DIEPHOLZ
I.
Der 1177 unter den ministerialischen Zeugen gen. Rutscher de Thifholt wird der erste nachweisbare Dienstmann der Edelherren gewesen sein, und es ist bezeichnend, daß er ähnlich wie die Truchsessen der Gf.en zu → Hoya den Namen der Hauptburg seiner Herren trägt. Wie vergleichbare kleine Dynasten dürften die Herren von → D. nur das Hofamt des Truchsessen vergeben haben; daraus wurde der Drost, im 16. Jh. immer wieder mit der Regentschaft betraut. Schon 1219 treten die Edelherren mit einem ritterlichen Gefolge sowie zwei Priestern als Urkundenzeugen auf (UB Kl. Neuenwalde, Nr. 1). Für Kanzlei und Hofkapelle standen ihnen die Geistlichen des Stifts Mariendrebber (siehe unten) und der D.er Burgkapelle zur Verfügung, an der sie 1356 noch einen Hl.-Kreuz-Altar mit eigenen Vikaren stifteten. (Dieph. UB, Nr. 56-58). Die »Landschaft«, also die landständische Vertretung der Gft., setzte sich aus den Pröpsten von Mariendreber und Burlage, aus den Vertretern der Bürger, in der Regel repräsentiert durch den Bürgermeister von D. und den Adel zusammen. Deutlicher in Erscheinung trat sie nach ersten Spuren im 15. Jh. erst in den zwanziger Jahren des 16. Jh.s (Hucker, D., S. 17). Das Wappen ist auf Siegeln früh bezeugt, die Farben überliefert der Herold Gelre für den Gr[e]v[en] van Diefholt: von gold und blau geteilt, oben ein nach rechts schreitender roter Löwe, unten ein silberner Adler (ed. Adam-Even, Nr. 174 und Taf. IV). Die frühen D.er hatten ihre Grablege wohl in dem 1219 von ihnen gegr. Kl. Midlum, dann in Altenwalde (UB Kl. Neuenwalde, Nr. 7). Das greflich diepholtzer Erbbegräbniß befand sich später in der Stiftskirche zu Mariendrebber. Dieses Kollegiatstift, wo die Besetzung der Pfründen den Edelherren zustand, ist nicht erst 1281 von den Edelherren gegr. worden, sondern bestand damals bereits (Dieph. UB, Nr. 3; Hukker, D., S. 13).