Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch ist online!

FWB-online-Startseite

Seit Aufnahme des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs in das Akademienproramm im Jahr 2013 arbeitete die Göttinger Arbeitsstelle außer an der Fortsetzung des gedruckten Wörterbuchs daran, das Werk auch kostenfrei online verfügbar zu machen. Ziel war es dabei nicht in erster Linie eine schnelle Online-Präsenz zu erreichen. Vielmehr sollte schon in der ersten Version der zentralen Forderung moderner Online-Lexikographie nach Zugang zu tief strukturierten lexikographischen Daten mittels elaborierter Suchmöglichkeiten entsprochen werden.

Dieses Ziel ist nun erreicht!

Am 1. März 2017 wurde die Online-Präsenz des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs für die Öffentlichkeit freigeschaltet. FWB-online kann unter fwb-online.de aufgerufen werden

Diskussionsrunde zum Thema "Dem Volk aufs Maul geschaut? - Die neue Lutherbibel"

Am 14.10. 2016 fand im Rahmen des SWR2 Forum eine Diskussionsrunde über die kurz vor ihrer Veröffentlichung stehende Neuedition der Luther-Bibel statt. Daran nahmen unter der Gesprächsleitung von Holger Gohla der Theologe Prof. Dr. Christopher Kähler (Vorsitzender des Lenkungsausschusses der Lutherbibel), die Literaturwissenschaftlerin Dr. Caroline Sauter (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) sowie die Arbeitsstellenleiterin des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs Prof. Dr. Anja Lobenstein-Reichmann teil.

Sie können die Diskussion unter folgendem Link nachverfolgen:

www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/swr2-forum-dem-volk-aufs-maul-geschaut/-/id=660214/did=18058068/nid=660214/13we1zo/index.html

 

 

Neuerscheinung im August 2016

Unter Beteiligung der Göttinger Forschungsstelle "Frühneuhochdeutsches Wörterbuch" entstand der von der Forschungsstellenleiterin Prof. Dr. Anja Lobenstein-Reichmann in Zusammenarbeit mit dem Erlanger Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Peter O. Müller herausgegebene Sammelband »Historische Lexikographie zwischen Tradition und Innovation«, der - neben anderen - auch drei Beiträge von Mitarbeitern des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs enthält.

Deutscher Sprachpreis 2013 für Prof. Oskar Reichmann

„Frühneuhochdeutsches Wörterbuch unschätzbarer Beitrag zum kulturellen Gedächtnis“

Der Leiter des Forschungsprojektes „Frühneuhochdeutsches Wörterbuch“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Prof. Dr. Oskar Reichmann, ist von der Henning-Kaufmann-Stiftung mit dem Deutschen Sprachpreis 2013 ausgezeichnet worden. Die Stiftung würdigt den emeritierten Ordinarius für Germanistische Sprachwissenschaft der Universität Heidelberg, für seine herausragenden Verdienste um die deutsche Sprach- und Kulturgeschichte. Mit dem von ihm konzipierten, teils von ihm selbst, teils von Kollegen nach seinen Vorgaben bearbeiteten „Frühneuhochdeutschen Wörterbuch“ habe Reichmann einen unschätzbaren Beitrag zum kulturellen Gedächtnis der Deutschen geleistet.

Die anerkannt hohe wissenschaftliche Qualität des Wörterbuches und seine Funktion als Grundlagenwerk für alle geisteswissenschaftlichen Disziplinen fanden ihre Anerkennung in der Aufnahme des Projektes in das Akademienprogramm, wo es seit Anfang des Jahres von der Göttinger Akademie betreut wird.

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Neuerscheinung (im August 2013)

Anja Lobenstein-Reichmann

Sprachliche Ausgrenzung im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Es sind sprachliche Zuschreibungen, die aus einem Brandfleck eine Brandmarkung machen, aus einem Leberfleck ein Hexenmal und aus einer Person mit einem gelben Hut einen stigmatisierten Juden, dem man dann sofort ansieht, dass er als typischer Vertreter einer Gruppe mit bestimmten Eigenschaften ausgestattet ist. Kurzum: Das symbolische Zeichensystem Sprache schafft die grundlegende Inhalts- und Bewertungssozialisation, ohne die weder Indices und Ikone noch andere nonverbale Symbole verstanden oder kommunikativ eingesetzt werden können. Die Sprache ermöglicht die Gesamtvernetzung aller verbalen und nonverbalen Zeichensysteme, deren gegenseitige Identifizierbarkeit, vor allem die positive wie negative Bewertung. Zusammen mit anderen Zeichentypen schafft sie nicht nur Normen, sondern legt auch fest was oder wer dieser Norm wie entspricht. Die vorliegende Arbeit zeigt auf welche Weise sprachliche Zeichensetzungshandlungen im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit dazu genutzt wurden, andere Menschen oder Menschengruppen zu beleidigen, zu stigmatisieren und auszugrenzen.

Anja Lobenstein-Reichmann; Göttingen, Heidelberg, Prag

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Vortrag von Prof. Dr. Anja Lobenstein-Reichmann

Im Rahmen der Sommerschule an der Universität Heidelberg hielt die Leiterin der Forschungsstelle Frühneuhochdeutsches Wörterbuch im Juli 2014 einen Vortrag zum Thema "Sprache und Geschichte", in dem Sie sich u.a. auch mit der angeblichen Existenz von Hexen auseinandersetzte. Der Deutschlandfunk berichtete in einem Artikel über die Tagung auch ausführlich über diesen Vortrag.

Sie finden diesen Artikel hier: 

www.deutschlandfunk.de/sprachentwicklung-umbrueche-und-krieg-hinterlassen-spuren.1148.de.html


Vorankündigung

6. April 2017

Frau Prof. Dr. Anja Lobenstein-Reichmann wird im Historischen Seminar der Universität Zürich (Universität Zürich-Zentrum, Eingang Rämistraße 71, Hörsaal KOL F-123) einen Vortrag mit dem Titel "Dem Sprachereignis Luther »aufs Maul« geschaut" halten.

Der Vortrag beginnt 18.00 Uhr c.t..

 

 


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