WARIN C.3.
I.
Der im Gebiet des Stiftes Schwerin gelegene Ort W. südwestl. von → Bützow wird in gefälschten Papsturk.n 1178-97 gen. (MUB I, 1863, Nr. 124, 141, 149, 162). W. gehört zu dem 1171 von Pribislaw von → Mecklenburg den Bf.en übereigneten Besitz (MUB I, 1863, Nr. 100, 134). - D, Mecklenburg-Vorpommern, Kr. Nordwestmecklenburg.
II.
Seit 1229 diente W. als zeitw. Aufenthaltsort der Bf.e von Schwerin. Als Kirchdorf ist W. seit 1233 belegt. Die unter dem Schutz der bfl. Burg entstehende städt. Siedlung besaß um 1306 einen Rat (MUB V, 1869, Nr. 7250). Eine Verleihung des Stadtrechtes ist jedoch nicht nachweisbar. W. wurde unter Bf. Friedrich von Maltzan (1315-22) an die Adelsfamilie von Bülow verpfändet (vgl. u. a. MUB V, 1869, Nr. 3863, 4419) und konnte erst unter Bf. Friedrich von Bülow 1366-75 nach Einschaltung der Kurie zurückerworben werden. Mit der Säkularisation 1532-40 verlor W. seineFunktion als Res. der Bf.e von Schwerin.
1705 wurden in der hauptsächlich bäuerlich geprägten kleinen Stadt Tuchmacher angesiedelt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich holzverarbeitendes Gewerbe.
III.
Die am Nordufer des Glammsees, südl. der Stadt W. gelegene bfl. Burg, die unter Bf. Hermann von Schladen begonnen und 1284 als im Bau befindl. erwähnt wurde, bauten die Bf.e Gottfried von Bülow (1292-1314), Ludolf von Bülow (1331-39), Heinrich von Bülow (1339-47) und Friedrich von Bülow (1366-75) aus. Unter Bf. Nikolaus I. Böddeker (1444-57) wurde die Anlage erneut erweitert. An der Südseite der unregelmäßigen vierflügligen Anlage um einen Hof befand sich das zweigeschossige Hauptgebäude mit dem Hofsaal und der Kapelle. Die Wohnräume des Bf.s lagen in einem ander Rückseite des Hauptgebäudes errichteten Turm. Die Seitenflügel nahmen Wirtschaftsgebäude auf. Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges verlor die Burg ihre Funktion als Verteidigungsbau. Die Anlage wurde ab 1839 nach einer umfassenden Baudokumentation abgebrochen.
Quellen
MUB.
Literatur
Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 12, 1996, S. 131f. - Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin, bearb. von Friedrich Schlie, Bd. 3: Die Amtsgerichtsbezirke Hagenow, Wittenburg, Boizenburg, Lübtheen, Dömitz, Grabow, Ludwigslust, Neustadt, Crivitz, Brüel, Warin, Neubukow, Kröpelin und Doberan, Schwerin 1899, S. 433ff. - Lisch, Friedrich: Die Burg der Bischöfe von Schwerin zu Warin, in: Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde 3(1838) S. 166 und 4 (1839) S. 87ff. - Lorenz, Adolf Friedrich: Die Wariner Bischofsburg, in: Mecklenburgische Monatshefte 9 (1933) S. 320f. - Das Stiftsland der Schweriner Bischöfe um Bützow und Warin, hg. von Josef TRÄGER, Leipzig 1984.