Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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LOOZ

C. Kolmont

Die Burg K. liegt 3,5 km nordwestlich von Tongern auf einer leichten Anhöhe im Übergang des trocken zum feuchten Haspengau etwas abseits des Ortes K. Sie ist heute eine Burgruine, von der der Bergfried noch weitgehend steht. Die Herrschaft K., zu der auch die Herrschaft → Bilzen gehörte, lag zwischen dem Besitz der Gf.en von → Looz und dem der Lütticher Kirche (Tongern). Über die Herren von K. ist wenig bekannt, sie sind zwischen 1155 und 1170 ausgestorben.

Die Gf.en von → Looz gelangten nach heftigem Erbstreit mit den Gf.en von Dabo-Moha um 1170 in den Besitz von K. und → Bilzen. Gf. Ludwig I (1138/41-1171) verlieh 1170 den Bewohnern von K. Freiheitssrechte mit der Maßgabe, die Burg für ihn zu verteidigen. Wahrscheinlich ist die Burganlage erst unter Ludwig I. errichtet und unter seinem Sohn Gerhard ausgebaut worden, über eine Burganlage der Herren von K. gibt es keinen Nachweis.

Die Anlage liegt auf einem natürlichen Hügel, der das Tal um ca. 15m überragt und eine Fläche von ca. 75 mal 30 m umfaßt. Sie ist von einem Graben und einem ca. 3 m hohen Wall umgeben. Auf der erhöhten Fläche befindet sich eine 30 mal 40 m umfassende Vorburg und auf dem um 5 m künstlich erhöhten Hügel (Motte) von ca. 30 m Durchmesser die eigtl. Burg, in deren Mitte ein zehneckiger Bergfried steht.

Im 13. Jh. wurde die Anlage stark ausgebaut. Zusätzliche Umfassungsmauern, verstärkte Tore und Flankentürme schützten Wohngebäude und eine Kapelle im Inneren, so daß K. zu einer der am besten befestigten Burgen der Gft. wurde, die auch bei den verschiedenen milit. Auseinandersetzungen des 13. und 14. Jh.s eine Rolle spielte.

Ein erster Kastellan für K. (castellanus calvi montis) wird 1175 gen. Auch weiterhin wurde die Burg von Kastellanen verwaltet. Die Gf.en von → Looz hielten sich häufiger hier auf, einmal, da die Burg sicher war, zum anderen wohl auch, da sie nahe bei der Stadt Tongern lag. Es gab eine Schöffenbank und einen Lehnhof von K.

Nach 1361/66 fiel die Burg an den Bf. von Lüttich. Sie wurde nach einer Fehde eines Bgf.en gegen den Fs.bf. von Lüttich 1489 zerstört und nicht wieder hergerichtet. Die Steine sollen für die Stadtbefestigung von Tongern verwendet worden sein.

Siehe C. Vogelsanck.