HARDEGG
I.
Die bemerkenswerte Anlage liegt am südlichen Rand des Dorfes O. (OG Rußbach VB Korneuburg, Niederöstereich). Der Sitz nutzte einen gegen die Siedlung ziehenden Ausläufer des südöstlich "Altenberges", durch den die Ortsstraße zu einer starken Kurve gezwungen wird. Der gegen die Straße nördlich, südlich und westlich relativ steil abfallende Geländesporn bot sichtlich geeignete Voraussetzungen für den hochma. Sitz. Der Name, ursprgl. ein Gewässername mit der Bedeutung »Bach, an dessen Ufern Ulmen wachsen«, dürfte von Großrußbach übernommen worden sein.
Der Sitz O. ist nämlich eine Gründung einer Nebenlinie der Herren von Großrußbach (VB Korneuburg), deren Vertreter hier bereits zu Lebzeiten Hzg. Leopolds V. (1177-1194) auftreten. 1502 erwarb Heinrich Prüschenk das Schloß von Hans von → Auersperg, 1588 erhielt es Anna Maria, die 1577 verwitwete Mutter Gf. Georg Friedrichs, die aber einen in → Oberabsdorf (siehe oben) von ihr neu errichteten Sitz bevorzugte.
Da O. somit als Res. nur eine untergeordnete Rolle spielte, behielt es im wesentlichen seinen burgartigen ma. Charakter. Mehrere Detailformen stammen dennoch von Bautätigkeiten des 16. Jh.s, die durch einen – 1945 allerdings entwendeten – Allianzwappenstein des gfl. Ehepaares Heinrich II. von → Hardegg und Anna Maria von Thurn-Valsassina zusätzlich zu belegen sind.