am 25. Juli 1205 besetzte Bruno von S. schließlich den viell. attraktivsten für einen Kleriker im Reich zu erlangenden Bf.ssitz. Gerhard von S. (1202/22), ein Bruder Brunos schlug ebenfalls die geistliche Laufbahn ein. Er war 1209-1218 Kanoniker des Gereonstifts in Köln und vor 1222 Propst von St. Martin zu Zyfflich am Niederrhein. Eberhard von S. (1249-1257), der wahrscheinlich der dritten Generation der älteren Gf.en von S. zuzuordnen ist, hat keinen Einfluß auf die Geschichte des Hauses S. in ihren Stammlanden im Mittel- und Niederrheingebiet gehabt. Er trat bereits früh dem Deutschen Orden bei, erlangte die bedeutende Position eines Großkomturs in Palästina und des Stellvertreters des Hochmeisters. 1251 ist Eberhard von S. als Deutschmeister in Marburg nachweisbar, wo er den Deutschordensritter Gottfried als seinen Bevollmächtigten in den Städten und Diöz.n Konstanz, Lausanne, Basel und Straßburg einsetzt. In Livland und Preußen übertrug ihm der Hochmeister des Ordens die Position seines Stellvertreters. Eberhard von S. avancierte somit zum Generalbevollmächtigten des Deutschen Ordens nördlich der Alpen.

Lehen hatten die Gf.en von S. vom Reich, von den Pfgf. bei Rhein, den Hzg.en von Lothringen und Gf.en von Luxemburg, den Gf.en von Jülich, den Erzstiften Trier und Köln sowie den Stiften St. Cassius und Dietkirchen zu Bonn, St. Florin zu Koblenz und dem Stift Deutz. Vom Reich hatten die älteren Gf.en von S. (1139-1246/47) die Vogteien Urmitz und Irlich, einen Hof zu Engers und die Hälfte der Saffenburg zu Lehen. Unter den Gf.en von S. aus dem Hause → Sponheim traten aus Reichslehen hinzu: Burg und Herrschaft Homburg (1276), die Gft. Dortmund (1326), zwei Turnosen an den Zöllen zu Engers und Kaiserswerth (1414)

Die namengebende Stammburg S., bei der es sich ursprgl. um Allodialbesitz handelte, wurde 1152 mit dem Hof S. dem Erzstift Trier zu Lehen aufgetragen.

Der Kernbestand der Gft. S. im Westerwald mit dem spätma. Herrschaftsmittelpunkt Burg und Stadt → Hachenburg sowie Burg und Stadt → Blankenberg gingen ebenso vom Erzstift Köln zu Lehen wie der Großteil des durch die Ehe mit Agnes, Erbtochter der Gf.en von Saffenberg erworbenen Herrschaften auf linksrheinischem Boden sowie das umfangr. Erbe der Lgf.en von Thüringen im vorderen Westerwald.

Zum Allodialbesitz der Gf.en von S. gehörten 1246/47 die Löwenburg im Siebengebirge, die Burgen Nister (Vroneck), Weltersburg und Hartenfels im Westerwald sowie im südlichen Sauerland Güter zu Drolshagen, Meinerzhagen, die → Waldenburg und der Ebbe-Wald.

III.

Im Wappen führten die Gf.en von S. einen doppelschwänzigen goldenen Leopard auf rotem Grund. Die Helmzier bildet ein Widderhorn mit gekrümmter Spitze. Das Wappen wurde in das Wappen des Landkr.es Altenkirchen sowie in verschiedene Gemeindewappen (u. a. Altenkirchen, → Hachenburg, Betzdorf, Friedewald) übernommen.

