Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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IJSSELSTEIN

A. IJsselstein

I.

IJ. bedeutet »steinernes Gebäude an der IJssel«. Der Name taucht erst 1279 auf, als sich Gijsbrecht, Sohn Arnolds von Amstel, der seinerseits ein jüngerer Bruder Gijsbrechts IV. von Amstel war, nach IJ. benannte und für fünf Jahre das tägliche Gericht zu IJ., Meerlo und Over IJssel (jetzt IJsselveld) mitsamt Zins und Zehnten, zusammen mit den Zehnten zu Opburen (jetzt Oudeland), Eiteren und dem Meerndeich und der Fischerei in der IJssel in diesem Gebiet vom Kapitel von Sankt Marien zu Utrecht in Pacht nahm.

Der Ort gehörte zur Pfarrei Eiteren, die bis weit in das 11. Jh. Besitz der Abtei Werden an der Ruhr war. Ab etwa 1070 wurden die Werdener Besitzungen allmählich dem Bf. von Utrecht übertragen, der sie teilw. seinem neu gegr. Kapitel von Sankt Marien in der Stadt Utrecht überließ.

Stammsitz des Geschlechtes von Amstel war vermutlich ein anderer Besitz der Abtei Werden, und zwar Werinon, heute Nederhorst den Berg im Flußgebiet von Vecht, Amstel und Angstel, wo eine Pfarrkirche von Liudger gebaut wurde, dem Missionar (742/43-809), der die Abtei Werden gründete und der erste Bf. von Münster wurde. Als Werinon dem Bf. von Utrecht übertragen worden war, funktionierten die von Amstel als Utrechter Ministerialen und Meier und Schultheißen vom Amstelland, als erster Wolfert von Amstel, um 1075 bis etwa 1126-1131, dem sein Sohn Egbert folgte. Vermutlich hatten sie schon Dienstgüter und Rechte, viell. sogar Allodialgüter innerhalb der Werdener Güter, aus denen sie nicht mehr vom Bf. vertrieben werden konnten.

Weil dieser ehem. Werdener Besitz um Werinon ebenfalls vom Utrechter Bf. größtenteils dem Kapitel von Sankt Marien anvertraut worden war, mußten 1156 die Grenzen zwischen den Gütern und Befugnissen von Sankt Marien und Egbert von Amstel festgestellt werden, und, weil das Kapitel offensichtlich nicht ungestört in seinen Rechten gehandhabt werden konnte, nochmal 1235 zwischen Sankt Marien und Gijsbrecht III. von Amstel.

Im 17. Jh. gab es die Auffassung (bei Simon van Leeuwen), daß Gijsbrecht II., der Vater Gijsbrechts III., um 1210 verh. gewesen sein sollte mit Bertrade, Erbtochter Herrn Johanns von IJ. Schon Van Spaen, De Heeren van Amstel (1809), hat diese Meinung zurückgewiesen als nicht belegt. Herren von IJ. hat es damals noch nicht gegeben.

II.

Die Herren von IJ. als Nebenlinie der Herren von Amstel waren bfl. Utrechter Ministerialen und viell. im Ursprung Ministerialen der Abtei Werden. Die von Amstel stiegen ins Rittertum auf (z. B. Giselbertus [II.] miles de Amestelle, 1224; OSU II Nr. 730) und Gijsbrecht III. heiratete um 1230 eine Edelfrau [Aleidis], Tochter Herrn Alberts von Kuijk. Weil im Bm. Utrecht, wie in allen Reichsbm.ern, bei Heirat die »ärgere Hand« galt, blieben seine Nachfahren, darunter auch Arnold von Amstel I., bfl. Utrechter Ministerialen. In der angrenzenden Gft. Holland wurden in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s die ritterlichen Ministerialen (die »Welgeborenen«) jedoch allmählich als Edelleute betrachtet, im Gegensatz zu den bäuerlichen Ministerialen (den »Huysluyden«). Weil die von Amstel eben im Holländisch-Utrechter Grenzgebiet tätig waren, gebührte diese Standeserhöhung in Holland auch ihnen. So galten Gijsbrecht IV. von Amstel und dessen Bruder Arnold von Amstel I. mit seinem Sohn Gijsbrecht von IJ. in der Gft. Holland (nicht im Stift Utrecht) als Edelleute.

