Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit – Göttingen

Arbeitsstelle Göttingen

Die Göttinger Inschriftenkommission ist Teil des interakademischen Unternehmens 'Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit'. Zusammen mit den Arbeitsstellen der Akademien in Düsseldorf, Heidelberg, Leipzig, Mainz, München und Wien erarbeitet sie kommentierte Editionen der Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die in über 80 Bänden publiziert sind. Die Inschriftenkommission der Göttinger Akademie ist für die Erfassung und Bearbeitung der Inschriften in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie für die Städte Hamburg und Bremen zuständig. Bearbeitet werden zur Zeit Bestände aus Niedersachsen in der Arbeitsstelle Göttingen, für Mecklenburg-Vorpommern ist die Arbeitsstelle Greifswald zuständig. 

Die Göttinger Arbeitsstelle hat in einer ersten Arbeitsphase von 1970 bis 1981 die niedersächsischen Kunstdenkmälerinventare und lokalhistorischen Publikationen im Hinblick auf die darin enthaltene Inschriftenüberlieferung ausgewertet. Auf der Basis dieser Sammlung entstand ein etwa 10.000 Nummern umfassendes Archiv der niedersächsischen Inschriften, das durch Register erschlossen ist. Parallel dazu begann 1975 eine zweite Arbeitsphase, in der einzelne Inschriftenbestände nach Maßgabe eines Projektplans bearbeitet und anschließend publiziert werden.

Wie aus der Publikationsliste ersichtlich liegen für Niedersachsen bisher überwiegend Inschriftenbände für einzelne Städte vor. Mit der Bearbeitung der Landkreise Göttingen (2006 publiziert), Hildesheim, Holzminden (2012 erschienen) und Schaumburg ist eine neue Phase der Bearbeitung niedersächsischer Inschriften begonnen worden, in der nun auch die Dörfer und kleineren Städte berücksichtigt werden. Die bislang edierten größeren städtischen Inschriftencorpora Niedersachsens bestehen im wesentlichen aus Inschriften auf Grabdenkmälern und an Häusern. Inschriften auf kirchlichen Ausstattungsgegenständen bilden eine weitere größere Gruppe innerhalb der Bände. 

Eine Besonderheit der niedersächsischen Inschriften stellen die Hausinschriften aus dem Bereich des Fachwerkbaus dar. Die breiten Schwellbalken der niedersächsischen Fachwerkhäuser bieten Platz für die Anbringung umfangreicherer Texte. Die ältesten stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und geben zumeist nur das Baudatum an; ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts finden sich zunehmend längere Inschriften an den Häusern, die zum überwiegenden Teil aus Bibelzitaten sowie Sprichwörtern in deutscher und lateinischer Sprache bestehen. Die Hausinschriften stehen oft in engem Zusammenhang mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien. An Häusern mit großen Bildprogrammen dienen Inschriften auch zur Identifizierung und Erläuterung der Darstellungen.


Kontakt

Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Inschriftenkommission
Theaterstraße 7
D-37073 Göttingen

Tel. +49 (0)551 395336 und 395366
Fax +49 (0)551 395407

E-Mail cwulf@gwdg.de



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