HARDEGG
I.
Im Ortszentrum von Großkadolz (MG Seefeld-Kadolz VB Hollabrunn, Niederösterreich) befindet sich das »Hardeggsche Herrenhaus« (Nr. 42), eine dreiseitige Anlage mit Satteldächern und Gaupen, die höchstwahrscheinlich mit der ehem. K. zu identifizieren ist.
Der 1108 erstmals urkundlich als Chadoltis erwähnte, im Pulkautal gelegene Ort ist die Gründung einer nach ihrem Leitnamen als Kadolde bezeichneten Adelssippe. Angehörige dieses Geschlechts wurden seit den 60er Jahren des 12. Jh.s nach dem benachbarten Seefeld gen., wo sich deren Herrschaftssitz, die später zum Schloß ausgebaute Burg Seefeld befand. Als am Beginn des 17. Jh.s Hans Wilhelm von Schönkirchen jene Teile der Herrschaft, die Lehen der Mgf.en von Brandenburg (Markt Seefeld samt Schloss), an die Lehensherren abtreten mußte, verlor er damit auch seinen Herrschaftsmittelpunkt. Er erwarb deshalb in Kadolz zwei Bauernhäuser, an deren Stelle er einen Sitz errichten ließ, der bereits 1618 als K. bekannt war. 1629 kaufte Gf. Johann Wilhelm von → Hardegg die Herrschaft Kadolz, während Seefeld zunächst noch im Besitz der Mgf.en von Brandenburg verblieb und erst 1662 unter seinem Neffen und Besitznachfolger Julius III. wieder in einer Hand vereint werden konnte.