Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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PILTEN C.3. (Piltene)

I.

Vor 1309 Vense, Venesis, Venetis, 1335/38 Pylthena, 1448 Pilta, 1457 Pylthene. - Bischofsburg und Stadt in Westkurland am Unterlauf der Windau. - Seit dem 14. Jh. Res. der Bf.e von Kurland. - LV, Landbez. Talsu Rajons.

II.

Der Kleingau Venesis unterwarf sich 1230 im Ersten Kurenvertrag den dt. Eroberern. Nach einem Aufstand wurde das Gebiet 1242-47 vom → Deutschen Orden erneut unterworfen, dem bei der Teilung des Stifts Kurland 1253 das Gebiet am linken Ufer der Windau zufiel. Um 1300 begannen die Bf.e an ihrem Flußufer mit der Anlage einer Burg und verlegten ihren Sitz von Hasenpoth dorthin. Die Burg ist erstmals 1309 urkundl. belegt und blieb bis zur Säkularisierung des Stifts 1559 die Hauptres. der kurländ. Bf.e. Genauere Untersuchungen zum Itinerar und zu mögl.Nebenres.en der Bf.e stehen aber noch aus.

1329 wird bei der Burganlage ein Hakelwerk erwähnt, das sich im 14. Jh. zu einer größeren Siedlung entwickelte und im 15. Jh. das Rigische Stadtrecht erhielt (1570 bestätigt).

III.

Durch die Veränderung des Flußlaufs der Windau liegt die zunächst am linken Ufer begründete Burg heute ca. 2 km vom Fluß entfernt auf der rechten Uferseite. Die im MA wohl nie zerstörte Anlage wurde 1583 bei der poln. Besetzung des Stifts Kurland von der Besatzung teilw. gesprengt, weitere Teile wurden 1659 verwüstet. Heute sind von der Burg nur noch drei Türme an der Ost-, West- und Südseite erhalten.

Quellen

Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch I,1-12, 1853-1910, II,1-3, 1900-14.

Baltisches historisches Ortslexikon, 2, 1990, S. 468-470. - Burgenlexikon für Alt-Livland, 1, 1922, S. 63, 92f. - Tuulse 1942, S. 208-210.