HORN
I.
Van Horn, van Horne, van Hoorne, de Hornes. Der Name der Familie leitet sich ab von dem Dorf H. in der Nähe von Roermond (NL, Provinz Limburg). In der ndl. Literatur, insbes. der über Philips de Montmorency Gf.en von Horn, der 1568 auf dem Markt in Brüssel enthauptet wurde, wird oft zu Unrecht der Eindruck erweckt, der Name habe etwas mit der Stadt Hoorn (NL, Provinz Noord-Holland) zu tun. Die richtige, wenn auch selten benutzte Schreibweise lautet: Gf.en von Horn.
Die Familie van H. erscheint im 12. Jh. im Gebiet des heutigen ndl. Mittel-Limburgs und in dem angrenzenden belgischen Limburger Gebiet. Der erste bekannte Vorfahre des Geschlechts van H. ist Engelbertus van Hurne, der als Zeuge in einer Urk. des Jahres 1102 erscheint, die sich auf ein Landgut zwischen Heel und Thorn (ndl. Limburg) bezieht. Es ist nicht hinreichend ersichtlich, ob Herman van H., Propst der St. Gereonskirche in Köln, und Hendrik van H., Abt von St. Pantaleon in Köln, in der Mitte des 12. Jh.s, auch zur Familie gehörten. Die Abtei St. Pantaleon besaß Rechte im Dorf Wessem, das im 13. Jh. eine Herrschaft der Familie van H. war. Die ersten eindeutig nachweisbaren Mitglieder der Familie van H. waren Herren von H. Insbes. in der ersten Hälfte des 13. Jh.s nahm dank mehrerer Erbschaften, die die Gebrüder Willem und Engelbert van H. seitens ihres Onkels Dirk III. van Altena erhalten hatten, die Bedeutung der Familie zu. Sie erhielten Rechte im Land von Altena (Zuid-Holland) und ererbten von den Familien van Altena, von der Marck und van Asselt Rechte in den Herrschaften Weert, Niederweert und Wessem, zusammen ein Gebiet, das an das Land von H. grenzt.
Im 17. Jh. erarbeitete der Antwerpener Genealoge Christopher Butkens (1599-1650) im Auftrag Ambrosius', Gf. von H. und Herr von Boxtel, eine Stammtafel, mit der er zu zeigen versuchte, daß die Herren von H. Abkömmlinge der Gf.en von → Looz (in belgisch Limburg) gewesen waren. Butkens Meinung nach hatte Emmo, Gf. von → Looz, i.J. 1060 sein Testament gemacht, in dem er seine Besitzungen seinen drei Söhnen vermachte. Gerard erhielt die Gft. → Looz, Arnold die Gft. Stein und Theoderic die Gft. H. Dieses beruhte jedoch auf verfälschten Urk.n. Butkens bezeichnete Theoderic oder Dirk van H. als Oberjägermeister des Ks.s. 1081 soll er im Kl. Keizerbosch (Neer, Limburg, im ndl. Midden-Limburg). Diese Behauptungen beruhen auf phantasievollen Angaben in verfälschten Urk.n. Es gab im 11. Jh. noch keine Gft. H., ebenso wie es keinen Gf.en Theoderic gab, und das Kl. Keizerbosch wurde erst im 12. Jh. gegr. Dennoch sind Butkens Behauptungen übernommen worden von Goethals, der sie in seinem Standardwerk über die Geschichte der Familie van H. wiedergab, von wo aus sie in viele Veröffentlichungen Eingang gefunden haben, wo oft behauptet wird, verschiedene Mitglieder der Familie van H. seien erbliche Oberjägermeister der Ks. gewesen. Die Stammtafel, die Butkens 1603 vorlegte, wird heute im Archiv der Fs.en zu → Bentheim und → Steinfurt bewahrt, die vom Gf.en von H., Herrn von Boxtel abstammen.
II.