Die Besitzverhältnisse in und um IJ. waren kompliziert, weil es mehrere Berechtigte gab. Die Burg IJ., erbaut von Arnold von Amstel oder dessen Sohn Gijsbrecht, der sich 1279 als erster nach IJ. benannte, war viell. schon von Anfang an holländisches Lehen, obwohl eine derartige holländische Enklave innerhalb des Utrechter Stiftes kaum zu erklären ist. Wahrscheinlicher ist die holländische Lehnshoheit über die Burg erst 1285 entstanden, als Gijsbrecht IV. von Amstel und Arnold von Amstel I. im Rahmen einer Sühne ihre Allodia dem Gf.en von Holland als Lehen auftrugen.

In der oben gen. Akte vom Jahre 1279 erklärt Gijsbrecht von IJ. nämlich auch, daß seine Vorfahren Herren gewesen seien zu Benschop, (Noord-)Polsbroek und tot IJselsteyne, dat daertoe behoert. So erhielt er unbekannten Datums von seinem Onkel Herrn Gijsbrecht IV. von Amstel Gerichtsbarkeit, Zehnt, Patronatsrecht und 32 Morgen Land in Benschop, Gerichtsbarkeit und Zehnt in Noord-Polsbroek und die halbe Gerichtsbarkeit in Opburen als Lehen. Es wurde nicht ausdrücklich bestimmt, ob Gijsbrecht IV. von Amstel diese Güter seinerseits als Stift Utrechter Lehnsgüter hielt oder in einem anderen Besitzverhältnis. Es ließe sich an Allod denken, obwohl Allodialeigentum eines Ministerialen selten war, oder an die Beziehungen eines Lokatoren in einer »Cope«-Urbarmachung (siehe unter C.).

Diese Güter wurden jedenfalls nach der Ermordung des Gf.en Florens V. von Holland durch Gijsbrecht IV. von Amstel und seine Gefährten bei der Jagd 1296 durch Holland konfisziert. Nachdem 1298 die Burg IJ. für Holland erobert worden war, übergab der damalige Gf. Johann II. von Holland 1300 diese Güter zusammen mit der Burg seinem Bruder Guy von Avesnes, der seinerseits als Bf. von Utrecht 1314 Herrn Gijsbrecht von IJ. damit (das heißt mit der Gerichtsbarkeit von Benschop, Noord-Polsbroek und der Hälfte von Opburen) belehnte. Die Burg IJ. mit verschiedenen umliegenden Grundstücken war schon 1309 vom Gf.en Wilhelm III. von Holland dem Herrn Gijsbrecht von IJ. als Lehen verliehen worden. Nach dem Tode Bf. Guys 1317 übertrug Johann von Amstel, Gijsbrechts IV. Sohn, seine Ansprüche auf die gesamten Güter auf seinen Verwandten Gijsbrecht und dessen Sohn Arnold von IJ., die 1318 vom Gf.en Wilhelm III. von Holland damit belehnt wurden.

Arnold von Amstel, der Vater Gijsbrechts, hatte 1277 die hohe und niedere Gerichtsbarkeit von Eiteren an beiden Seiten der IJssel mit Zins, Fähre und Fischerei von Walter uten Goye mit Erlaubnis von dessen Lehnsherrn Johann von Kuijk gekauft, der selber Lehnsmann des Stiftes Utrecht war, der Bf. von Utrecht war seinerseits Lehnsmann des Reiches. Bei der Erneuerung dieser Akte am 7. Nov. 1319, als Otto Herr von Kuijk als Lehnsherr seinen Lehnsmann Gijsbrecht von I. belehnte, wurde dieses Gericht beschrieben als sich erstreckend von Opburen bis Snodelhoek auf der einen Seite der IJssel und von 't Gein bis Fellenoord auf der anderen Seite, mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit in der IJssel, mit Gruben und Pfahlen, Fischerei und Inseln und allem Aufkommen.

