KRAWARN
I.
Die Burg und das Gut M. K. (Moravský Krumlov, 28 km südwestlich von Brünn) kaufte kurz vor seinem Tod Jan von → Krawarn (gest. 1369), so daß das Gut direkt auf seinen Neffen Beneš (III.) von → Krawarn (1398) überging. Er führte Krumlov in seinem Namen und kaufte noch andere Güter hinzu. Er war der Kammermeister Karls IV. und Wenzels IV. und die Dauer seiner Aufenthalte auf der Burg waren dieser Tätigkeit angepaßt. Die Herrschaft vererbte er an seinen Sohn Jan III., nach dessen Tod um 1400 wurden die Güter von seiner Frau und Lacek (I.) von → Helfenstein und → Krawarn verwaltet, und zwar aufgrund ihrer Vormundschaft für den minderjährigen Beneš (VI.), der um 1422-1423 starb. Das Gut erhielt darauf sein Großcousin Janek Jicinsky von → Krawarn (gest. 1433), aber die Hussiten beherrschten die Stadt und die Herrschaft i.J. 1424. Wir wissen nicht genau, wann, aber wohl in den 30er Jahren des Jh.s verkaufte Janek das Gut den Herren von Lipá.
II.
Das Stadtwappen von M. K. erinnert bis heute an die Herren von → Krawarn. Seine gegenwärtige Gestalt entstand im 17. Jh. nach einer Modifikation eines älteren Wappens, auf dem der Turm mit einer offenen Bogenpforte und mit dem Fenster im ersten Stockwerk, mit vier Zinnen und mit einem Spitzdach bekrönt abgebildet wurde. Rechts und links von dem Turm sind die Schilder mit einem silbernen Pfeil im roten Felde. Die krawarnsche Wappensymbolik muß ungefähr in der Zeit zwischen 1369-1430 aufgenommen worden sein, also in der Zeit, als in Krumlov die Herren von → Krawarn herrschten.
III.
Die Gestaltung der Burg entsprach dem Typus des sog. ital. Kastells (ein Rechteck von 54 x 39 m mit vier Ecktürmen). Auf dem Burg war die Burgkapelle (schon 1346 erwähnt) mit eigenem Lehen und in der Stadt befanden sich sieben Häuser der Burgministerialen (hewser der Man). Die ursprgl. Burg wurde bei der Umgestaltung nach dem J. 1560 beinahe völlig abgebrochen und später barockisiert.
Literatur
Čarek, Jiří: Městské znaky v českých zemích, Prag 1985, S. 255-256. – Dřímal, Jaroslav/Štarha, Ivan: Znaky a pečeti jihomoravských měst a městeček, Brünn 1979, S. 357. – Hosák, Ladislav: Historický místopis země Moravskoslezské, Brünn-Prag 1938, S. 114. – Hosák, Ladislav: Příspěvek k počátkům poddanských měst (Moravský Krumlov, Tišnov), Vlastivědný věstník moravský 16 (1961-1964), S. 43-44. – Hrady, zámky a tvrze v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, Bd. 1: Jižní Morava, hg. von Ladislav Hosák und Metoděj Zemek, Prag 1981, S. 162-165. – Plaček, Miroslav: Ilustrovaná encyklopedie moravských hradů, hrádků a tvrzí, Prag 2001, S. 405-408.