BÜTZOW C.3.
I.
Die Entstehung B.s geht auf eine unmittelbar am B.er See gelegene slaw. Burg als Zentrum der terra[e] Butissow (1171) (MUB, I, 1863, 100) zurück. Südöstl. davon entstand die dt. Siedlung, die 1229 belegt ist. 1236 erfolgte die Stadtrechtverleihung, offensichtl. bereits mit Schweriner Recht. 1239 verlegte der Bf. von Schwerin seinen Sitz von → Schwerin hierher in das Zentrum des Stiftslandes. - Die unregelmäßig angelegte Altstadt besitzt eine durchgehende Hauptstraße in O-W-Richtung. - D,Mecklenburg-Vorpommern, Kr. Güstrow.
II.
B. ist seit 1239 Res. der Bf.e von Schwerin, die jedoch weiterhin auch in → Schwerin einen Sitz unterhielten. Bereits zuvor hatte der Bf. im benachbarten Rühn ein Benediktinerkl. eingerichtet. 1248 stiftete Bf. Wilhelm an der B.er (Haupt-) Pfarrkirche ein Kollegiatstift, dessen Dekan seit 1310 auch Archidiakon für → Rostock war. 1252 wurde die Stadt durch den Bf. befestigt. Eine Burg wurde errichtet. 1286 erhielt die Altstadt eine Stadtmauer. 1269 wird das Georgshospital, um 1286 die Marienkapelle erwähnt. Die im W der Stadt gelegeneBurg wurde 1320 durch den Bf. verpfändet. Ihre Auslösung war erst 1366 durch Friedrich von Bülow unter Mithilfe der Kurie möglich. Die Durchsetzung der Reformation begann unter der Herrschaft des Bf.s Magnus III. von Mecklenburg, der 1516, zunächst noch unmündig, vom Domkapitel gewählt wurde, und war 1540 abgeschlossen. Zw. 1535 und 1550 erfolgte der schrittw. Übergang zum evangel. Gottesdienst.
III.
Stiftshaus: Von der bfl. Burg, die im 16. Jh. durch die Administratoren des Stiftes zu einem Schloß ausgebaut wurde, sind heute das weitgehend umgestaltete Hauptgebäude und das sog. Krumme Haus erhalten. Der unregelmäßige Bau erstreckte sich um einen nahezu kreisförmigen Hof. Die Burg entstand im 13. Jh. unter Bf. Hermann I. von Schladen (1263-91). Seine Nachfolger, insbes. Bf. Nikolaus I. Böddeker (1444-57), erweiterten die Anlage. Kurz nach der Übernahme der Regierung im Bm. Schwerin 1550 begann Ulrich von Mecklenburg, das Stiftshaus baul. zu verändern.1555 sind Ausbauten unter der Verwendung von Terrakottaziegeln belegt. Ein Inventar, entstanden um 1600, belegt eine baul. differenzierte Schloßanlage, deren Charakter durch die Umgestaltungen unter der Regierung Ulrichs von Mecklenburg als Administrator bestimmt war.
Quellen
LHA Schwerin, 2.12-1/26 Hofstaatsachen (Acta aulica), Fürstliche Häuser und Schlösser, Bützow. - MUB.
Literatur
Adamiak 1975, S. 257f., Abb. Nr. 32, Textabb. S. 15. - Dehio, Kunstdenkmäler, Mecklenburg-Vorpommern, 2000, S. 86-90. - Festschrift 700-Jahrfeier der Stadt Bützow 6.-16. Juni 1929, unter Mitw. von Hans W. Barnewitz u. a., Bützow 1929. - Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 12, 1996, S. 11ff. - Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin, bearb. von Friedrich Schlie, Bd. 4: Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan,Bützow, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau, Schwerin 1901, hier S. 71ff. - Stiftsland der Schweriner Bischöfe, 1983.