Die 1279 vom Kapitel von Sankt Marien auf Zeit gepachteten Rechte gehörten ursprgl. offensichtlich nicht dazu. Sie wurden 1285 für 16 Jahre verlängert und 1304 wiederum verliehen, und später viell. stillschweigend als Teil der IJ.er Rechte angesehen.

Am 28. Jan. 1326 verkaufte der Herr von Kuijk alle seine vom Utrechter Stift erhaltenen Lehnsgüter an Gf. Wilhelm III. von Holland, der denn auch am 25. April 1327 Herrn Gijsbrecht von IJ. mit der hohen und niederen Gerichtsbarkeit von Eiteren, wie oben beschrieben, belehnte. So waren letzten Endes die verschiedenen Lehnsgüter der Herren von IJ. mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit insgesamt holländisches Lehen geworden. Wir haben es noch immer mit dems. Gijsbrecht von 1279 zu tun, der sehr alt geworden ist, er starb 1343. Er war mit der Edelfrau Berta von Heukelom aus dem Geschlecht von Arkel vermählt.

Ihrer beider Sohn Arnold wurde nach dem Tod seines Vaters Baron von IJ. gen., z. B. 1351 Juni 9 in einem Utrechter vidimus einer Urk. von 1346: nobilis vir, baro Traiectensis diocesis (Archief Nassauschen Domeinraad II, Inventaris, S. 7 Nr. 18) und 1356 März 27 in einer holländischen Zeugenliste presentibus Domino de Ysselsteyne, de Breederode & de Egmonde baronibus (Groot Charterboek, ed. Van Mieris, II S. 866). Dieser Herr von IJ. hatte lediglich Töchter; die älteste, Guyote, verh. sich schon 1330 mit Herrn Johann von → Egmond und brachte die Baronie IJ. nach dem Tod ihres Vaters 1363 an dieses Geschlecht. Die Baronie IJ., das heißt die Stadt IJ. mit den Schultheissenämtern IJ., Benscop und Noord-Polsbroek, galt damals als freie hohe Herrlichkeit, die kaum unter dem Einfluß des Gf.en von Holland stand und auch selten Steuern bezahlte. Die Stadt IJ. wurde Freiplatz oder Asylstadt für Flüchtlinge, zusammen mit Culemborg, Vianen, Buren und Leerdam. Der Hof von Holland hatte hier keine Befugnisse. Die Baronie wurde 1556 durch Kg. Philipp II. von Spanien, Landesherr der Niederlande, als souveräne Herrlichkeit anerkannt.

III.

Von der Burg IJ. ist heute nur noch der repräsentative Treppenturm erhalten, der um 1528 vermutlich von dem Architekten Rombout II. Keldermans gebaut wurde. Die weiteren Burganlagen wurden 1888 niedergerissen, nachdem sie 1887 ausführlich aufgemessen und photographiert worden waren. Sie war damals schon sehr zerfallen, weil das Schloß seit langem nicht oder nur teilw. bewohnt war. Was damals abgebaut wurde, war nicht das ursprgl. Schloß, das vermutlich ab 1279 erbaut wurde und 1297 stark genug war, um eine Belagerung von etwa einem Jahr auszuhalten. Der Grund war, dass nach der Ermordung des Gf.en Florenz V. von Holland 1296 durch Gijsbrecht von Amstel, Onkel Gijsbrechts von IJ., und seine Komplizen, die Gf.en von Holland die Öffnung der Burg IJ. gegen Utrecht gefordert hatten. Gijsbrecht von IJ. jedoch, Marschall des Stiftes Utrecht, weigerte sich, seine Burg gegen seinen Lehnsherrn, dem Bf. von Utrecht, zu öffnen, dessen Ministeriale er doch war. Deshalb wurde Gijsbrecht gefangen und seine Burg belagert, die dann etwa ein Jahr lang von seiner Ehefrau Berta von Heukelom mit einer kleinen Besatzung verteidigt wurde. Letztlich mußte Berta die Burg jedoch preisgeben, wobei die Hälfte der Mannschaft, durch das Los bestimmt, getötet wurde und die andere Hälfte freigelassen wurde. Die Burg wurde Herrn Wolfert von Borsselen übertragen, dem Berater des Gf.en von Holland, doch nicht für lange, denn schon i.J. 1300 wurde sie von dem neuen Gf.en von Holland Johann II. seinem Bruder Guy von Avesnes verliehen, dem Bf. von Utrecht (1301-1317), auf dessen Bitte Herr Gijsbrecht von IJ. mit seinem Sohn Arnold 1309 vom Gf.en von Holland (inzwischen Wilhelm III.) mit der Burg belehnt wurden.

