Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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GÖRZ

C. Mitterburg

I.

Höhenburg auf einem Felsen oberhalb des Karstflüsschens Pazinčica, erstmals gen. 983 als castrum Pisinum. Im 12. Jh. Zentrum einer Herrschaft der Gf.en von → Schwarzburg, von denen sie durch Heirat zusammen mit dem übrigen Inneristrien an Gf. Meinhard II. von → Görz kam. In der Folge saß hier der görzische Hauptmann für Istrien. Nach mehreren Teilungen des Besitzes der Albertinischen Linie der → Görzer erhielt 1342 Albert III. die Herrschaften in Inneristrien, in Krain, in der Windischen Mark und am Isonzo und machte M. (der Name wohl von ihrer Lage mitten in Istrien) zu seiner Res. 1374 fiel sie mit seinem übrigen Besitz durch Erbschaftsvertrag an die Habsburger. Heute ein Museum.

III.

Ursprgl. eine größere Anlage mit viereckigem Turm innerhalb einer größeren Umfassungsmauer, die auch die umliegenden Gebäude, darunter eine im 11. Jh. gen. Marienkapelle, einschloß. Im 13. und 14. Jh. wie auch in der folgenden Zeit mehrfach aus- und umgebaut, bes. nach dem Venezianerkrieg Kg. Maximilians 1508-1516, in dem M. schwer beschädigt wurde. Heutige Form im wesentlichen aus der Mitte des 16. Jh.s unter Verwendung der älteren Bauteile. Annähernd fünfeckiger Grdr. mit Räumen auf allen Seiten um einen Hof mit Zisterne und einem kanonentauglichen halbrunden Turm an der Nordseite.

Alberi, Dario: Istria. Storia, arte, cultura, Trieste 1997, S. 844-867. – Franceschi, Camillo de: Storia documentata della contea di Pisino, Venezia 1964.