HOYA UND BRUCHHAUSEN
I.
Die älteste gfl. Res. war die gegen 1190 errichtete Burg H. Infolge einer vorübergehenden Teilung der Gft. kurz nach 1290 und der endgültigen Aufspaltung in eine Nieder- und Obergft. 1345 kam Nienburg als zweite Res. hinzu. Ab ca. 1238 betrieben die Gf.en in beiden Orten Münzschmieden, seit Ende des 14. Jh.s auch in Bassum bzw. Freudenberg (Giesen, Münzen, S. 24 f. und 39 f.). Die Münzprägungen enden im ersten Viertel des 14. Jh.s (Ausnahme: die Nachprägung eines Witten Anfang des 16. Jh.s). Gf. Johann V. der Streitbare (1427-gest. 1466) baute die Nienburger St. Martinskirche großzügig zu einer Grablege aus. H. verlor den Charakter als Residenzschloß und -stadt mit dem Tod des letzten Gf.en der Niedergft. 1503, Nienburg mit dem Übergang an die Welfen 1582.
II.
Schloß und Flecken (oppidum) Drakenburg, die an der Weser im westlichster Zipfel der Gft. Wölpe 1302 von den Hzg.en von Braunschweig-Lüneburg hinzuerworben werden konnten, dienten den Brüdern Gerhard II. und Otto nur in den ersten Jahren als Aufenthalt und verloren dann endgültig ihren Res.charakter, den sie unter den Gf.en von Wölpe besessen hatten (Hucker, Drakenburg, S. 110 ff. und 130).
III.
Das gfl. Schloß Stolzenau an der Weser wurde 1525 Res. des mit diesem Amt abgefundenen Gf.en Erich IV. (1547), der seine Grablege im benachbarten Kl. Schinna fand (Hukker, H., S. 91 f.). Von ihm erbte Johann von H. (geb. 1529-gest. 1574), seit 1553 Bf. von Münster, Schloß und Amt und hielt sich hier zuweilen auf (ebd., S. 99). 1568 nahm Gf. Otto VIII. seine residentz undt haushaltung in St., ehe er 1575 in der Regierung nachfolgte und nach Nienburg übersiedelte. Es gelang nicht, das Schloß für Ottos Wwe. Agnes von → Bentheim als Wwe.nsitz zu reservieren (ebd., S. 112, 120).