PYRMONT
I.
Zum Beginn des 13. Jh.s entwickelte sich der nördliche Teil der Schwalenberger Gft. zu einer selbständigen Herrschaft, wobei eine genauere Chronologie nicht herzustellen ist. Zentrum dieser Herrschaft war die von Ebf. Philipp von Köln errichtete Burg P. auf dem Schellenberg. Name, Wappen und Münzen zeigen eine starke Abhängigkeit der Herrschaft vom kölnischen Lehnsherrn. Als dieser jedoch 1239 in das antistaufische Lager wechselte, verbündeten sich die P.er mit den ks.freundlichen Lippern und Jülichern. Die Schwächung der Kölner Herrschaft nutzte Gottschalk I. ab 1240 zum Ausbau der Stadt Lügde als weiteren Herrschaftsmittelpunkt. 1254 konnte der Kölner Ebf. seine Herrschaftsansprüche jedoch wieder durchsetzen. Er belagerte und eroberte die Burg P., der Schiedsvertrag von 1255 befestigte die Kölner Oberherrschaft. Bis zum Aussterben des Gf.enhauses 1494 blieb die P.er Gft. lehnsabhängig von Köln. Das Gf.enhaus sank in die Bedeutungslosigkeit, der Lehns- und Grundbesitz schrumpfte, 1371 verlor es sogar die Stadt Lügde an den Bf. von Paderborn. Herrschaftskonkurrenten im Tal P.-Lügde waren die Edelherren von der → Lippe. Sie wurden nicht nur nach 1262 zu kölnischen Lehnsträgern auf der Burg P., sondern eigneten sich 1298 auch den kölnischen Hof Oesdorf an – eine Folge der Schwächung Kölns nach der Schlacht von Worringen 1288. Nach schweren Auseinandersetzungen um die Erbschaft fiel die Gft. P. an die Gf.en von → Spiegelberg. 1625 gelangte sie durch Erbvertrag in die Hände der Gf.en von → Waldeck.