Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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HABSBURG-LAUFENBURG

C. Neu-Rapperswil

I.

Die Burg N.-R., gelegen auf einem in den Zürichsee hineinragenden Felssporn vor der Stadt R., diente den Gf.en von → Laufenburg nach 1296 und bis in die 1340er Jahre als bevorzugte Res. Die in der ersten Hälfte des 13. Jh.s erbaute Burg ist erstmals 1258 als castrum erwähnt, 1284 wird sie erstmals novum castrum, in Abgrenzung zur Rapperswiler Stammburg bei Altdorf (Kt. Schwyz), gen.

II.

Die Stadt R. entstand aus Siedlungsstrukturen, die sich bis ins späte 10. Jh. zurückverfolgen lassen. Die Ersterwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1229. Bereits unter den Gf.en von R. hatte eine allmähliche Emanzipation der Stadt von ihren Stadtherrn eingesetzt, die unter den → Laufenburgern weiter voranschritt. Als Wohnsitz zahlr. Ministerialen, die auch Teil der städtischen Führungsschicht waren (etwa die Familien von Rambach und vom Turm), behielt die Stadt ein gutes Verhältnis zu den Gf.en. Das seit den 1270er Jahren belegte Amt des Ammann oder Schultheißen wurde um 1320 von einem ministerialischen Vogt abgelöst, der wahrscheinlich auf der Burg N.-R. seinen Sitz hatte.

III.

Die heute sichtbare Anlage der N.-R. mit der ungewöhnlichen Form eines gleichschenkligen Dreiecks mit drei Ecktürmen und inneliegendem rechteckigen Palas entstand erst nach dem Verkauf der Herrschaft durch die Laufenburger an die Hzg.e von Österreich 1354. Die ursprgl., in der ersten Hälfte des 13. Jh.s erbaute Burg, in der auch die Laufenburger ihre Res. nahmen, bestand wohl nur aus einem oder mehreren einfachen Türmen, die sich möglicherw. nicht in bes. Maße von den turmartigen Kernbauten der R.er Altstadt unterschieden.

Geschichte des Schlosses Rapperswil, red. von Alois Stadler, Rapperswil 1993.