Bis zum Übergang der Gft. S. an die Gf.en von → Sponheim 1246/47 können die älteren Gf.en von S. mit mehr als zwanzig Burgen in Verbindung gebracht werden, an denen sie Herrschaftsrechte unterschiedlicher Qualität besaßen. Es handelt sich um die begonnene, aber nicht vollendete Burg Alsnacke, die Burgen Altenwied, Braunsberg, Rennenberg und die Neuerburg im vorderen Westerwald (Lkr. Neuwied), die Löwenburg, die Burgen Alt- und Neu-Windeck (Rhein-Sieg-Kr.) und die Freusburg (Kr. Altenkirchen), → Hachenburg, Hartenfels, Weltersburg, Vroneck (Westerwaldkr.), die → Waldenburg (Lkr. Olpe), Burg Holstein bzw. die Homburg (Oberbergischer Kr.), die Neu→ Isenburg (Neu-S.) im Ruhrtal (Stadt Essen), und auf linksrheinischem Gebiet die Burgen Hülchrath (Lkr. Neuss) und Bedburg (Lkr. Bergheim). Nach 1246/47 wird der Bestand an Burgen infolge von Erbteilungen und Verkäufen reduziert (z. B. Verkauf der Burgen → Waldenburg, Altenwied und Neuerburg an das Erzstift Köln). Herausragende Bedeutung unter den Burgen der Dynastenfamilie erlangten die Burgen S., → Blankenberg und → Hachenburg.

Als s.ische Landesburgen entstehen in der ersten Hälfte des 14. Jh.s Altenkirchen und Friedewald. Der Versuch, die vormals im Besitz der Edelherren von → Greifenstein befindliche Burg → Greifenstein (Lahn-Dill-Kr.) nach ihrer Zerstörung wieder aufzubauen schlägt fehl. Mitte des 14. Jh.s wird der Bestand an befestigten Plätzen in dem Territorium der Gf.en von S. durch zahlr. Lehnsburgen vermehrt (so z. B. im südlichen Siegerland: Burg Hohenseelbach oder im Oberbergischen Land: Burg Bieberstein). In der Region Mosel-Saar gelangen Ende des 15. Jh.s die vormals im Besitz der Gf.en von Sierck befindlichen Burgen Meinsberg (Lothringen), Montclair und Freudenburg an der Saar an das Haus S.

Grabdenkmäler von Angehörigen der Gf.en von S. befinden sich in der Kirche der Prämonstratenserabtei S. und in der Kirche der Zisterzienserabtei Marienstatt bei → Hachenburg. Ihr Erbbegräbnis hatten die älteren Gf.en von S. in ihrem 1202 gestifteten Hauskl. S. Ab der Mitte des 15. Jh.s verlor das Hauskl. S. zugunsten der von Gf. Gerhard II. von S. (gest. 1493) geförderten Zisterzienserabtei Marienstatt an Bedeutung.

Im Mittelgang der Abteikirche zu S. befand sich ursprgl. das Grabmal des Gf.en Heinrich III. von S. (gest. 1246/47). Die 2,94 m lange Grabfigur zählt zu den bedeutendsten Holzbildwerken der späten Stauferzeit und wurde vermutlich um 1250 in einer Koblenzer Werkstatt hergestellt. Das Original wird im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg aufbewahrt während sich in der Abteikirche zu S. und im Schloß Friedewald Kopien befinden. In der Kl.kirche von Marienstatt fanden Gf. Gerhard II. von S. (gest. 1493) und seine Gattin Elisabeth von Sierck (gest. 1489) ihre letzte Ruhestätte. Das prächtige spätgotische Doppelgrab schuf 1486 der Steinmetz Thilmann aus Köln. Erhalten blieben in Marienstatt ferner die Reliefgrabsteine die Gattin des Gf. Gerhard III. von S. Johannetta, geb. Gf.in von Wied (gest. 1529) und Gf. Johann V. von S. (gest. 1529).

IV.

