Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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GUNDELFINGEN

C. Gundelfingen

II.

Die Geschichte der Gundelfinger Burg reicht möglicherw. in die Jahre um 1100 zurück. In der flachen Donauterrasse gelegen, bot sie als evtl., durch die Brenz gespeiste Wasserburg wohl nur unzureichend Schutz. Ulrich I. und sein gleichnamiger Sohn besaßen jedoch in der nahen Burg Hellenstein eine wehrhafte Anlage. Wahrscheinlich im frühen 13. Jh. gründeten die beiden die Stadt G., aus deren Burgsiedlung sich im Laufe der Zeit die Stadt, umgeben von einem Mauerring, entwickelte. Möglicherw. gaben auch schon die → Gundelfinger im Verbund mit den Staufern der Stadt den markanten rechteckigen, im W hufeisenförmig auslaufenden Grdr. (Länge: etwa 370 m, Breite: 220 m). Wohl waren die Pfarrkirche St. Martin und die Burg, die an der Brenz gelegen zu vermuten ist, die markanten Achsenpfeiler. Hierbei hatte die Stadt einen größeren Umfang als das nahe Dillingen a.d. Donau. Neben den anzunehmenden milit.-strategischen Gesichtspunkten scheinen bei der Stadtgründung auch wirtschaftliche Aspekte in der bedeutenden spätstaufischen Zentralregion an der Donau, die das Geschlecht v.a. mittels einer dichten Städtepolitik zu durchdringen und zu stabilisieren versuchte, eine gewisse Rolle gespielt zu haben.

Die Burg Derneck wurde um 1350 von Degenhard I. angelegt und ist damit die jüngste Burg auf der von Burgen dicht besetzten Münsinger Alb. Auf einer Höhe von 655 m liegt sie über dem Tal der Großen Lauter. 1546 kam Derneck an die Gf.en von → Helfenstein, später dann an das Haus → Fürstenberg. Die etwa 720 m hochgelegene Burg Hohengundelfingen, nördlich von Derneck, auf einem steilen Plateau wurde wohl um 1200 errichtet, dann um 1300 an die Habsburger verkauft. Die Buckelquader haben ein Einzelgewicht von bis zu 2000 kg. 15 m oberhalb der Vor- befindet sich die Kernburg. Das Areal der auf einer Höhe von rund 650 m sich befindenden Burg Niedergundelfingen war möglicherw. der erste Sitz des Geschlechts, wobei die Argumente hierfür vornehmlich topographischer Natur sind. Wohl Swigger IX. ließ um die Mitte des 13. Jh.s die neue Burg an alter Wurzel errichten, die 1264 erstmals gen. wird. Der Burg Niedergundelfingen, umgeben von einer etwa rechteckigen Ringmauer, war eine Vorburg vorgelagert, von der wenige Jurakalkmauerreste sichtbar sind. Die Burg wurde bereits 1407 verkauft. Die Dichte der auf einer Linie, zudem nahen drei Burgen läßt den Versuch der herrschaftlichen Verdichtung vermuten. Auf die Burgen der Teillinien sei hier nur allgemein verwiesen.