Diese Burg wurde damals nicht verwüstet, doch wie sie ausgesehen hat, ist nicht bekannt. Später, 1416 während der Wirren zwischen »Hoeken« und »Kabeljauwen«, wurde sie mit der Stadt IJ. vom Herrn Johann II. von → Egmond und IJ. und seinem Bruder Wilhelm von → Egmond, Enkelkinder der Guyote von IJ., dem Gf.en Wilhelm VI. von Holland abgetreten. Nach dessen Tode versuchte Wilhelm von → Egmond 1417 Stadt und Burg wieder zu erobern, doch scheiterte er. Die Burg und die Befestigungswerke der Stadt wurden vernichtet und ein Jahr später die Häuser der Stadt ebenfalls. Weil die Herren von → Egmond und IJ. auch anderswo Besitztümer hatten, hatten sie keine Eile mit der Wiederherstellung der Burg und residierten dort nicht. Erst nach etwa 1466-1470 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, der bis um 1540 andauerte und mit einer Vergrösserung der südöstlichen Galerie um 1600 ihren Abschluß fand. Sie wurde vom Stellvertreter der Herren bewohnt, ihrem Drost.

Es gibt Zeichnungen dieser neuen Burg aus südwestlicher Perspektive von einem Anonymus 1618 und aus südöstlicher von Roelant Roghman 1646/47. Aus dem 18. Jh. datieren zwei Zeichnungen von A. de Haan 1727, eine von Cornelis Pronk 1731 und eine von Jan de Beijer 1744, wo schon mehrere Bauteile fehlen oder durch Gewächse überdeckt sind. Auf einer Zeichnung von D.J.L. Strick van Linschoten 1816 der Burg mit Garten aus südlicher Blickrichtung, erscheint dieser Prozeß noch deutlicher. Aus der Zeit des Abrisses 1888 gibt es eine Baudokumentation mit mehreren Photos der ganz verfallenen Burg, von der nur noch der Treppenturm stand.

Das Wappen der Herren von IJ. ist eine Herleitung des Wappens derer von Amstel und zeigt ein Feld mit drei Horizontalbalken aus Gold, Schwarz und Gold und darüber ein doppelt karriertes Sankt Andreaskreuz von Rot und Silber. Das Wappen derer von Amstel zeigt das Sankt Andreaskreuz über einem Feld aus acht Horizontalstreifen in Gold und Schwarz. Die beiden Wappen sind vom Herold Gelre in seinem Wappenbuch um 1375 aufgezeichnet worden.

Das IJ.-Wappen ist auf einer Relief-Bildhauerei zu sehen, das sich auf dem Doppelmausoleum des Gijsbrecht von IJ. und seiner Ehefrau Berta von Heukelom sowie ihres Sohnes Arnold von IJ. mit seiner Ehefrau Maria von Avesnes, des Bf.s Guy von Utrecht Bastardtochter, befindet. Das Doppelmausoleum, kurz nach 1363 von Arnolds Tochter Guyote erbaut, ist immer noch in der alten, heute reformierten Nikolaikirche zu IJ. zu sehen.

Dort ist ebenfalls das Grabmal der Aleid von Culemborg zu bewundern, der 1471 gest. Ehefrau des Friedrich von → Egmond und IJ. Die liegende Gestalt mit Engeln soll jedoch viel später angefertigt worden sein, im Renaissancestil um 1540.

