Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Hof und Residenz im spätmittelalterlichen Deutschen Reich (1200–1600)

Akademientag 2017

Umburch, Aufbruch, Vielfalt: Die Reformation und ihre Wirkungen. Mehr

Vom Zeremoniell bis zu den Frauenzimmern

Warum hat sich im spätmittelalterlichen Deutschen Reich keine allesbeherrschende Hauptstadt gebildet, wie es in England und Frankreich der Fall war? Warum bestand stattdessen im Reich eine Vielzahl von Herrschaftsmittelpunkten? Unter anderem diese Fragen stellte sich der Göttinger Landeshistoriker Hans Patze. Sie gaben den Anstoß für die Einrichtung der Residenzen-Kommission im Jahre 1985, die sich seitdem der Untersuchung von Residenzen und Höfen des Deutschen Reiches zwischen 1200 und 1600 widmet und mit denjenigen in anderen Ländern Europas vergleicht. Die föderale Struktur Deutschlands wird dabei an einer ihrer Wurzeln erforscht: der Entstehung der landesherrlichen Residenzen, die auf das engste mit dem Wachstum der Höfe verbunden war.

Damit eng verbunden sind kultur-, sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Fragestellungen, die den Alltag, das Zeremoniell, die Hofordnungen, das Frauenzimmer, Erziehung und Bildung, die höfische Ökonomie und anderes mehr betreffen. Die Ergebnisse werden u. a. in der Reihe "Residenzenforschung" veröffentlicht. Darüber hinaus sammelt die Kommission die deutschen Hofordnungen und als weitere Quelle die europäischen Reiseberichte der damaligen Zeit und veröffentlicht diese in Form analytischer Bibliographien.


oto von Schloss Ludwigsburg
Wie war der Alltag in Schloß Ludwigsburg? Eine Frage für die Residenzenforschung. Foto: schloesser-magazin.de

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