In einer Urk., die der Kölner Ebf. Arnold der Abtei Siegburg für ihre Güter zu Remagen und Gymnich ausstellt werden 1139 erstmals die Gf.en Heinrich I. (1139-1159) und Eberhard I. von S. (1139-1176) gen. Während sich Gf. Heinrich I. von S. lediglich in Zeugenlisten nachweisen läßt und überdies keine Informationen vorliegen, ob er verh. war, ist die Überlieferungssituation für seinen Eberhard I. von S. günstiger. Er war mit einer Tochter aus dem Hause der Herren von → Isenburg vermählt. Schenkt man einer Eintragung im Nekrolog des in unmittelbarer Nähe zu S. gelegenen isenburgischen Hauskl.s Rommersdorf Glauben, so handelt es sich bei der Gattin Eberhards I. von S. um Kunigunde von → Isenburg, die in der Memorie als dominae Cunigundis comitissae des Seyna bezeichnet wird. Die gemeinsame Zeugenschaft der beiden S.er Gf.en Eberhard I. und Heinrich I. mit den Herren von → Isenburg (1142 Eberhard von S. neben Siegfried von → Isenburg; 1157 Eberhard I. und Heinrich I. von S. mit Reimbold von → Isenburg) erlauben den Rückschluß, daß die beiden Brüder erst durch die Heirat des Gf. Eberhard I. von S. mit einer Isenburgerin am Nordostrand des Neuwieder Beckens Fuß gefaßt haben. Seit ihrem ersten Auftreten 1139 führen Heinrich I. und Eberhard I. von S. den Gf.entitel.

Aus der vor 1152 geschlossenen Eheverbindung Eberhards I. mit Kunigunde von → Isenburg gingen vier Söhne hervor, von denen Heinrich II. und Eberhard II. von S. ab 1172 gemeinsam mit ihrem Vater in der diplomatischen Überlieferung gen. werden. Gerlach von S. wählte wie sein Bruder Bruno, der spätere Ebf. von Köln, die geistliche Laufbahn.

Von entscheidender Bedeutung für die weitere territoriale Entwicklung der Gft. S. war die 1173 geschlossene Ehe Gf. Heinrichs II. von S. (1172-1202) mit Agnes von Saffenberg, der Tochter des Kölner Domvogts Gf. Hermann von Saffenberg-Müllenark. Aus dem Erbe der Saffenberger erlangten die Gf.en von S. nicht nur das Amt des Kölner Domvogts sondern darüber hinaus bedeutende Vogteien über die Bonner Stifter St. Cassius und Dietkirchen, den Saffenberger Güter in der Eifel und umfangr. Streubesitz am linken Ufer des Niederrheins mit dem Herrschaftsmittelpunkt Hülchrath.

Die verstärkte Hinwendung der Dynastenfamilie zum Erzstift Köln manifestiert sich nicht zuletzt in der Karriere der Brüder Bruno und Gerlach von S. Gerlach, Kanoniker zu St. Gereon in Köln läßt sich 1222 Als Propst von St. Martin in Zyfflich nachweisen, während Bruno von S. gleich mehrere Propsteien (St. Kastor in Koblenz, St. Mariengraden in Köln. St. Cassius in Bonn und St. Marien in Aachen) in seiner Hand vereinigen konnte und schließlich 1205 zum Ebf. von Köln gewählt wurde.

In der dritten Generation ermöglichte erneut eine Heirat die Verdichtung s.ischer Herrschaftsrechte und den weiteren Ausbau der territorialpolitischen Position in dem geogr. Raum zwischen Sieg und Lahn. Am Mittellauf der Sieg und im nordwestlichen Westerwald kollidierten die territorialen Interessen der Gf.en Heinrich II. und Eberhard II. von S. mit denen des Gf.en Dietrich von → Landsberg und führten zu Beginn des 13. Jh.s zu einer heftigen Fehde, die schließlich durch die Eheschließung von Tochter des Dietrich von → Landsberg und der Jutta von Thüringen, Mechthild, mit Gf. Heinrich III. von S. (1202-1246/47) um 1215 beendet wurde. Mechthild brachte in die Verbindung den umfangr. von ihrer Mutter herrührenden lgf.-thüringischen Besitz auf dem Westerwald mit ein.

