AUFENSTEIN
I.
Die Herren von A. (Auffenstein, Ownstein, Ouwenstein) waren ursprünglich Ministeriale der Grafen von Tirol und wurden als solche 1173 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ein Heinrich von A. wird als Teilnehmer am Hoftag in Innsbruck erwähnt, als Otto von Andechs 1234 Innsbruck zur Stadt erhob. Ihr Wappen war mit einem Uhu (Auf) geschmückt, woraus sich der Name des Geschlechts erklärt. Die gleichnamige Stammburg befand sich in der Nähe von Matrei und beherrschte in dieser Lage die Zufahrt zum Brennerpaß.
II.
In der kurzen Geschichte der Herren von A. erreichte die Familie den Höhepunkt ihre Macht mit der Ernennung Konrads III. zum Kärntener Landeshauptmann. Sie hatte damit eine besondere Position erreicht, die auch zur Sagenbildung über den erworbenen Reichtum führte.
III.
Konrad I., ein Dienstmann des Gf.en Meinhard II. von → Görz-Tirol, begründete den Aufstieg des Geschlechts. Nach dem Sturz der Karlsberger infolge eines Aufstandes des Kärntener Adels gegen Hzg. Meinhard 1293 fielen Rang und Güter Konrad von A. zu, der nunmehr (1304) Landeshauptmann Kärntens wurde und damit die Machtbasis der Familie entscheidend erweitern konnte. Er verlegte seine Res. auf die Kärntener Burg Karlsberg. Die Tiroler Stammburg überließ er seinem Bruder Heinrich II. Nach dem Tode seines Bruders erbte er ebenfalls den in Tirol gelegenen Besitz der Familie, der allerdings später durch Margarete von Tirol, der Tochter Hzg. Heinrichs, eingezogen wurde. Zuvor aber stiftete Konrad 1323 ein Klarissinnenkl. in St. Veit an der Glan, das er als Grablege für die Familie vorsah.
IV.
Im Jahre 1335 wurde die Besetzung Kärntens durch die Habsburger nach dem Tod Hzg. Heinrichs von Kärnten von den A.ern unterstützt. Margarethe Maultasch, die Tochter Heinrichs, beauftragte in der Folge den Bgf.en von Tirol, Volkmar von Burgstall, die Burg → A. in Tirol einzunehmen. Dies gelang jedoch erst nach einer längeren Belagerung, bei der die Burg schwer beschädigt wurde. Später schwand die Machtbasis dann auch in Kärnten. Nach dem Aufstand gegen die Hzg.e Albrecht III. und Leopold III. büßten die A.er 1368 die zuvor gewonnene Machtstellung wieder ein. Konrad starb auf der Burg Nieder-Strechau noch im gleichen Jahr, sein Sohn Friedrich kam erst nach 28 Jahren aus der Gefangenschaft frei.
Das Geschlecht der A.er endete mit dem Aufstand Friedrichs III. von A. 1395/96 und dessen Niederschlagung durch den Anführer eines rivalisierenden Kärtnener Geschlechts, Landeshauptmann Konrad von Kreig.
Literatur
Kreuzer, Anton: Friedrich von Aufenstein (gest. 1368), in: Ders.: Kärntner: biographische Skizzen, Bd. 7: 14.-20. Jahrhundert, Klagenfurt 1999. – Krones, Franz: Art. »Aufenstein, Konrad von«, in: ADB I, 1875, S. 654. – Pettenegg, Eduard Gaston Frhr. von: Die Herren von Aufenstein. Ein Beiträge zur österreichischen Geschichte im 14. Jahrhunderte, in: Jahrbuch der heraldischen Gesellschaft Adler in Wien 2 (1875) S. 1-56. –Weiss, Alois: Kärnthens Adel bis zum Jahre 1300, Wien 1869, S. 47-49.