GÖRZ
I.
Höhenburg in Kärnten, Bez. Hermagor, im Gitschtal nordwestlich von Hermagor. Als Burg erstmals gen. 1368, aber schon 1288 ein Otto de Gruenberch; seit 1384 durch Kauf in → Görzer Besitz. 1390 vermutlich nach einem Brand neu aufgebaut und 1443 als veste, 1445 als turen und 1460 als gesloss bezeichnet. 1395 wurde das bis dahin in Hermagor angesiedelte Landgericht dorthin verlegt. Nach dem Anfall an die Habsburger wurden Burg und Herrschaft meist verpfändet. 1688 (auf einem Stich von Valvasor) war die Burg bereits verfallen. Wg. der nur spärlich erhaltenen und kaum untersuchten Reste (in einen Bauernhof umgebaute untere Geschoße eines Bergfrieds und Teile der Umfassungsmauern) läßt sich zum ehem. Baubestand kaum etwas sagen.
Katharina, die zweite Frau Gf. Heinrichs IV. von → Görz (1394-1454), erhielt Burg und Herrschaft zu ihrer Verfügung, seit sie aufgrund schwerer Zerwürfnisse mit ihrem Mann seit 1443 von diesem getrennt lebte. Für die Versorgung ihres Hofstaats reichte die Herrschaft G. aber offenbar nicht, denn sie erhielt zusätzlich von Lienz aus beträchtliche Mengen an Lebensmitteln. Wie die anderen → Görzer Besitzungen östlich der Lienzer Klause fiel G. im Frieden von Pusarnitz 1460 an Ks. Friedrich III., der es Katharina auf ihre Lebenszeit überließ.
Literatur
Jaksch, August von/Wutte, Martin/Richter, Eduard: Kärnten, Krain, Görz und Istrien, Wien 1914 (Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, I, 4). – Kohla, Franz Xaver/Metnitz, Gustaf Adolf von/Moro, Gotbert: Kärntner Burgenkunde, Klagenfurt 1973, Tl. 1, S. 98 ff., Tl. 2, S. 54 f. – Weingartner, Josef: Die letzten Grafen von Görz, in: Lienzer Buch. Beiträge zur Heimatkunde von Lienz und Umgebung (Festschrift zur 700-Jahr-Feier der Stadt Lienz), Innsbruck 1952 (Schlern-Schriften, 98), S. 111-135.