Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Wissenschaftsgeschichte der Aufklärung

Meilenstein der deutschen Lexikographie

Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch nun auch online. Mehr...

Paulinerkirche bei einem Besuch von König Georg II. am 1.8.1748. Stich von Georg Daniel Heumann. Foto: SUB Göttingen

Die Aufklärungszeit ist eine besondere Epoche für die Wissenschaftsgeschichte. Tatsächlich entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts, was wir heute unter Wissenschaft verstehen, nämlich Spezialistentum. Noch im 17. Jahrhundert zeichnete eine allgemeine Gelehrsamkeit einen „Wissenschaftler“ aus. Ein Gelehrter vor der Aufklärung beschäftigte sich mit allen neuen Erkenntnissen. Er konnte Philosoph, Mediziner und Theologe in einem sein, ohne es so zu benennen, denn  Fachdisziplinen entwickelten sich erst im Zuge der Aufklärung.

Göttingen war im 18. Jahrhundert einer der Orte der Wissenschaft in Europa. Seit 1737 gab es in der Stadt eine Universität, und 1751 kam die Königliche Gesellschaft der Wissenschaften hinzu. Wie damals üblich, wurde an der Universität ausschließlich gelehrt. Erwartet wurde jedoch schon, dass man Wissen auf dem aktuellsten Stand  bot und, wenn möglich, führend im Fachgebiet publizierte.  Die Gründung der Akademie brachte Göttingen nun auch eine Institution, in der es um Forschung ging. Die Verbindung zwischen Forschung und Lehre war wegweisend. Eine Reihe der bedeutendsten Köpfe lehrten damals in Göttingen. Der Anspruch der Universität und ihrer Lehrer, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein, sorgte dafür, dass man systematisch aktuelle und interessante Werke aus der ganzen Welt nach Göttingen brachte. So entstand eine Bibliothek, die in Europa ihresgleichen suchte.  Heute würde man sagen: Der Wissenschaftsstandort Göttingen „boomte“ in der Aufklärungszeit.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass  Professoren gerade der Göttinger Universität und Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen auf die Idee gekommen sind, sich mit der Entstehung und Entwicklung der Wissenschaften während jener Epoche zu befassen. Das Quellenmaterial, das in Göttinger Bibliotheken und Archiven lagert, ist immens. In der Kommission „Wissenschaftsgeschichte der Aufklärung“ wird es nun darum gehen, wie man methodisch und inhaltlich an das umfangreiche Thema herangeht. Schon jetzt betreut die Göttinger Akademie drei Forschungsprojekte aus der Zeit der Aufklärung. Es sind die Vorhaben „Johann Friedrich Blumenbach-Online“,  die „Edition der naturwissenschaftlichen Schriften Lichtenbergs“ und die „Gelehrten Journale als Netzwerke des Wissens im Zeitalter der Aufklärung“. Verbunden durch die neue Kommission können sich Aufklärungsexperten der Akademie und Universität austauschen und neue Impulse für den Ausbau des Aufklärungsstandorts Göttingen und seine Geschichte bekommen.

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