HARDEGG
I.
3,7 km nordwestlich von Altlengbach liegt am rechten Ufer der Großen Tulln das kleine Dorf Unterthurm (KG und MG Altlengbach VB St. Pölten, Niederösterreich). Im NO der Siedlung erhebt sich ein niedriger isolierter Hügel mit den Resten einer 1380 als »Haus zu dem Turn (Turm)« bezeichneten Burganlage.
Gf. August von → Hardegg erwarb das landesfsl. Lehen um das Jahr 1613 und ließ in der Schloßkapelle eine Familiengrablege einrichten. Noch ehe dieser Zweig der Gf.en von → Hardegg erloschen war (1682), wurde T. 1681 an Christoph Johann Gf. Althan verkauft.
Der weit fortgeschrittene Verfall hinterließ beträchtliche Lücken in der Bausubstanz. Von der wohl unter den Gf.en → Hardegg ausgebauten Schloßkapelle steht noch eine Wand mit einem in Ziegeln gemauerten Spitzbogenfenster aufrecht. Einer der neuzeitlichen Bauphasen, für die vermutlich auch noch das (frühe) 17. Jh. zu berücksichtigen ist, ist die Errichtung des großen Speichers im NW der Kernzone zuzuweisen. Am Wiesengelände am W-Fuß des Burghügels lag ein großer, nunmehr trockener Teich, dessen Böschungen sich gut im Gelände abzeichnen.
Zur Zeit der Übernahme der Herrschaft durch Gf. August gehörte zum Schloß ein Meierhof, bei dem »jüngst ein schöner Lustgartten zugericht worden« war. Als Herrschaftsbetrieb wurde die mit einer Säge verbundene Hofmühle geführt.