LOOZ
I.
D. liegt ca. 3 km nordwestlich von St. Truiden. Die Gft. D., die 1024 erstmals gen. und wahrscheinlich älter als die Gft. → Looz ist, umfaßte ein Gebiet im Südwesten von St. Truiden und bildete einen Puffer zwischen der Gft. → Looz und dem Hzm. Brabant. Der Name, der 1103 erstmals belegt ist, soll sich vom keltischen duracio, befestigte Niederlassung, ableiten.
II.
Die Erbtochter Oda von D. hatte Otto von → Looz geheiratet, so daß nach dem Tod des letzten männlichen Gf.en von D. 1191, der Bf. von Lüttich das Lehen an Gerhard I. (1171-1194/97) gab. Ansprüche des Hzg.s von Brabant wurden nach einer Auseinandersetzung 1193 ausgeräumt. Entspr. der strategischen Bedeutung der Gft., die auch den Handelsweg Köln – Maastricht – Leuven kontrollierte, wird auch die Burg entspr. ausgebaut gewesen sein.
Schon kurze Zeit nach der Angliederung von D. an die Gft. → Looz finden wir Kastellane auf Burg D., so 1213 einen Jordanus und 1214 einen Rimbaldus. Wenn nach der Mitte des 13. Jh.s keine Kastellane mehr gen. werden, deutet das daraufhin, daß die Burg bzw. Herrschaft D. an Familienmitglieder des Gf.enhauses vergeben wurde.
Die Burg lag etwa 400 m nordöstlich des Ortes → Duras im Niederungsgebiet der Molen- und der Melsterbeek; an ihre Stelle wurde 1789-1791 ein Schloß im neopalladischen Stil errichtet. Über das Aussehen der alten Burg konnte nichts in Erfahrung gebracht werden, lediglich ein Teil des alten Burggrabens hat sich im Park der neuen Anlage erhalten.
Literatur
Siehe C. Vogelsanck.