Der ursprgl. Besitz der Herren von H. bestand aus Herrschaften im Land H., nämlich H. selbst, Geistingen (Belgien), Heel, Nunhem, Buggenum, Haelen, Roggel und Hanssum. Zu diesen Herrschaften gehörten zahlr. weitere Dörfer wie Wessem, Ophoven, Heijthuijsen und Neer. Willem I. van H. wurde 1243 Lehnsmann des Gf.en von → Looz für diese Herrschaften. Er besaß dort die Patronatsrechte über die Kirchen von Haelen, Roggel, Helden und Buggenum. Die Herrschaften Weert, Neder-Weert und Wessem waren zu dieser Zeit höchstwahrscheinlich noch allodialer Besitz. Wahrscheinlich sind die Allodialgüter zusammen mit der Vogtei über Thorn gegen Ende des 13. Jh.s in ein Lehnsverhältnis zum Gf.en (ab 1339 Hzg.) von Geldern überführt worden. 1286 erscheint Willem II. van H. das erste Mal in einer Zeugenliste anläßlich der Heirat Reinouds II. van Gelre/Rainald II. von Geldern (1255-1326) mit Margaretha van Flanderen/Margarethe von Flandern (gest. 1331). Willem I. van H. war Lehnsmann des Gf.en von Kleve für das Land Altena. Vom Hzg. von Brabant hielt Willem II. van H. die Herrschaft Blaarthem (Eindhoven, Noord-Brabant, NL) als Lehen in Händen. Weiter gehörte ihm Allodialgut in Brabant, u. a. die Herrschaft(en?) Heeze, Leende und Zesgehuchten. Dieses Gebiet war nicht weit entfernt von Weert und Neder-Weert. 1285 übergab er die Patronatsrechte über die Kirchen in Heeze und Leende an das Kl. Keizerbosch, das von der Familie van H. gegr. worden war. Zwei Söhne Willems II. van H. wurden Pröpste von Oudmunster zu Utrecht und vom Domkapitel zu Utrecht.
Im 14. Jh. wurden die Besitzungen größer, u. a. durch Güter in Loon op Zand, Tilburg und Dongen (Noord-Brabant, NL) sowie durch Burg und Herrschaft Gaasbeek bei Brüssel. Um dieses wichtige Land als Lehnsmann des Hzg.s von Brabant erhalten zu können mußte Gerard van H. (1301-1330) die Allodialherrschaften Heeze, Leende und Zesgehuchten dem Brabanter Hzg. als Lehen auftragen. Gerard van H. hatte sieben Kinder. Sein ältester Sohn Dirk wurde Herr von Perwez (ndl. Perwijs, Waals-Brabant, Belgien), Oud-Herlaar (Sint-Michielsgestel, Noord-Brabant, NL) und Kranenburg. Er war Ahnherr des Zweiges van H.-Perwez. Der Ort Oud-Herlaar war ein Lehen des Fs.bf.s von Lüttich.
In der zweiten Hälfte des 14. Jh.s heiratete Willem IV. van H. zuerst Oda van Putten, mit der er sieben Kinder hatte, und dann Elisabeth von Kleve, Tochter von Dirk Luf von Kleve, »Gf.« von Hülchrath. Sie war die Wwe. Gottfrieds, Herrn von Bergheim, einem Bruder Gf. Wilhelms von Jülich. Zu den Kindern Willems VI. van H. gehörten Dirk Loef van H., Herr von Bancigny (Thiérache, Dep. Aisne, Frankreich), Ahnherr des Zweigs Gaasbeck-Bancigny, und Arnold van H., der Bf. von Utrecht (1371-1378) und von Lüttich (1379-1389) wurde. Der Bf. wurde beigesetzt in der Kl.kirche zu Keizerbosch. Seine Schwester Elsbeen war mit Hendrik, Herrn von Diest (Belgien) verh. Das Ansehen der Familie van H. hatte dank der Beziehungen zu den Gf.en von Kleve und Jülich in dieser Generation zugenommen. Willems ältester Sohn aus der ersten Ehe, Gerard II. van H., erhielt H., Altena, Weert, Gaasbeek, die Herrschaften Heeze, Leende und Zesgehuchten, Herstal (Lüttich, Belgien), Bancigny und Montcornet (Frankreich). Weil Gerard II. in jungen Jahren bei der Schlacht von Stavoren 1345 fiel gingen seine Besitzungen über in die Hände seiner Halbbrüder. Einer von ihnen, Willem V. van H., erbte das Land H., das Land Weert und 1351 das Land Altena. Dessen Bruder Dirk Loef van H. wurde Herr von Heeze. Leende und Zesgehuchten. Von diesem Mann stammt der Zweig Gaasbeek-Houtkercke der Familie van H. ab.