Ein merkwürdiger Fund wurde i.J. 2000 bei Ausgrabungen in der Stadt 's-Hertogenbosch gemacht, als aus einer Senkgrube bei einem Stadtpalast ein Trichterbecher mit Deckel aus Siegburger Keramik zum Vorschein kam, auf dem inmitten von Blüten- und Blattranken das Allianzwappen des Herrn Floris von → Egmond, Buren und IJ. und der Margaretha von Zevenbergen/Glymes zu sehen ist. Vermutlich hat dieser Pokal als Hochzeitsgeschenk für dieses Ehepaar gedient, das am 12. Okt. 1500 heiratete. Als Herzschild auf dem Wappen des Herrn Floris von → Egmond figuriert das Wappen von IJ.

IV.

Arnold von Amstel / IJ., der vermutliche Bauherr der Burg IJ. (geb. ca. 1230, gest. 1291), war möglicherweise mit einer Johanna aus unbekanntem Geschlecht verh. und hatte zwei Söhne: Gijsbrecht von IJ. (nachfolgend) und Arnold von Benschop. Der letzere starb 1304. Er hatte eine Tochter, Elisabeth, verh. mit Steven von Almelo, die 1310 auf ihr Erbteil in Benscop und Noord-Polsbroek verzichtete. Diese Linie wurde von G.J. ter Kuile jr. genauer beschrieben.

Gijsbrecht von IJ. (geb. ca 1260, gest. 1343) war der erste Herr von IJ. ab ca. 1279. Er war verh. mit Bertha von Heukelom, die im selben Jahr wie ihr Mann starb. Sie hatten sechs Kinder: Arnold I. (nachfolgend), Otto, Herberen, Johann, Wilhelm und Agnes. Johann und Wilhelm waren Kleriker bzw. Thesaurare von Sankt Marien in Utrecht und Domscholaster in Utrecht. Die anderen verh. sich, doch hatten ihre Nachkömmlinge nichts mehr mit dem Haus IJ. zu tun.

Arnold I. (geb. ca. 1285, gest. 1363), Herr von IJ. (1343-1363) verh. sich 1310 mit Maria von Avesnes, der Bastardtochter des Bf.s von Utrecht Guy von Avesnes (1301-1317). Sie starb 1346/47. Das Paar hatte nur Töchter: Guyote (nachfolgend), Catharina, Bertha und Beatrijs, die sich alle verh., doch abgesehen von Guyote keine Ansprüche auf IJ. hatten.

Guyote (geb. nach 1310, gest. 1377) Herrin von IJ. nach dem Tode ihres Vaters (1363-ca. 1375), verh. sich 1330 mit Johann von → Egmond (gest. 28. Dez. 1369), erster Herr von → Egmond und IJ. (1363-1369). Sie hatten sechs Söhne und sieben Töchter: Arnold II. (nachfolgend), Johann, Gerrit, Wilhelm, Otto, Albrecht und Bate, Catharina, Maria, Bertha und drei, deren Namen unbekannt sind. Es gab einen Kanoniker (Albrecht) und eine Kl.schwester (N.N.) unter ihnen; die anderen wurden verh., jedoch ohne Ansprüche auf IJ.

Arnold II. (geb. 1335, gest. 1409) Herr von → Egmond und IJ. (ca 1375-1409) verh. sich ca. 1370 mit Johanna von → Leiningen (gest. 1437). Sie hatten zwei Kinder: Johann II. und Wilhelm I. (folgen).

Johann II. »met de Bellen« (mit den Schellen) (geb. ca. 1380, gest. 1451) Herr von → Egmond und IJ. (1409-ca 1430) verh. sich 1409 mit Maria van Arkel (gest. 1415) und überließ IJ. ca 1430 seinem Bruder Wilhelm I. (folgt). Johann und Maria hatten zwei Söhne: Arnold Hzg. von Geldern (1423-1465 und 1471-1473) und Wilhelm II., Herr von → Egmond und IJ. (folgte Wilhelm I.).