Eine entscheidende Zäsur in der Geschichte des Hauses S. markiert der Tod Heinrichs III. in der Neujahrsnacht 1246. Mit ihm erlosch die Dynastie der älteren Gf.en von S. Seine Schwester Adelheid (1202-1263), wahrscheinlich die älteste Tochter des Gf.en Heinrich II. von S. und der Agnes von Saffenberg vergrößerte durch ihre Eheschließungen den Verwandtschaftskreis der S.er beträchtlich. Noch zu Lebzeiten Heinrichs III. waren die Gf.en von S. durch sie mit zahlr. Dynastenfamilien im SW des Reiches verschwägert. Durch ihre Söhne, die den Hauptteil des Erbes Heinrichs III. von S. erlangten, wurde Adelheid zur »Stifterin« des zweiten s.ischen Gf.enhauses.

Aus ihrer ersten Ehe mit Gf. Gottfried III. von → Sponheim, der bereits 1218 auf dem Kreuzzug ums Leben kam, gingen fünf Söhne hervor, von denen Gottfried und Walram als Geistliche hohe Ämter bekleideten, während Heinrich, der spätere Herr von Heinsberg (1227-1257), Simon (1227-1264) und Johann (1218-1266) die sponheimischen und s.ischen Besitzungen erbten. Als den Brüdern infolge des Ablebens ihres Onkels, Gf. Heinrich III. ein großer Teil von dessen Vermächtnis zufiel wurde die Gft. S. noch vor dem 14. Okt. 1247 aufgeteilt.

Nach einem Austausch verschiedener Besitzanteile aus den Erbmassen der Gf.en von → Sponheim und S. verfügte Johann von → Sponheim über ein Drittel der Gft. → Sponheim und die Gft. S. Er begründete die Linie → Sponheim-Starkenburg (Hintere Gft. → Sponheim), sein Bruder Simon, der die beiden übrigen Drittel der Gft. → Sponheim besaß, ist Stammvater der Gf. von → Sponheim-Kreuznach (Vordere Gft. → Sponheim). Der dritte Bruder, Heinrich, erhielt s.ische Besitzungen am Niederrhein und begründete die Dynastenfamilie von Heinsberg. Ihr Stiefbruder, Gf. Eberhard d.J. von → Eberstein (1242- vor 1253), der aus der zweiten Ehe der Adelheid von S. mit dem Gf.en Eberhard d.Ä. von → Eberstein hervorgegangen war, beanspruchte ebenfalls einen Anteil an der Gft. S., nahm jedoch durch seinen frühen Tod keinen entscheidenden Einfluß auf weitere territoriale Entwicklung.

Von den beiden im weltlichen Stand gebliebenen Söhnen des Gf.en Johann I. von → Sponheim-Strarkenburg und S. (gest. 1266) aus dessen zweiter Ehe mit einer Dame aus dem Hause → Isenburg- → Limburg wählte Heinrich (gest. 1289) im Zuge einer Erbteilung die Gft. → Sponheim, während sein Bruder Gottfried I. (1254-1283) die in ihrem Bestand auf den Westerwälder Besitz und die Exklave Homburg im Oberbergischen Land reduzierte Gft. S. erlangte. Bereits in der nächsten Generation, nahmen die beiden Söhne des Gf. Gottfried I. von S. und seiner Gattin Jutta von → Isenburg, nachdem sie elf Jahre gemeinsam regiert hatten, 1294 eine Erbteilung vor.