Den Titel Gf. erhielt die Familienzweig Weert erst im Laufe des 15. Jh.s. Jacob I. van H. (1433-1470), ältester Sohn Willems VII. van H. und von Jeanne de Montigny, wurde um 1420 geb. Als Vogt agierte für ihn Friedrich, Gf. von → Moers. Jacob war Herr von Altena, Wert, Kortessem (Belgien) und Montigny. Jacob wurde mit Johanna von → Moers.verh., einer Tochter Friedrichs, Gf.en von → Moers.und → Saarwerden, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, und dessen Frau Beatrix von der Marck. Seine Schwäger waren Vinzenz, Gf. von → Moers.und → Saarwerden, der mit Anna, Tochter des Hzg.s von Bayern verh. war, und Willem van → Egmond, der Walburga von → Moers geehelicht hatte. Jacobs Heirat fand 1448 statt. 1450, kurz nach einer Pilgerfahrt ins Hl. Land, verlieh ihm, Jakob I., Kg. Friedrich III. am 25. Dez. den Titel eines Gf.en von H. Jacob I. war Rat und Kammerherr Hzg. Philipps von Burgund. Nach dem Tod Johanna von → Moers 1461 beschloß Jakob, sich aus dem weltlichen Leben zurückzuziehen und trat um 1470 in der Minderbrüderkl. Weert op de Biest ein, daß er und seine Frau gegr. hatten. Sein Sohn Johan war von 1484 bis 1505 Fs.bf. von Lüttich. Sein ältester Sohn Jacob II. folgte ihm bereits 1469 als Herr von Altena nach. Er war als erstes mit Johanna van Gruythuysen aus Brügge verh., danach mit Philippotte von Württemberg, Tochter des Gf.en von Mömpelgard/Montbéliard. Über die zweite Eheschließung erhielt er zahlr. Kontakte zu gfl. Familien des Rheinlands. Aufgrund finanzieller Probleme mußte Jacob die Herrschaften → Weert, Neder-Weert und Wessen an seinen Onkel Vinzenz von → Moers verpfänden, aber Johan van H., der Fs.bf. von Lüttich, vermochte 1498 das Land zurückzubekommen. Gf. Jacob III., Sohn Jakobs II., hatte die Herrschaft über H., Altena und Weert von 1501 bis 1531 inne. Trotz dreier Ehen blieb er kinderlos. Sein einziger Bruder Johan van H. war seit 1504 Propst des Kapitels von St. Lambertus in Lüttich. Mit Zustimmung der Kurie in Rom durfte er den geistlichen Stand aufgeben und wurde mit der Gft. H. und anderen Herrschaften belehnt. Er heiratete Anna van → Egmond, einer Tochter von Floris van → Egmond, Gf.en von Buren. Sie war die Wwe. des Joseph de Montmorency. Johan van H. und Anna van → Egmond bekamen keine Kinder. Mit ihnen starb die Linie H.-Weert aus. Philippe de Montmorency, Sohn von Anna van → Egmond und ihrem ersten Mann Joseph de Montmorency, erbte 1540 den Titel des Gf.en von H. Er war zusammen mit Lamoraal van → Egmond und Fs. Willem van Oranje einer der wichtigsten Aufständischen gegen Philipp II. von Spanien. 1568 wurde er auf dem Großen Markt in Brüssel enthauptet. Die Besitzungen des Gf.en von H. kamen in die Hände seiner überlebenden Frau Walburgis von → Neuenahr, Tochter Wilhelms von → Neuenahr, Gf.en von → Moers. Sie flüchtete nach der Hinrichtung ihres Mannes nach Köln. Ihre Erbschaft wurden von Mitgliedern der anderen Linien van H.-Bancigny und van H.-Gaasbeek bestritten. Der Titel des Gf.en von H. verschwand nach dem Tod Johan van H.s 1540 aus der Familie Van H. Der Zweig H.-Bancigny, der in Boxtel (Noord-Brabant, NL) seine Res. hatte, führte den Titel der Gf.en von Bancigny.
III.
