Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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KLINGEN (HOHEN-/ALTEN-)

C. Hohenklingen

I.

Die Burg H. befindet sich auf einem schmalen Bergrücken oberhalb der Stadt Stein am Rhein, an der Mündung des Bodensees in den Hochrhein. Die Siedlung geht auf eine Kl.gründung der Benediktinermönche vom Hohentwil aus der Zeit um 1005 zurück, die Ks. Heinrich II. den Benediktinermöchen vom Hohentwiel ermöglichte. Das neue Kl. St. Georgen zu Stein am Rhein erhielt von ihm das Münz- und Marktrecht, gehörte allerdings im lehnsrechtlichen Sinne zum Bm. Bamberg. Als Vögte über das Kl. zu Stein und seine Güter fungierten auch die Frh.en von Klingen. So wurde Walter von → Klingen zusammen mit anderen Rittern gegen 1150 vom Bamberger Bf. ermahnt, die Kl.güter zu schützen.

II.

Der Bau der weithin sichtbaren Burg kann als Reflex auf das gestiegene Ansehen der Frh.en von → Klingen in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s gedeutet werden. Mit dem Tod des letzten Zähringerhzg.s 1218, der auch oberster Vogt der Güter des Bm.s Bamberg gewesen war, übergab Ks. Friedrich II. den → Klingenern die Vogtei über das Kl. St. Georgen zu Stein als erbliches Reichslehen. Nach der Aufsspaltung der Familie in mehrere Nebenlinien erhielt ein Familienzweig die Kastvogtei des Kl.s samt der Burg und nannte sich ab 1327 »von Hohenklingen«. Die Frh.en von → Klingen hielten umfassende Rechte über die Stadt und den Markt und erhoben Zoll auf den in ihrer Hand befindlichen Verkehrswg.

III.

Die Frh.en von → Klingen erbauten um 1255 einen starken Wohnturm auf dem Felsensporn über Stein am Rhein. Dieses Datum ergibt sich aus dendrochronologische Untersuchungen. Die Burg H., bestehend aus Ringmauer, Palas und Turm, und wurde in den Jahren bis 1283 ausgebaut. Den westlichen Teil der Burg nahm der Palas ein. Eine Nutzung des Erdgeschosses als Stall zu dieser Zeit kann nicht ausgeschlossen werden. Die Wasserversorgung wurde durch einen Sodbrunnen im östlichen Burghof sichergestellt. Eine Kapelle wurde zwischen 1393 und 1406, ungefähr zeitgl. mit einer Verstärkung an der östlichen Schildmauer, errichtet. Die 7 m hohen Umfassungsmauern wurden 1422 erweitert. Zudem erhielt der Palas ein drittes Geschoß. 1433 kaufte Caspar von Klingenberg die Burg von den letzten H.ern. Die Stadt Stein am Rhein übernahm sie 1457 und setzte einen Burgvogt ein. Auf der Turmzinne und im Obergaden wurden während der Reformationskriege zwischen 1526 und 1551 Geschützstellungen eingebaut.