HABSBURG-LAUFENBURG
I.
Res. der Gf.en in L. war die gleichnamige linksrheinisch gelegene Burg, die sich südlich der Altstadt erhob. Gegenüber dieser »oberen Burg« befand sich rechtsrheinisch eine beim Stadtteil Klein-L. gelegene, deutlich kleinere »untere Burg«, die heute vollständig abgegangen ist. Sie war bereits im 13. Jh. an die Ministerialenfamilie von Ofteringen verliehen, deren gleichnamige Stammburg bei Degernau im Wutachtal lag. Danach firmierte die »untere Burg« zu L. auch unter dem Namen »Ofteringer Burg«.
II.
Beide Burgen wurden um 1200 errichtet und dienten dem Schutz einer Brücke über den Rhein, deren Bau sich aufgrund einer Rheinverengung mit Stromschnellen, den Laufen, anbot und eine strategische Bedeutung besaß. Sie gehörten dem Stift Säckingen, über welches die Habsburger seit 1173 die Kastvogtei innehatten. Im Streit zwischen der Äbt. und dem Kastvogt Rudolf II. kam es 1207 zu einer schiedsgerichtlichen Einigung, die die Rechte des Stifts in L. schützte, die beiden hier erstmals erwähnten Burgen zu L. jedoch Rudolf zu Lehen gab. Damit gelangte er auch in die Verfügungsgewalt der an die Burgen gebundenen Rechte an der Siedlung L. und an den Dörfern der Umgebung, die in der Folge die Herrschaft L. ausmachten.
Der Ausbau des Orts an den Laufen zur Stadt begann bereits unter Rudolf II. von Habsburg im ersten Drittel des 13. Jh.s. In dieser Zeit oder bald danach erhielt L. eine Befestigung. Obwohl die Gf.en die grundherrlichen Rechte des Stifts Säckingen zunächst akzeptierten, hatten sie die übrigen Hoheitsrechte, Gerichts- und Steuerrechte bis Mitte des 13. Jh.s weitgehend okkupiert. Zur Stadtgemeinde pflegten sie ein gutes Verhältnis, zumal sich die Führungsschicht teilw. aus eigenen Ministerialen oder Vasallen zusammensetzte. Im Lauf des 14. Jh.s profitierte die Stadt zunehmend von der hohen Verschuldung der Gf.en; bes. von Rudolf IV. erhielt die Gmd. seit Mitte der 1350er Jahre gegen Übernahme der Schulden zahlr. Hoheitsrechte verpfändet. Erstmals 1363 ist auch die Existenz einer gfl.-laufenburgischen Münze in der Stadt belegt, die bereits einige Jahrzehnte zuvor bestanden haben wird und zu den an die Stadt gegebenen Pfandgütern gehörte.
III.
Die Burg L., gelegen auf einem Hügel südlich der Altstadt von L., entstand vermutlich Anfang des 13. Jh.s, ihre Ersterwähnung dat. auf 1207. Heute ist nur noch der fast quadratische, über 20 m hohe Bergfried erhalten, der einen Umfang von ca. 8,40 m im Quadrat und bis zu 3 m dicken Mauern besitzt. In Höhe von etwa 6 m befindet sich ein erstes Obergeschoß mit einer Innenfläche von 3,4 auf 3,1 m, das über einen (nachträglich vergrößerten) Hocheingang zugänglich ist. Eine etwa 6 m darüber in das Mauerwerk eingebaute Steintreppe wurde wohl erst im 17. Jh. als Zugang zu einem mit Kanonen bestückten Wehrboden angebracht. Aus dem Dreissigjährigen Krieg stammen auch die im oberen Teil eingebauten Kanonenscharten. An die Südseite des Bergfrieds schloß sich ursprgl. ein heute vollständig verschwundenes Gebäude, vermutlich der Palas, an. Über die Gestalt der Anlage liegen erst Informationen aus dem späten 15. Jh. vor. Nach Abbildungen um 1640/44 war der Bergfried früher durch mehrere, fast gleich hohe Gebäude weitgehend verdeckt. Es ist nicht bekannt welcher Art diese Gebäude waren und in welcher Zeit sie entstanden sind. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Anlage erhebliche Schäden, die nur teilw. ausgebessert wurden. Ende des 17. Jh.s wurde sie als milit. nahezu wertlos bezeichnet.
Literatur
Jehle, Fridolin: Geschichte der Stadt Laufenburg, Bd. 1: Die gemeinsame Stadt, bearb. von Heinz Fricker und Theo Nawrath, Laufenburg 1979. – Reicke, Daniel: »von starken und grossen flüejen«. Eine Untersuchung zu Megalith- und Buckelquader-Mauerwerk an Burgtürmen im Gebiet zwischen Alpen und Rhein, Basel 1995 (Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, 22). – Schib, Karl: Geschichte der Stadt Laufenburg, Aarau 1951.