KRAWARN
I.
Die Burg B. (Plumlov, 7 km westlich von Prostějov) wurde auf einem Steinhügel über dem Fluß Hloučela erbaut. Von den zwanziger Jahren des 14. Jh.s an bis zum Jahre 1420 war sie Res. des B.- und danach bis zu dem Jahr 1466 des Strážnicezweiges des Geschlechts. Die Burg entstand wahrscheinlich dank des Landesherren, der am Anfang des 14. Jh.s die Burg von dem Troppauer Hzg. Nikolaus (I. oder II.?) kaufte. Dieser versetzte sie zusammen mit Kg. Johann von Luxemburg an Vok (I.) von → Krawarn.
II.
In der Nähe von der Burg befand sich die Gmd. B., die schon 1347 als Vorburg erwähnt (castrum cum suburbio) und sogar 1384 als Stadt (civitas) bezeichnet wurde. Es handelte sich vielmehr um eine Marktgmd., die allerdings aus der Nähe zur Herrenres. profitierte. Wir haben dafür keinen konkreten Beleg; der einzige Hinweis ist das Geschlechtswappen der Herren von → Krawarn (ein silbernes Wurfeisen mit daran geknüpftem weißem Tuch im roten Felde), das in das Stadtwappen aufgenommen wurde. Für die Rolle eines Wirtschaftszentrums eignete sich besser die Marktgemeinde Prostějov, die der B.er Herrschaft i.J. 1374 (oppidum) angeschlossen wurde. Aber sie entwickelte sich zu einer Stadt eigenen Rechts. Sie erhielt i.J. 1390 vom Mgf.en Jost auf Ansuchen des Petr (I.) von B. einen Jahrmarkt, von Herrn Petr gewann Prostejov im J. 1406 das Stadtvogttum (judicium seu advocatiam civitatis), die Maut und andere Stadtrechte, die in Olomouc (Olmütz) verwendet wurden, wie z. B. das Heimfallrecht und das Maß- und Gewichtesystem. Im Jahre 1409 verminderte Petr I. den heimischen Tuchmachern die Miete für die Herrschaftszargen, auf denen sie ihre Tücher spannten.
III.
Die Burg hatte einen unregelmäßigen Grdr. Im nördlichen Teil der Burg befand sich der Hauptzufluchtsturm (Bergfried) mit einem Durchmesser von 10,2 m. Das weicht nicht vom Durchschnitt der Zeit ab, aber der Innenraum des Turmes war ganz schmal (nur 1,8 m). Im östlichen Teil stand wahrscheinlich ein zweistöckiges Gebäude in Form eines Rechteckes mit einem Innenhofplatz. Neben dem Südflügel der Burg wurde am Ostende die Burgkapelle mit einem polygonal schließenden Presbyterium angebaut. Man fuhr in die Burg von O durch die Pforte ein. Sie wurde mehrmals am Ende des 15. Jh.s umgebaut. Bis zum heutigen Tag stehen von der B.er Burg ein Teil des Verteidigungsturmes, auf der Felsenanhöhe in der Mitte des Schloßhofes geringe Mauerreste, Keller und der Brunnen. Am Anfang des 19. Jh.s wurde die Burg aufgrund einer Entscheidung der damaligen Herrschaft zum Abbruch bestimmt und als Baumaterial verwendet.
Literatur
Čarek, Jiří: Městské znaky v českých zemích, Prag 1985, S. 297. – Dřímal, Jaroslav/Štarha, Ivan: Znaky a pečeti jihomoravských měst a městeček, Brünn 1979, S. 266. – Hrady, zámky a tvrze v Čechách, na Moravě a ve Slezsku, hg. von František Spurný, Bd. 2: Severní Morava, Prag 1983, S. 180-181. – Plaček, Miroslav: Ilustrovaná encyklopedie moravských hradů, hrádků a tvrzí, Prag 2001, S. 280-281.