Das Wappen der Herren von H. wird wie folgt beschrieben: auf gold drei nach rechts gerichtete rote Hörner. Es handelt sich dabei um Kuhhörner, nicht um Jagdhorne, wie man früher meinte. Das H. verweist auf den Ortsnamen H. Das Wappen erscheint bereits auf Siegeln aus der Mitte des 13. Jh.s. Das farbige Allianzwappen von Gf. Jakob III. van H. und Margarethe de Croÿ und ein weiteres von Jakob III. und dessen späterer Frau Claudia van Savoyen wird in den Gewölbemalereien der Sint-Martinus-Kirche in → Weert und in der Kirche von Heijthuijsen wiedergegeben.
Die älteste Burg der Familie van H. besteht noch heute. Es handelt sich um eine runde Burg, die in der ersten Hälfte des 13. Jh.s erbaut wurde. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1243.
Die erste Burg zu → Weert wurde angelegt auf dem Biest, gelegen vor dem Ort (seit 1414 mit Marktrecht), wovon sich der heutige Flurname Aldenborgh ableitet. 1461 gründete Gf. Jakob I. van H. an Stelle der Burg ein Minderbruderkl. Kurz zuvor hatte er auf dem Biest direkt neben dem Stadttor eine neue Burg errichten lassen. Die Burg wurde 1702 im Span. Erbfolgekrieg durch eine Beschießung zerstört. Auf der Ruine befindet sich heute ein im 19. Jh. errichtet Landhaus, daneben sind noch einzelne Türme und ein Tor der alten Burg erhalten geblieben. Die Burg ist von einem Graben umgeben.
In der Herrschaft Heeze-Leende und Zesgehuchten verfügten die Herrn von H. über eine Burg im Weiler Emmerik. Die geläufige Bezeichnung lautete Haus von Emmerik. Heute existiert nur noch ein aus dem 17. Jh. stammender Teil der Burg Heeze, hinter dem Innenhof gelegen, der vom Architekten Pieter Post entworfen worden war.
Andere Burgen, die sich im Besitz der Familie befanden, waren die von Gaasbeek und Braine-le-Château bei Brüssel sowie die Burg Stapelen bei Boxtel. All diese Burgen existieren noch heute. Die Burg Loevestein in Geldern wurde von Dirk Loef van H. errichtet. Es handelt sich um einen der besterhaltenen Wehrbauten der Niederlande.
Ein Bild der Familie von Gf. Jacob I. van H. und Johanna von → Moers, das unter der Bezeichnung Memorientafel Johannas von → Moers bekannt ist, wurde um 1470 angefertigt. Das Gemälde, das sich im Berliner Ks. Friedrichmuseum befand, ist 1945 verlorengegangen. In der St. Jacobs-Abtei in Lüttich befinden sich sehr große Glasfenster mit den Wappen und Darstellungen Gf. Jakobs III., des letzten Herrn aus der Familie als Herrn von Weert, und Johanna van H.s.
IV.
Bis zum Beginn des 14. Jh.s waren die Herrn von H. vornehmlich im Gebiet zwischen H. und Altena aktiv. Die verwandten Familien kamen ebenfalls aus diesem Gebiet. Gerard van H. (1301-1330) heiratete Johanna van Leuven oder van Gaasbeek. Sie war verwandt mit den Hzg.en von Brabant. Nach ihrem Tod heiratete er Irmgard von Kleve, Tochter Gf. Dietrichs VII. von Kleve. Hierdurch erwarb er u. a. Kranenburg. 1310 erbte er Perwez durch Ada, Frau von Perwez, Wwe. Gerards van Marbais. Der älteste Sohn Dik erbte Perwez von seinem Vater und wurde Ahnherr des später in männlicher Linie ausgestorbenen Zweiges H.-Perwez.
Willem IV. van H. (1330-1343) suchte seine zweite Frau dgl. im Klevischen Er heiratete Elisabeth von Kleve. Er war verwandt mit den Gf.en von Kleve, den Herren von Arkel, von Abcoude und von Diest. Sein Sohn aus seiner zweiten Ehe, Willem V. van H., heiratete Machteld, Tochter Jan van Arkels und Irmgards von Kleve. Ihr Onkel war Jan van Arkel, Bf. von Utrecht. In dem bekannten Streit zwischen Hoeken und Kabeljauwen stand Willem V. auf der Seite der Kabeljauwen und damit von Gf. Wilhelm V. von Holland. Nach Willems V. van H. Tod heiratete seine überlebende Frau Machteld Balduin, Herrn von → Steinfurt. Sein Bruder Dirk Loef van H. erhielt einige Zeit später die Verfügungsgewalt über H., Altena, → Weert und andere Gebiete. Seine Nachfahren bildeten den Zweig H.-Gaasbeek. Sie besaßen neben Gaasbeek auch die Herrschaften Heeze, Leende und Zesgehuchten. Dieser Zweig der Familie H. hielt sich im 15. und 16. Jh. in erster Linie im Brüsseler Umland auf, wo sie wichtige Funktionen im Auftrag der Hzg.e von Burgund ausübten.
