PREYSING
I.
Im ehem. Mündungsgebiet der Isar in die Donau zwischen Plattling und Osterhofen gelegen, gehörte der Ort M. im heutigen Kr. Deggendorf – gen. als De Palude (»vom Sumpf«, 1207), avz dem Moes (1298), in dem Mos (1304) – im frühen MA zur Pfalz Osterhofen und ging 741 an das Kl. Niederaltaich über. Die Vögte des Kl.s, die Gf.en von Bogen, übernahmen um 1200 Herrschaftsrechte Niederaltaichs am Ort.
II.
Vom Anfang des 13. Jh.s datieren erste schriftliche Belege der Existenz des Sitzes M., der einer planmäßigen Besiedelung des Gebietes vorausging. 1270 ließ Abt Hermann von Niederaltaich den bestehenden Turm als Reaktion auf von M. ausgegangene Bedrohungen des Kl.besitzes niederlegen und gab das Gut M. bald darauf als Lehen aus. 1340 ging dieses an die Aichberger über, 1377 wird die Burg M. als wieder existent erwähnt. Der Landshuter Erbfolgekrieg zog die Befestigung 1504 in Mitleidenschaft und hinterließ sie teilw. zerstört. Abt Angelus Rumpler von Formbach beschrieb die Anlage vor der Kriegszerstörung von 1504 als mit Gräben, Wällen, Schutz- und Vorwerken umgeben und an Größe dem Kl. Formbach ähnlich. Der Wiederaufbau ging vor 1520 vonstatten. Eine ausführlichere Beschreibung aus dieser Zeit entwirft das Bild eines vollständig gemauerten und von einer Ringmauer mit vier ganzen und drei Halbtürmen umgebenen Burgschlosses – im Landgericht Erding bestand bis zum Ende des 16. Jh.s nur ein Drittel der Edelsitze und Hofmarksschlösser aus Stein, der überwiegende Teil waren hölzerne Bauten. Die Anlage M. war von einem z.T. heute noch sichtbaren Wassergraben umzogen, der auch das Bräuhaus, den Hofbau mit Scheunen und Ställen in das geschützte Areal einbezog.
Nach mehreren Besitzerwechseln, die dem Aussterben der Aichberger (Johann von Aichberg, gest. 1511) folgten, erlangte Hans Albrecht von → Preysing durch Heirat das Schloß, das von 1568 bis 1940 in Familienbesitz blieb. Johann Warmund von → Preysing ließ es nach einem verheerenden Brand i.J. 1619 erneuern.
III.
Die trapezförmig errichtete ma. Anlage zu vier Flügeln und mit Ecktürmen, fiel dem Brand von 1619 in Teilen zum Opfer. Der östliche Hauptteil wurde während der Umbauphase zwischen 1625 und 1636 von Grund auf neu errichtet. Die drei restlichen Trakte glich man durch die Aufsetzung eines vierten Stockwerks an die Höhe des Neubaus an. Auch die vier Ecktürme rechteckigen Grdr.es mit geschwungenen Kuppeln wurden in dieser Ausbauphase angefügt. Das Äußere kommt, abgesehen vom reich geschmückten Portal (Sandsteinrahmung, Wappen haltende Löwen, Madonnenfigur), ohne aufwendige Fassadengliederung aus. Die südliche Hoffassade ist mit Arkaden auf toskanischen Säulen über drei Geschosse gegliedert. Der Wassergraben ist teilw. erhalten. Das Schloß umgibt ein Park. Die Schloßkapelle im Ostflügel ist dem Hl. Georg geweiht und wurde mit den Wiederaufbauarbeiten der 1620/30er Jahre neu ausgebaut. Die Konsekration erfolgte erst 1668. Die Innenräume weisen Stuckierungen des 17. Jh.s auf.
Heute ist Schloß M. im Besitz der Gf.en von Arco-Zinneberg.
Literatur
Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern, Tl. 2: Niederbayern, bearb. von Michael BRIX, München u. a. 1988, S. 411. – Molitor, Johannes: Art. »Moos«, in: Altbayern und Schwaben, hg. von Hans-Michael Körner und Alois Schmid, 4., neu bearb. Aufl., Stuttgart 2006 (Handbuch der Historischen Stätten, 7 [Bayern], 1), S. 506-507. – Moos in Niederbayern. Ein Heimatbuch, hg. von Johannes Molitor, Deggendorf 2007. – Reizenstein, Wolf-Armin Frhr. von: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, München 2006, S. 169. – Sturm, Josef: Schloß Moos, in: Offizielle Festschrift Pfingstspiele Moos 1930, Osterhofen 1930.