Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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HOHENZOLLERN

C. Schalksburg

I.

Shalchispurch, Salkesburch, Schalczburg, Shalkesburc (13. Jh.); der Name ist wohl entweder von dem mhd. Substantiv schalc (Leibeigener, Knecht) oder von dem gleichlautenden mhd. Adjektiv (arg-, hinterlistig, boshaft) abzuleiten. Die auf der Schwäbischen Alb über dem Eyachtal bei Laufen (Stadt Albstadt, Zollernalbkreis) gelegene Burg war im 13. und 14. Jh. Sitz einer Linie der Gf.en von Zollern (→ Hohenzollern), im frühen 16. Jh. des Gf.en Eitelfriedrich III. von → Hohenzollern.

II.

Die S. liegt auf einem steil abfallenden Felsen über dem Eyachtal, der mit der Hochfläche der Schwäbischen Alb nur durch einen schmalen, tief eingesattelten Grat verbunden ist. Keramische Lesefunde deuten auf eine Entstehung um 1100 hin. Die Gründung der Burg erfolgte sicher von dem nordwestlich auf der Hochfläche gelegenen Ort Burgfelden aus, der nur etwas mehr als 1 km entfernt ist. Burgfelden war ein frühma. Herrschaftssitz mit einer dem Erzengel Michael geweihten Eigenkirche, die bis ins 8. Jh. zurückreicht. Der Ort war im 11. Jh. Besitz der frühen Habsburger, die den Herrenhof zusammen mit dem Kirchensatz und dem Zehnten vor 1064 dem Kl. Ottmarsheim im Elsaß schenkten.

Seit der ersten Hälfte des 13. Jh.s wird eine Ministerialenfamilie urkundlich gen., die sich nach der S. nannte. In welcher Beziehung diese Familie zu der Burg gleichen Namens bei dem wenige Kilometer entfernten Straßberg stand, ist ungeklärt. Seit den 1260er Jahren befand sich die S. im Besitz der Gf.en von Zollern und wurde nach einer Erbteilung 1288 Sitz einer sich nach der S. nennenden Linie. Nachdem in den 1370er Jahren das Stadtschloß in → Balingen errichtet worden war, scheint die Linie ihren Hauptsitz dorthin verlegt zu haben.

Mit dem Verkauf der Herrschaft S. fiel auch die Burg 1403 an Württemberg. Von 1458 bis 1465 war sie im Pfandbesitz der Herren von Rechberg. 1481 wurde sie an die Herren von Bubenhofen verpfändet, die das Pfand 1511 an die Gf.en von → Hohenzollern abtraten. Gf. Eitelfriedrich III. erhielt 1520 in einem Vergleich mit den Vormündern der Kinder des älteren Bruders die S. als standesgemäßen Sitz zugewiesen, darin er sein haußliche wonung haben möge. In den folgenden Jahren fanden dann auch größere Baumaßnahmen statt. Mit dem Tod Eitelfriedrichs 1525 endete die Zeit als Gf.ensitz. Württemberg löste das Pfand S. 1554 aus und ließ die Burg in den folgenden Jahren abbrechen.

III.

Die Ringmauer der S. umschloß eine Fläche von knapp 3 ha. Allerdings scheint nicht das gesamte Areal bebaut gewesen zu sein. Auf der Südseite lag die mit einem bogenförmigen Graben von der übrigen Burg getrennte Kernburg. An der Westecke haben sich noch größere Mauerreste eines runden Flankierungsturmes erhalten. Im O war der Zugang von der Albhochfläche durch einen Bergfried gesichert, der 1957-1959 als Aussichtsturm wiederhergestellt wurde. Davor befand sich zwischen zwei Abschnittsgräben eine Vorburg.