KRAIG
I.
Die Herren von K. nennen sich nach ihrer Stammburg nördlich von St. Veit an der Glan in Kärnten. Der erste urkundlich faßbare Vertreter ist Dietrich I. von K. i.J. 1091. Die K.er waren in Kärnten, Krain und der Steiermark, später auch in Niederösterreich sowie Böhmen und Mähren begütert und hatten immer wieder Hofämter in Kärnten bzw. bei den Habsburgern inne. Die böhm. Linie wird auch als Krajir i Krajik bzw. Kragirz von Kraygk bezeichnet.
II.
Eine relevante höhere Position erreichte Konrad II. von K., er wurde 1383 zum Hofmeister Kg. Wenzels. Er war zuvor habsburgischer Hauptmann in Kärnten und führte als erster das Erbtruchsessenamt im Titel. Sein Sohn Konrad III. war in den 1440er Jahren Hofmeister Kg. Friedrichs III.; in dieser Funktion saß er zeitweilig auch dem Reichskammergericht vor. Im zweiten Viertel des 15. Jh.s war Konrad zusätzlich bambergischer Hofmeister und Hauptmann zu Wolfsberg. Konrads Brüder Georg II. und Andrä treten immer wieder als Räte Friedrichs III. auf. 1466 erfolgte die Erhebung der Familie in den Frh.enstand.
III.
Das Wappen der Herren von K. ist ein von Silber und Rot schräg geteilter Schild. Auf dem geschlossenen Helm befindet sich ein wie der Schild bezeichneter geschlossener Flug. Im 15. Jh. wird das Wappen wesentlich umgestaltet: Der Schild wird geviert, im 1. und 4. Feld bleibt das Stammwappen, im 2. und 3. tritt eine Heidenmütze hinzu. Ebenfalls erweitert wird die Helmzier auf zwei Flüge, in deren Mitte sich nun eine Fahne mit Schrägstreifen befindet.
IV.
Die Genealogie der Herren von K. ist noch nicht vollständig geklärt. Bis ins 13. Jh. können nicht alle Familienmitglieder in eine Beziehung zueinander gesetzt werden. Immer wieder hat sich das Geschlecht in Linien aufgespaltet, doch meist sind auch deren Ursprünge nicht nachvollziehbar. Ab 1206 führen die Mitglieder der Familie regelmäßig den Truchsesstitel.
Halbwegs gesichert ist die Genealogie ab Hartwig I. von K., der zwischen 1236 und 1261 urkundlich erwähnt wird. Eine zu dieser Zeit bereits existierende Seitenlinie ist aber nur bruchstückhaft bekannt. Ab Konrad II., Urenkel Hartwigs I., spaltete sich die Familie noch mehr auf. Mit Konrad III. beginnt die böhm. Linie der K.er, die erst Anfang des 17. Jh.s endete, ihre Nebenlinien existierten noch weiter. Die Kärntner Linie, die von Konrads III. Bruder Hans von K. abstammte, starb 1564 mit Konrad VI. aus. Weitere Nebenlinien endeten kurz nach 1500.
Heiratsverbindungen der K.er kamen v.a. zu Adelsfamilien im Alpen-Adria-Raum wie den Aufensteinern, Auerspergern und den Schenken von → Osterwitz zustande. Einige Vertreter der Familie traten in den geistlichen Stand ein, ohne allerdings eine höhere Position zu bekleiden.
Quellen
Monumenta Historica Ducatus Carinthiae. Geschichtliche Denkmäler des Herzogthumes Kärnten, Bde. 3-11, Klagenfurt 1904-1972.
Literatur
Leitner, Friedrich W.: Die Herren von Kraig. Eine genealogische Skizze zu den Erbtruchsessen in Kärnten, in: AfD 46 (2000) S. 225-275. – Waschnig, Erwin: Die Herren von Kraig, Diss. Wien 1968.