Willem VI. van H. war mehr auf den O ausgerichtet. Er heiratete Johanna von Heinsberg, eine Tochter Gottfrieds von Heinsberg und Philippas von Jülich, die wiederum eine Schwester Hzg. Wilhelms von Jülich war. Wg. eines zu engen Verwandtschaftsverhältnisses war hierfür die päpstliche Zustimmung nötig.
Sein Sohn Willem VII. van H. suchte seine Frau in der Familie Dirk Loefs van H., also mehr in den frz. Adelsfamilien. 1421 erbte er von seinem Onkel großmütterlicherseits Ludolf von → Steinfurt noch einzelne Rechte in → Weert. Aufgrund von Finanzschwierigkeiten suchte er die Unterstützung von Gf. Friedrich von → Moers. Sein Sohn Jakob sollte die Tochter Friedrichs, Johanna, heiraten. Friedrich versprach eine beträchtliche Mitgift und wurde dafür zeitw. mit den Herrschaften Weert, Nederweert und Wessem belehnt. Der Einfluß der Gf.en von → Moers.wurde noch größer, nachdem die Heirat geschlossen wurde. 1450 wurde Jacob zum Gf.en von H. erhoben. Dieses verbesserte die Stellung seiner Kinder in der adligen Gesellschaft. Einer seiner Söhne wurde in jungen Jahren Kanoniker im Dom zu Köln, danach beim Lambertuskapitel in Lüttich. Er brachte es bis zum Bf. von Lüttich. Seine Tochter Johanna van H. heiratete Philipp, Gf. von Virnenburg und von → Neuenahr. Walburga van H. heiratete Gf. Kuno von → Manderscheid-Schleiden, Margaretha van H. heiratete Philips van H., Herrn von Gaasbeek. Nach seinem Tod heiratete sie Jean de Montmorency.
Auch bei den Kindern von Gf. Jakob II. van H. und seiner Frau Johanna van Gruythuysen ist der bes. Status der Familie zu erkennen. Ihre Tochter Johanna heiratete Eberhard von der Mark, Gf. von Aremberg, und ihr Sohn Johan wurde Propst vom Lambertuskapitel zu Lüttich. Gf. Jakob III. van H. heiratete Marguerite de Croÿ, eine Enkelin Vinzenz' von → Moers. Die Familie Van Croÿ hielt sich am Hof der Hzg.e von Burgund auf. Diese Heirat war zustande gekommen auf Veranlassung der Belehnung der Herrschaften Weert, Nederweert und Wessem. Anwesend waren bei dieser Hochzeit: Engelbert, Gf. von → Nassau, Frederik van → Egmond Gf. von Buren, Arnold van H. Herr von Gaasbeek und Charles de Croÿ Fs. von Chimay. Jakob III. van H. wurde Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Nach dem Tod Marguerite de Croÿs heiratete Jacob III. eine Bastardtochter Hzg. Philipps von Savoyen namens Claudia, die 1528 verstarb. Eine weitere Ehe ging Jacob mit Anna von Burgund-Beveren ein. All diese Eheschließungen standen in Beziehung zu Margarethe von Österreich, Tochter Maximilians I. von Österreich. Die letzte Ehe hatte nur ein Jahr Bestand. Er starb 1531, ohne Kinder zu hinterlassen. Sein Bruder Johan van H. mußte ihm deswegen nachfolgen und seinen geistlichen Stand aufgeben. Auch dessen Ehe mit Anna van → Egmond blieb kinderlos, wodurch der Familienzweig H.-Weert ausstarb.
Auch die Familien H.-Perwez, H.-Bancigny und H.-Gaasbeek sind in männlicher Linie ausgestorben. Der letzte Zweig, der bis ins 19. Jh. in Belgien wohnte, war eine illegitime Seitenlinie von H.-Gaasbeek, der Zweig H.-Geldrop.
Quellen
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Literatur
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