Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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HARDEGG

C. Dobra

I.

Die Burgruine D. (KG Wetzlas MG Pölla VB Zwettl, Niederösterreich) liegt 3 km südlich von Franzen, bzw. ca. 1200 m südsüdwestlich des Schlosses Wetzlas auf einem nach S zum ehem. Tal des Kamp vorspringenden Geländesporn, der nach dem Aufstauen des Flusses als Halbinsel im Stausee D. liegt. 1192 wird D. (slawisch »gut« mit der Ergänzung »Bach«) erstmals als namengebender Sitz eines Ministerialengeschlechts gen.

Herrschaft und Schloß D., inzwischen landesfsl. Lehen, erstand Gf. Heinrich II. von Sebastian von Windischgrätz am 24.5.1564, veräußerte es aber nur wenige Jahre später (vor dem 3. März 1567) an seinen Bruder Ulrich II. Ulrich, der hier fast 30 Jahre lang residierte, verkaufte D. vor dem 15. April 1594 an Erasmus Praun zu Pielachhaag, ksl. Rat und Obersten zu Komorn, um einen bescheideneren Wohnsitz auf dem Freihof zu → Gneixendorf zu nehmen.

Die ausgedehnten, anfangs unbebauten Beringfronten der bedeutenden Burganlage erhielten ab dem späten MA, folglich im 16. und 17. Jh., eine umfassende, mehrgeschossige und randständige Bebauung mit Schloßcharakter. Die kleine Vorburg mit Torturm und Zugbrükkentor auf einer Terrasse im S der Hochburg geht in der heutigen Form auf das 16. Jh. zurück.