HOHNSTEIN
I.
Arbeiten zum Hof, zur Gütergeschichte und zur Landesverwaltung der Gf.en von H. fehlen bislang. Das publizierte Quellenmaterial erlaubt nur wenige Einblicke in die Hofhaltung der Gf.en und aufgrund der schwierigen Überlieferungssituation (Aussterben der Linien, Zerstörung der Burgen → H. und → Klettenberg im Dreißigjährigen Krieg) stößt die Forschung hier auch an Grenzen. Seit 1231 sind Kapläne der Kapelle St. Dionysii auf Burg → H. erwähnt, die häufig gleichzeitig Pfarrstellen in der Gft. innehatten. Namentlich belegt sind Theodericus (1231-34), Heinrich von Mülhausen, Pfarrer in Ellrich (1318), Reinhard, Pfarrer in → Heringen (1331), Heinrich von Thoba, Pfarrer in Appenrode (1379 und 1380). Während für das 12. Jh. die verbreitete gleichzeitige Funktion der Kapläne als Schreiber der Gf.en nur vermutet werden kann – 1271-1292 ist ein Schreiber Theodericus de Bezzingen belegt, der jedoch nicht als Kaplan bezeichnet wird – ist die Doppelfunktion Heinrichs von Mülhausen 1318 bezeugt. Als weitere Funktionsträger der Gf.en sind Burgvögte auf Burg → H. belegt (seit 1130), seit 1233 Förster der Gf.en.
Aussagen über die Hauptaufenthalte der Höfe der verschiedenen Linien sind für die Frühzeit nicht möglich. Zu Beginn des 16. Jh.s treten → Klettenberg und → Lohra als Wohnsitze der → H.er in Erscheinung. Weitere Aussagen über Haus- bzw. Hofhaltung der Gf.en von → H. sind aufgrund der eingangs skizzierten Forschungslage nicht möglich.
Literatur
Siehe A. Hohnstein.