Gf. Johann II. von S. (gest. 1324) ist Stammvater der Johann-Linie und nahm den Kernbestand der Gft. S. mit → Hachenburg und S. sowie die Hälfte von Burg und Herrschaft Homburg im Oberbergischen Land in Besitz, während seinem jüngeren Bruder, Engelbert (gest. 1336), der die Engelbert-Linie stiftete, lediglich Burg und Einkünfte zu Vallendar sowie die Hälfte von Burg und Herrschaft Homburg verblieben. Die vollständige Verfügungsgewalt über seinen Anteil an Homburg erlangte Engelbert jedoch erst nach dem Tod seiner Mutter, Jutta von → Isenburg-Grenzau i.J. 1314, der Gf. Gottfried I. von S. (gest. 1283) die oberbergischen Besitzungen als Wittum eingeräumt hatte.

Aus der Ehe Gf. Johanns II. (gest. 1324) mit Elisabeth, aus dem Hause der Lgf.en von Hessen ging Gottfried II. von S. (gest. 1327) hervor, den sein Vater bereits 1308 zum Mitregenten bestimmt hatte. Er war mit der Gf.in Mechthild von der Mark verh. Da diese Verbindung ohne Kinder blieb, gelangte die Gft. S. 1327 an Gottfrieds Halbbruder, Gf. Johann III. (1327-1359), dem Sohn Gf. Johanns II. und dessen zweiter Gattin, Kunigunde von Kobern. Gf. Johann IV. (gest. 1408), aus dessen Ehe mit Adelheid von Westerburg drei Söhne und zwei Töchter hervorgingen, übernahm nach dem Tod seines Vaters Johann III. 1359 die Regierung. Seinem Sohn dem Junggf. Gerhard I. (gest. 1419) überließ Johann III. 1387 die Herrschaften Freusburg und Homburg. In zweiter Ehe war Gf. Gerhard I. mit Anna von → Solms vermählt und diese Verbindung eröffnete dem Haus S. die Anwartschaft auf einen Teil des bedeutenden Erbes der Herren von → Falkenstein-Münzenberg. Die vornehmlich in der Wetterau gelegenen Besitzungen wurden jedoch bereits in der nachfolgenden Generation wieder veräußert. Gerhards Bruder Gf. Wilhelm von S. (gest. 1426), der sich von 1420-1426 als Droste des Landes Brabant bevorzugt in der aus dem landgfl.-hessischen Besitz herrührenden Herrschaft St. Agatha-Rode aufhielt, nahm keinen Einfluß auf die territoriale Entwicklung der Gft. S. Nach dem Tod des Gf. Dietrich von S., dessen Ehe mit Margarethe Gf.in von → Nassau- → Vianden ohne männliche Nachkommen blieb, übernahm 1452 sein jüngerer Bruder, Gerhard II. (gest. 1492), der als Domherr zu Köln resignierte, die Regentschaft. Unter Gf. Gerhard II. (gest. 1492) und seiner Gattin Elisabeth, der Wwe. des Gf. Hanemann von Zweibrücken-Bitsch und Erbtochter der Gf.en von Sierck erlebte die Gft. S. eine zweite Blütezeit und gelangte annähernd zu jener Größe, die sie einst unter Gf. Heinrich III. von S. (gest. 1246/47) hatte. Der territoriale Bestand wurde durch die sierckschen Herrschaften Meinsberg, Montclair und Freudenburg erheblich erweitert. In seinem 1491 verfaßten Testament verfügte Gf. Gerhard II. die Teilung der Gft. unter seine Söhne Gerhard III. und Sebastian. Da Gf. Sebastian I. bereits 1498 starb, konnte Gf. Gerhard III. (gest. 1506) die beiden Gft.teile wieder in einer Hand vereinigen. Zahlr. kostenintensive Fehden und Rechtsstreitigkeiten führten dazu, daß Gf. Johann IV. von S. (gest. 1529) eine hochverschuldete Gft. hinterließ. Gf. Johann V. (gest. 1560) regierte die Gft. S. zunächst alleine, beteiligte 1542 seinen Bruder Gf. Sebastian II. (gest. 1573) an der Regierung. 1555 wurde die Gft. S. schließlich geteilt. Johann V. behielt sich Burg und Stadt → Hachenburg, Burg und Stadt Altenkirchen und die Herrschaft Montclair vor, während Sebastian II. die Burgen und Flecken Freusburg und Friedewald sowie Meinsberg erhielt. Burg und Amt S. verblieben in gemeinschaftlichem Besitz beider Brüder. Im Landesteil Gf. Johanns V. folgte 1560 dessen Sohn Adolf (gest. 1568), der 1561 die Reformation einführte. Aus Adolfs Ehe mit Marie Gf.in von → Mansfeld ging lediglich eine Tochter hervor, so daß sein Anteil an der Gft. S. an seine jüngeren Brüder, Gf. Heinrich IV. (gest. 1606) und Hermann (gest. 1588) fiel, die zunächst gemeinsam regierten, jedoch 1571 vereinbarten, daß das väterliche Erbe an Hermann gelangen, und die Erbansprüche Heinrichs mit 22 000 Rthlr. abgefunden werden sollten. Zwei Jahre später teilten sich die beiden Brüder das Vermächtnis Gf. Sebastians II. von S. Gf. Heinrich nahm Freusburg, Friedewald und den s.ischen Anteil des Kondominats Freier Grund in Besitz, während Gf. Hermann Homburg, Meinsberg und Freudenburg erhielt. Nach dem Tod Hermanns 1588 konnte Gf. Heinrich von S. noch einmal das gesamte s.ische Territorium in einer Hand vereinigen. Mit dem Ableben Gf. Heinrichs IV. von S. erlosch der die Johann-Linie der Gf.en von S. aus dem Hause → Sponheim und gemäß den Bestimmungen einer zwischen den Gf.en von S. und ihren Verwandten den Gf.en von S.-Wittgenstein 1565 geschlossenen Erbverbrüderung gelangten große Teile der Gft. S. an Gf. Wilhelm III. von S.-Wittgenstein (gest. 1623).

