Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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LOOZ

C. Bilzen

I.

B. liegt zwischen Maastricht und Hasselt auf der Grenze zwischen Kempen und dem Haspengau im Demertal. Der Ursprung hängt wahrscheinlich mit der um 705 gegr. Reichsabtei Munsterbilsen und der verkehrsgünstigen Lage an der Kreuzung der Straßen Tongern-Nijmegen und Diest-Hasselt-Maastricht zusammen. Der Name leitet sich wohl vom keltischen belsa (Feld, Landeigentum) ab.

II.

Die Gf.en von → Looz erhielten B. zusammen mit → Kolmont nach 1170 im Erbstreit mit dem Gf.en von Moha. Vermutlich erhielt auch B. wie → Kolmont um diese Zeit Freiheitsrechte, selbst wenn keine Urk. erhalten ist. 1251 jedenfalls werden die Einw. als oppidani angesprochen. Im 13. Jh. wird B. befestigt und Zentren eines der fünf Ämter der Gft. 1366 kam B. zum Fs.bm. Lüttich und wurde eine der »Guten Städte«. Die nahegelegene Reichsabtei Munsterbilsen wurde häufig von weiblichen Mitgliedern der Gf.enfamilie als Äbt.nen geleitet.

Eine Befestigung soll auf dem Borreberg bestanden haben, der sich am Rande der Stadt über das Demertal erhebt. Der Überlieferung nach soll die um 1000 errichtete Burganlage eine der stärksten Festungen der Gft. → Looz gewesen sein. Reste sind nicht bekannt. Archäologisch scheint der Borreberg bisher nicht untersucht worden zu sein.

Siehe C. Vogelsanck.