Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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HOHNSTEIN

C. Hohnstein

I.

H., Gmd. Neustadt/Harz, Lkr. Nordhausen. Die Burg H., eine Spornburg mit Vor-, Unter- und Oberburg auf einem Porphyrfelsen bei Neustadt/Harz (Lkr. Nordhausen) wurde im 12. Jh. erbaut und wird erstmals 1178 urkundlich erwähnt. Nach der Gründung des Prämonstratenserkl.s Ilfeld nennen sich die Gf.en von Ilfeld.-H. nach dieser Burg und es ist anzunehmen, daß diese bis zur Teilung der Linien Hauptwohnsitz des Geschlechts und Verwaltungsmittelpunkt der Gft. war. 1373 – nach der Abspaltung der Linie H.-Lohra-Klettenberg – ist H. im Besitz der Linie H.-Heringen-Kelbra und wird nach der Teilung dieser jüngeren Linie 1394 zum Gemeinschaftsbesitz der Linien H.-Heringen und H.-Kelbra. 1412/17 fällt die Stammburg der Gf.en von H. an → Stolberg. 1587 wird die Burg zum Schloß umgebaut und wird vorübergehend zum ständigen Wohnsitz des Gf.en Heinrich zu → Stolberg.und seiner Familie. Dieser wird jedoch 1598 von Hzg. Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel von dort vertrieben. 1627 wird H. vollständig zerstört. Die Burg ist heute Ruine.

Gresky, Wolfgang: Art. »Honstein, Burg«, in: Handbuch der Historischen Stätten, Bd. 9: Thüringen, hg. von Hans Patze, 2. Aufl., Stuttgart 1989, S. 205-206. – Hinsching, Susanne: Art. »Neustadt, Kr. Nordhausen«, in: Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen, bearb. von Stephanie Eissing und Franz Jäger, hg. in Zusammenarbeit mit der Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege, Neubearb., München u. a. 2003, S. 885 f. – Meyer, Karl: Die Burg Hohnstein. Nach urkundlichen Quellen, Leipzig 1897 (Geschichte der Burgen und Klöster des Harzes, 2).