Repräsentativ für eine ganze Sprachepoche
Das Projekt „Goethe-Wörterbuch“ hat die Aufgabe, Johann Wolfgang Goethes Wortschatz vollständig zu erfassen und zu beschreiben. Mit über 90.000 dokumentierten Wörtern handelt es sich um einen der größten bekannten Individualwortschätze eines Autors überhaupt. Zum Vergleich: für Schiller oder Shakespeare werden etwa ein Drittel davon veranschlagt.
Bei dem Umfang und der Vielschichtigkeit des Goetheschen Sprachkosmos kann das Goethe-Wörterbuch, abgesehen von seiner texterklärenden Funktion, als Wörterbuch für die Sprachepoche der Goethezeit überhaupt angesehen werden. Und nicht nur das: Die Sprache eröffnet über die Ideen und die Gefühlswelt auch einen Zugang zur Kulturepoche. Es dient damit literaturwissenschaftlichen, sprachwissenschaftlichen und allgemein kulturwissenschaftlichen Interessen.
Das Goethe-Wörterbuch wurde Ende 1946, im Zuge der Rückbesinnung auf humanistische Traditionen, durch eine Denkschrift des klassischen Philologen und Goethe-Forschers Wolfgang Schadewaldt an der damaligen Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin begründet. Heute ist es ein Gemeinschaftsprojekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit Forschungsstellen in Berlin/Leipzig, Hamburg und Tübingen.


