LEININGEN
I.
comes Fridericus de Hartinberc (1210), Fridericus comes de Hartenberg (1214), castrum Hartinb(er)ch (1237), Castrenses nostri […] in Hartenberch (1291), Harteberc (1303), Hartemberg (1467).
II.
Die H. liegt auf einem zum Isenachtal und der darin eingebetteten gleichnamigen Ortschaft im Lk. Bad Dürkheim (49°27'44''N, 8°7'16''O) steil abfallenden Bergsporn.
Die Höhenburg wurde auf Grund und Boden der von den Gf.en von → Leiningen bevogteten Abtei Limburg von Gf. Friedrich von Saarbrükken, dem nachmaligen Gf.en Friedrich II. von → Leiningen, der sich 1210 und 1214 Gf. von H. nannte, errichtet. Für den Baubeginn steht als terminus post quem das Jahr 1205, als terminus ante quem das Jahr 1210. Gegen Entschädigung wurde die Burg 1249 allodialisiert. Sie kam 1317 per Erbteilung zu Leiningen-H., 1560 zu Leiningen-Dagsburg-H. und verblieb dort bis zur Zerstörung durch die frz. Truppen am 29. März 1794.
Die H. war seit 1317 bis zum Bezug des neu gebauten Schlosses zu Dürkheim i.J. 1725 Res. der jüngeren Linie des Hauses → Leiningen.
III.
Die heutige Schloßruine hat eine W-O-Längenausdehnung von 180 m und mißt bis zu 90 m in der Breite. Damit ist sie die zweitgrößte rheinpfälzische Burganlage, allerdings nur dank ihrer Umgestaltung zum mächtigen Wehrbau in der Zeit der Renaissance. Die ma. Burg war kleiner dimensioniert. Sie umfaßte die Oberburg mit einem ersten, später überbauten Halsgraben im W und weiteren künstlich vom Bergrücken abgesetzten und steil gehauenen Flanken. Von der polygonalen Außenmauer aus dieser ersten Bauphase sind lediglich noch einige Reste, u. a. Buckelquader an der Südseite, erhalten. Auch von den Wohngebäuden des 13. und 14. Jh.s ist fast nichts mehr übrig. Durch einen mit der Datierung 1501 versehenen Treppenturm an der Ostseite des Burghofes gelangte man in den Kleinen und den Großen Ausfallgarten der 9 m tiefer gelegenen Unterburg.
Die westlich der Hauptanlage errichtete Burgkapelle wurde am 6. April 1405 geweiht und erhielt das Recht zu Ablaß und Kirchweihfest. Sie brannte 1744 ab.
Eine Kanzlei wird 1570 erstmals erwähnt. Das Archiv befand sich 1593 auf dem großen Turm, 1604 im Briefgewölbe neben der Kapelle und wurde 1768 nach Dürkheim verbracht.
Literatur
Keddigkeit, Jürgen/Thon, Alexander/Losse, Michael: Hardenburg, in: Pfälzisches Burgenlexikon, hg. von Jürgen Keddigkeit, Bd. 2, Kaiserslautern 2002 (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, 12,2), S. 280-294. – Toussaint, Ingo: Die Grafschaften Leiningen im Mittelalter (1237-1467) / Die Grafschaften Leiningen in der Neuzeit, in: Pfalzatlas, hg. von Willi Alter, Karte Nr. 67, Speyer am Rhein 1975. Hierzu auch Textband S. 1056-1107 (27. und 28. Heft 1977). – Toussaint, Ingo: Die Grafen von Leiningen, Sigmaringen 1982.