Wilhelm I. von → Egmond (geb. ca 1390, gest. 31. Dez. 1451) Herr von IJ. (ca 1430-1451) verh. sich 1442 mit Anna von Bossu (gest. na 1469), doch hatte er keine eheliche Kinder.

Wilhelm II. von → Egmond (geb. 26. Jan. 1412, gest. 19. Jan. 1483) Herr von → Egmond und IJ. (1451-1469), verh. sich am 22. Jan. 1437 mit Walburga von → Moers, Herrin von Baar (gest. 3. Mai 1459). Sie hatten drei Söhne und vier Töchter, von denen der älteste Johann Herr und seit 1486 Gf. von → Egmond war und der zweite, Friedrich, IJ. erbte.

Friedrich von → Egmond, gen. »Schele Gijs« (schielender Gijsbrecht) (geb. ca. 1440, gest. 8. Dez. 1521), Herr von IJ. (1469-1521) und seit 1472 Herr, ab dem 24. Juni 1498 Gf. von Buren und Leerdam, verh. sich ca. 1465 mit Aleid von Culemborg (gest. 20. Juli 1471) und nach ihrem Tode mit Walburga von → Manderscheid. Er hatte mit Aleid von Culemborg einen Sohn Floris.

Floris von → Egmond, gen. »Fleurken Dunbier« (geb. 1469, gest. 14. Okt. 1539), Gf. von Buren und Leerdam, Herr von IJ. (1521-1539), verh. sich am 12. Okt. 1500 mit Margaretha von Zevenbergen/Glymes. Sie hatten einen Sohn Maximilian (nachfolgend) und zwei Töchter Anna und Walburga.

Maximilian von → Egmond (geb. nach 1500, gest. 1548), Gf. von Buren und Leerdam, Herr von IJ. (1539-1548), verh. sich ca. 1530 mit Françoise de Lannoy und hatte lediglich eine eheliche Tochter Anna.

Anna von → Egmond (geb. 1533, gest. 24. März 1558), Gf.in von Buren und Leerdam, Herrin von IJ. (1548-1558), verh. sich am 8. Juli 1551 mit Wilhelm von → Nassau, Prinz von Oranien und hatte mit ihm drei Kinder: Philip Wilhelm (nachfolgend), Maria (jung gest.) und nochmals Maria.

Philipp Wilhelm von Oranien (geb. 19. Dez. 1554, gest. 20. Febr. 1618) war u. a. Gf. von Buren und Leerdam und Herr von IJ. (1558-1618). Er verh. sich am 23. Nov. 1606 mit Eleonora de Bourbon-Condé, doch blieb er kinderlos. Seine Schwester Maria von Nassau, verh. mit Philipp von Hohenlohe, wurde 1585 von den Generalstaaten der Niederländischen Republik mit der Verwaltung der Güter ihres Bruders beauftragt und benutzte die Burg IJ. hin und wieder als ihre Res.

Die Baronie IJ. blieb seitdem in Besitz der Familie von Oranien-Nassau und kam zunächst an Philipp Wilhelms Halbbrüder Moritz (1618-1625) und Friedrich Heinrich (1625-1647), dann an den Sohn Friedrich Heinrichs, Wilhelm II. (1647-1650) und dessen Sohn Wilhelm III. (1650-1702). Nach dessen kinderlosem Tode war die Erbschaft umstritten und wurde 1711 dem Stadthalter Wilhelm IV. aus der friesischen Linie von → Nassau zugewiesen. Er schenkte IJ. 1734 seiner Mutter Marie Louise, nach derem Tode 1765 ihr Enkelsohn Statthalter Wilhelm V., Herr von IJ. wurde (1765-1795).

Im Jahre 1795 wurden die → Nassauer Domänen einschließlich IJ. nationalisiert; doch sind die Kg.e und Kg.innen der Niederlande aus dem Hause Oranien-Nassau seit 1814 bis heute wiederum Titular-Herren und Herrinnen von IJ. Die Burg war ab 1814 bis zum Abbruch 1888 Privatbesitz der Familie Strick van Linschoten.

Quellen

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