Gf. Wilhelm III. von S.-Wittgenstein ist der 1294 von Engelbert (gest. 1336) begründeten Engelbert-Linie des zweiten s.ischen Gf.enhauses zuzurechnen. Gf. Engelbert, der sich in den Urk.n ab 1315 als Herr zu Homburg bezeichnete, trat seine Herrschaft im Oberbergischen Land sowie den im Westerwald gelegenen Bann Maxsain 1334 an seinen Sohn Gottfried von S. (gest. 1354) ab, der durch seine 1311 mit Sophie von Volmarstein geschlossene Ehe in den Besitz der Herrschaft Volmarstein an der Ruhr gelangte, die er jedoch 1319 an das Erzstift Köln veräußerte. Durch eine doppelte Eheverbindung, Gottfried vermählte sich in zweiter Ehe mit der Wwe. des Gerhard von Greifenstein und sein Sohn, Engelbert II. von S. (gest. 1339) mit dessen Tochter Agnes von Greifenstein, gelang es Gottfried die Herrschaft Greifenstein im Westerwald an sein Haus zu bringen. Die von seinem Sohn Engelbert II. begründete Greifensteiner Seitenlinie erlosch jedoch bereits in der nächsten Generation mit Gottfrieds Enkel, Johann von S.-Greifenstein (gest. 1406). Gottfrieds Sohn Salentin von S. (gest. 1391) vermählte sich mit Adelheid, der Erbtochter des Gf.en Siegfried III. von Wittgenstein und beanspruchte nach dem Aussterben dieser Dynastenfamilie 1352 deren zwischen den Territorien → Nassau, der Lgft. Hessen und dem kurkölnischen Westfalen im Rothaargebirge gelegene Gft. Wittgenstein. 1362 benannte sich Salentin erstmals nach der Gft. Wittgenstein, in dessen Besitz er sich in einer langjährigen Fehde 1359-1366 gegen die Gf.en von → Solms und die Gf.en von → Eberstein behaupten konnte. Die Gft. Wittgenstein räumte er vor 1386 seinem Sohn Johann II. von S.-Wittgenstein (gest. 1436) ein, und behielt sich die oberbergische Herrschaft Homburg vor. Unter Gf. Johann II. und seinen Nachkommen konzentrierten sich die territorialen Interessen der Engelbert-Linie gänzlich auf die Gft. Wittgenstein, während die weit entfernten Besitzungen im Westerwald (Burg und Herrschaft Bruch im Wiedtal) sowie am unteren Mittelrhein (Vallendar) nur eine untergeordnete Rolle spielten.

