Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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LOOZ

C. Brustem

I.

Die Burg B., ca. 3 km südöst. von St. Truiden, südlich des Ortes B. (gen. 1139) war im 12. Jh. eine → Looz'sche Grenzbefestigung gegen Lüttich und die Gf.en von → Duras. Es ist eine typische Motten-Anlage am Rand des trockenen Haspengaus im Tal der Melsterbeek mit einem als Ruine bis ins fünfte Stockwerk erhaltenen Bergfried. Erste Nennung 1114 als Brustemia (vermutlich von gem. brust, besiedelte Anhebung).

II.

Im Jahr 1171 ließ Gf. Gerhard I. (1171-1194/97) die 1160 vom Gf.en von → Duras zerstörte Burg wiederherrichten, 1175 gab er den Bewohner von B. Freiheitsrechte und ließ den Ort befestigen. 1179 wurde die Anlage wieder zerstört, aber unter Einbeziehung der Kirche wieder aufgebaut. Nach dem Anfall der Herrschaft → Duras an die Gft. → Looz 1191/93 verlor die Burg ihre strategische Bedeutung. Auch verlor der Ort seinen Stadtcharakter, wohl weil der Gf. von → Looz jetzt auch Vogt von St. Truiden war und sich eine weitere Stadt in der Nähe nicht entwickeln konnte.

Die Burg südwestlich des Dorfes geht ins 11. Jh. zurück. Sie liegt am Rande des Tales auf einer Motte, die sich ursprgl. ca. 6 m über dem Melsterbeektal erhob und deren Burghügel wohl 1171 um weitere 4 m aufgehöht wurde. Auf der Plattform des Burghügels von ca. 20 m Durchmesser wurde wohl nach 1171 ein achteckiger Bergfried von mind. fünf Etagen errichtet, der bis ins 13. Jh. bewohnt war. In der Vorburg befindet sich die Burgkapelle St. Laurenz.

Ein Kastellan wird bereits 1175 gen. Vermutlich lag die Funktion bis 1266 in der gleichen Familie. Nach dem Anfall der Gft. → Looz an den Früstbf. von Lüttich wurde B. weiterverlehnt, die Lehnsinhaber nutzten jedoch die Burg nicht. 1467 fand in ihrer Nähe die Schlacht von B. zwischen Karl dem Kühnen und Lüttich statt, in deren Folge die Burg zerstört wurde.

Siehe C. Vogelsanck.