HARDEGG
I.
Das Schloß liegt in Niederungslage im südlichen Bereich der KG O. (MG Weitersfeld VB Horn, Niederösterreich), im Zwiesel von Fugnitz und Katzlwiesenbach. 1271 wird Hovelin, dessen Name »beim kleinen Hof bedeutet«, erstmals als namengebender Sitz gen.
Gf. Julius I. erwarb das Schloß 1549 von den Erben des Erasmus Schneckenreither und übertrug die bescheidene Herrschaft 1558 dem von ihm nicht übermäßig geschätzten Sohn Bernhard, der sie am 25. Sept. 1582 an den ksl. Rat und Obersten zu Komorn Andreas Kielman von Kielamansegg verkaufte.
Der rechteckige Vierflügelbau liegt, von einem schmalen Zwinger allseitig umgeben, innerhalb eines ehem. sehr breiten Wassergrabens. Der heutige Bau ist weitgehend das Ergebnis eines im 16. Jh. anzusetzenden Neubaues. Der Grundriß läßt einen nahezu quadratischen Kernbau von durchschnittlich 31 x 34 m Größe erkennen, bestimmt durch einen ca. 2 m starken, offenbar ma. Bering. Die W-, O- und S-Seite sind hofseitig mit randständigen Trakten bebaut, die einen rechteckigen Arkadenhof umgeben. Bis auf die W- und O-Seite öffnen sich seine Bögen nur im Obergeschoß. Der in der SW-Ecke eingestellte Wendeltreppenturm zeigt bemerkenswerten, ornamentalen Sgraffitoschmuck des 16. Jh.s, in reduzierter Weise auch die in spätgotischen Formen gestaltete Hofeinfahrt am S-Trakt. Der Verbindungsbau zum O-Trakt besitzt ein auskragendes Obergeschoß, die Konsole ist mit "1530" bezeichnet. Die Zugangssituation wird durch einen dezentral vorgesetzten, dreigesch. Torbau bestimmt, der sparsam barock dekoriert ist, im Erdgeschoß aber noch die ältere, vermutlich aus dem frühen 16. Jh. stammende Toranlage besitzt. Innerhalb der älteren nordwestlichen Beringecke ist dem W-Trakt ein hochragender, sechsgesch. Turm des 16. Jh.s aufgesetzt. Neben diesem werden die Dachflächen von Renaissance-Kaminen der zweiten Hälfte des 16. Jh.s durchbrochen.