Die Ausweitung der s.isch-wittgensteinischen Herrschaft auf die ehem. Gft. S. nach dem Erlöschen der Johann-Linie 1606 war nur von kurzer Dauer, da die Gft. nach 1652 endgültig an die weiblichen Erben verloren ging.

Gf. Wilhelm von S.-Wittgenstein (gest. 1623), der in erster Ehe mit Anna Elisabeth (gest. 1608), Tochter des Gf.en Hermann von S. (gest. 1588) vermählt war und die Linie S.-Wittgenstein-S. begründete, hatte 1606 einen großen Teil der Gft. S. in seinen Besitz bringen können. Die Herrschaft Freudenburg befand sich seit 1589 nicht mehr in der Verfügungsgewalt der Gf.en von S. und die Herrschaften Montclair und Meinsberg waren 1602 auf dem Erbweg an die Gf.in Dorothea Catharina von Sultz, einer Tochter des Gf.en Adolf von S. (gest. 1568) übergegangen. Zugunsten seines Bruders, Gf. Georg von S.-Wittgenstein-Berleburg, verzichtete Gf. Wilhelm 1603/04 auf die oberbergische Herrschaft Homburg, die somit endgültig aus dem Territorialverband der Gft. S. ausschied. 1623 fiel das Erbe von Gf. Wilhelm an dessen Sohn aus erster Ehe, Gf. Ernst von S.-Wittgenstein-S. (gest. 1632). Gf. Ernst hatte 1624 eine Ehe mit Louise Juliane Gf.in zu → Erbach (gest. 1670) geschlossen, die ihm fünf Töchter und einen Sohn, Ludwig schenkte, der jedoch bereits 1636 verstarb. Die während des Dreißigjährigen Krieges teilw. von kurköln., kurtrier. und osnabrückischen Truppen besetzte protestantische Gft. S. wurde 1648 wieder hergestellt und Gf.in Louise Juliane führte bis 1652 die Regierungsgeschäfte. In mehreren Teilungen 1652, 1662 und 1671 entstanden aus der vormaligen Gft. S. zwei selbständige Territorien, die Reichsgft.en S.-Altenkirchen und S.-Hachenburg.

Louise Julianes älteste Tochter, Ernestine (gest. 1661), hatte sich 1651 mit Gf. Salentin Ernst von → Manderscheid- → Blankenheim (gest. 1705) vermählt, der die Herrschaft in der Gft. S.-Hachenburg antrat. Ernstines Schwester, Johannette (gest. 1701) war 1647 eine erste Ehe mit Lgf. Johann von Hessen-Braubach (gest. 1651) eingegangen und heiratete 1661 Hzg. Johann Georg von Sachsen-Eisenach (gest. 1686), dem die Gft. S.-Altenkirchen zufiel. Als Regenten dieses kleinen fernab des thüringischen Besitzes gelegenen Nebenlandes folgten Hzg. Johann Georg als Regenten sein Sohn Hzg. Johann Wilhelm (gest. 1729) und sein Enkel Hzg. Wilhelm Heinrich (gest. 1741). Nach dessen kinderlosen Tod ging die Gft. S.-Altenkirchen 1741 an den Markgf.en Karl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (gest. 1757) und schließlich an Markgf. Christian Friedrich Alexander über, der 1791 Ansbach und S.-Altenkirchen an Preußen abtrat. Zum dirigierenden Minister zur Verwaltung der Territorien wurde der spätere preuß. Staatsminister Frhr. Karl August von Hardenberg bestellt. 1802 fiel die Gft. S.-Altenkirchen an → Nassau-Usingen und 1815 wurde sie der preußischen Rheinprovinz einverleibt.

