ISENBERG-LIMBURG
I.
Mit Unterstützung seines Onkels, Hzg. Heinrich IV. von L. Maas, zugl. Gf. von Berg, erbaute Dietrich I. von → Isenberg nach der Zerstörung der → Isenburg die im N des westlichen Sauerlandes gelegene L. Eine anläßlich der Belehnung im Juli 1242 ausgestellte Urk. enthält allerdings keine Angaben darüber, wo genau diese Burg lag und welche Baugestalt sie besaß (quod allodium castri dicti Lymburg supra Lenam). Möglicherw. ist die im Mai 1243 als novum castrum limburgensis bezeichnete Anlage mit dem Vorgängerbau der heutigen als Hohenl. bezeichneten Anlage identisch, die als einzige, weitestgehend in ihrer ursprgl. Bauweise erhaltene Höhenburg Westfalens gilt. Die Anlage war v.a. im 16. und 17. Jh. Verwaltungsmittelpunkt der Gft. L., u. a. diente sie auch als Witwensitz. Erst unter Gf. Moritz Kasimir I. von Bentheim-Tecklenburg (geb. 1701, gest. 1768) wurde wieder eine dauerhafte Hofhaltung auf der L. eingerichtet.
II.
Aufgrund der naturräumlichen Voraussetzungen entwickelte sich in der Gft. L. frühzeitig die Eisen- und Metallverarbeitung als Hauptgewerbe. Seit dem 17. Jh. stand hier bes. die Drahtzieherei im Vordergrund. Die an Lenne und Ruhr gelegenen fruchtbaren Flußterrassen waren Voraussetzungen für die Landwirtschaft.
Res.ort war der am Fuße des Burgberges gelegene Hauptort L. (ab 1879: Hohenl.).
Erst mit dem Aufschwung des Drahtgewerbes in der Region, der auch die Gft. L. erfaßte, und mit der Einrichtung einer festen gfl. Hofhaltung auf der Burg ab 1610 läßt sich die spätere Stadt L. überhaupt als eine Siedlung bezeichnen.
III.
Eine Überprüfung der ma. Bauphasen erweist sich ohne eine entspr. Quellenüberlieferung als schwierig. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, daß die Ringmauer der oberen Burg und der Vorburg (unterer Zwinger), einige Gebäude sowie der runde Bergfried in das 13. Jh. und damit in die Gründungsphase der L. datieren. Wahrscheinlich wurden zu dieser Zeit auch das untere Torhaus sowie der 1636 zerstörte Halbturm und das ursprgl. Zugangstor in der Vorburg errichtet. Das sich an Bergfrieds anschließende zweigeschossige Torgebäude wurde vermutlich als Kapelle genutzt.
Ausgrabungen im frühen 20. Jh. förderten in der benachbart liegenden Wallanlage »Sieben Gräben«, die möglicherw. bereits in das frühe 13. Jh. dat., Fundamentreste einer steinernen Ringmauer und Reste eines quadratischen Turmes hervor. Ob bzw. in welcher Beziehung beide Anlagen zueinander standen kann nur eine systematische archäologische Untersuchung klären.
Unter den Gf.en von → Neuenahr gab es im 16. Jh. verschiedene Um- und Ausbauten der L., die unter den Gf.en von → Bentheim nach 1610 fortges. wurden. Größere Baumaßnahmen, z. B. Saalbauten und die Anlage eines barocken Höhengartens, lassen sich jedoch erst in der Regierungszeit Moritz Kasimirs I. feststellen.
Literatur
Aders, Günter/Hulshoff, Adam Lambert/Theuerkauf, Gerhard: Burgen und Sitze, in: Die Grafen van Limburg Stirum, hg. von Günther Aders und Adam Lambert Hulshoff, Tl. II, Bd. 4, Assen u. a. 1968, S. 256-269. – Lorenz, Herbert: Archäologen zu Gast auf Burgen der Grafen von Isenberg und von der Mark. Skript zu den Exkursionen im Rahmen des Essener Archäologischen Sommers 1993, Essen 1993. – Nordmar, Erich: Schloß Hohenlimburg. Die Baugeschichte einer westfälischen Höhenburg, Hagen 1960 (Hagener Beiträge zur Geschichte und Landeskunde, 14). – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Grafschaft Limburg. Katalog der Ausstellung der Dresdner Bank AG Filiale Hagen-Hohenlimburg 1980, bearb. von Harm Klueting, o.O. o. J. [Hagen 1980].