CALBE C.3.
I.
Calva (1159); Calve (I305); Kalve (1363); Calbe (1485) - Burg und Stadt - Erzstift Magdeburg; Ebf. von Magdeburg - Niederungsburg an der Saale; Nebenres. - D., Sachsen-Anhalt, Kr. Schönebeck.
II.
Burg und Ort C., gelegen im Nordthüringgau unmittelbar westl. der Saale etwa eine Tagesreise südl. von → Magdeburg, gehören zu den ältesten magdeburg. Besitzungen. Bereits 965 schenkte Kg. Otto I. dem Moritzkl. u.a seinen Hof in C. 961 als Burgwardmittelpunkt erwähnt, war der Ort später Sitz eines der Archidiakonate der Erzdiöz.
Die Bedeutung C.s, das bis in die erste Hälfte des 13. Jh.s mehrfach als Aufenthaltsort der Ebf.e belegt ist, scheint in der Folgezeit stark gesunken zu sein, bis unter Dietrich Portitz (1361-67) ein Wiederaufbau erfolgte. Seit Ende des 14. Jh.s kam es jedoch zu mehrfachen Verpfändungen, die erst in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s enden. Seit dieser Zeit diente das Schloß, bedingt durch seine Lage in der Mitte des Erzstiftes, häufig als Reisestation der Ebf. auf dem Weg zwischen → Magdeburg und → Giebichenstein und wurde unter Friedrich von Beichlingen (1448-64) erneuert.Daneben fungierte es als Zuflucht in Krisenzeiten, etwa für Albrecht von Brandenburg (1513-45) in der Zeit des Bauernkrieges. Gleichzeitig war es mehrfach Tagungsort landständ. Versammlungen.
Eine Siedlung neben der Burg ist bereits 936 bezeugt Die Entwicklung zur Stadt erfolgte im 12. Jh.; 1168 werden die Bewohner C.s als forenses bezeichnet. In den Auseinandersetzungen des 15. Jh.s stand C. mehrfach an der Seite dieser beiden Städte gegen den Landesherren, gelangte aber nicht zu größerer eigenständiger Bedeutung.
III.
Das nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissene Sch1oß befand sich am nordöstl. Rand der Stadt an der Saale. Nach Ausweis der Abbildungen des 17. Jh.s handelte es sich um einen quadrat. um einen Innenhof gelagerten Gebäudekomplex. Über dem Erdgeschoß befanden sich zwei Obergeschosse, darüber zwei Dachgeschosse mit Zwerchhäusern. In der nordöstl. Ecke des Gebäudes lag die Schloßkapelle.