Über die Töchter des Gf. Salentin Ernst von → Manderscheid- → Blankenheim (gest. 1705) gelangte die Gft. S.-Hachenburg 1715 an Georg Friedrich Burggf. von → Kirchberg-Farnroda (gest. 1749), dem als Regenten Gf. Wilhelm Ludwig (gest. 1767), Wilhelm Georg (gest. 1777) folgten. Mit Gf. Johann August (gest. 1799) erlosch die Linie der Bgf. von → Kirchberg, Gf.en von S.-Wittgenstein und die Gft. S.-Hachenburg wurde dem Territorium des Fs. Friedrich Wilhelm von → Nassau-Weilburg (gest. 1816) einverleibt, der 1788 Louisa Isabella (gest. 1827), Tochter des Gf. Wilhelm Georg von S.-Hachenburg geheiratet hatte. Ab 1806 regierte Fs. Friedrich Wilhelm von → Nassau-Weilburg das Hzm. → Nassau zusammen mit Hzg. Friedrich August. Durch die Annexion des Hzm. → Nassau gelangte auch vormalige Gft. S. an Preußen.

Kg. Friedrich Wilhelm von Preußen machte die 1606 von Kurtrier als erledigtes Lehen eingezogene, im Dreißigjährigen Krieg zerstörte und schließlich im Besitz des kgl. preuß. Domänenfiskus befindliche Burg S. Ludwig Adolph Friedrich (gest. 1866), dem ältesten Sohn des Fs. Ludwig Adolph Peter von S.-Wittgenstein-Berleburg (gest. 1843), 1848 zum Geschenk. Im selben Jahr erwarb Ludwig Adolph Friedrich, der ab 1861 mit Genehmigung des Kg.s und Zustimmung der Fs.en von S.-Wittgenstein-Berleburg und S.-Wittgenstein-Hohenstein den Titel eines Fs.en zu S.-Wittgenstein-S. führte, von dem preußischen Landrat zu Koblenz, Gf. von Boos- → Waldeck das unterhalb der Burg gelegene, aus einem spätma. Burghaus hervorgegangene Rittergut S. und ließ den Barockbau durch Architekten Alphonse Francois Joseph Girard zu einem neugotischen Schloß umgestalten. Schloß und Burg S. befinden sich bis zum heutigen Tag im Besitz des Fs.enhauses S.-Wittgenstein-S.

Quellen

Die Archivalien aus den Archiven der Gf.en von S. wurden nach dem Tod des letzten Gf.en (gest. 1606) unter den Rechtsnachfolgern in den Territorien aufgeteilt. Ein Teil der Überlieferung gelangte an die Fs.en von S.-Wittgenstein-Berleburg und befindet sich heute im Archiv auf Schloß Berleburg. Umfangreicher ist die Überlieferung, die sich heute in den Staatsarchiven Koblenz, Wiesbaden und Düsseldorf befindet. Annales Coloniensis Maximi, ed. von Karl Pertz, Hannover 1861 (MGH SS Tom. XVII). – Brackmann, Albert: Niederrheinische Urkunden des 12. Jh.s, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 81 (1906) S. 112-130. – Caesarii Heisterbacensis monachi ordinis Cisterciensis dialogus miraculorum, 2 Bde., hg. von Joseph Strange, Köln u. a. 1851. – Codex Diplomaticus Rheno-Mesellanus. 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