Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800)

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(Burg-) Steinfurt

(Burg-) Steinfurt

(1) Die heutige amtliche Bezeichnung der hier in Rede stehenden Siedlungseinheit ist »Ortsteil Burgs.«. In Mittelalter und früher Neuzeit hieß der Ort S. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte sich der Name Burgs. durch, der bis zu kommunalen Neuordnung 1975 bestehen blieb. Für die dann neu geschaffene Kreisstadt wurde wieder der Name S. gewählt; sie besteht aus den zwei Ortsteilen Borghorst und Burgs.; die Vorgeschichte Borghorsts bleibt außer Betracht.

Das im nordwestlichen Münsterland gelegene S. (mittelniederdeutsch Stemmert) geht zurück auf eine 890 erstmals erwähnte Bauerschaft bzw. einen Haupthof mit Ansiedlung (villa) Sellen, die der Abtei Werden abgabepflichtig war. An diesem Ort ließ sich ein 1129 erstmals als de Steinvorde genanntes Edelherrengeschlecht nieder, das sich nach dem an dem kleinen Fluss Aa und an der dortigen Furt gelegenen Ort benannte und diesen zum Mittelpunkt seiner Herrschaft machte. Diese wurde im Laufe des Spätmittelalters ausgebaut (1270 Vogtei über das Damenstift Borghorst, 1279 über das Amt Rüschau [im 16. Jahrhundert zum Fbm. Münster gehörig], 1365 die Herrschaft Gronau als Exklave, bis 1357 auch die Freigft. Laer). Mit dem Erlöschen der männlichen Linie 1421 ging die Herrschaft über die erbende Tochter Mechtild an deren Ehemann Graf Everwin I. von Bentheim (1397-1454) über, unter dessen Sohn Arnold eine eigene (sog. ältere) Linie Bentheim-S. entstand. 1495 wurde die Herrschaft S. von König Maximilian I. zu einer Reichsgft. erhoben, die zur Hälfte dem Bistum Münster gehörte. Mit Tod des letzten Bentheimer Grafen Bernhard 1528 und dem Antritt der dortigen Herrschaft durch Arnold II. aus der S.er Linie wurde die Grafschaft in einer Hand vereinigt; welcher Ort in der Folge als Residenz bevorzugt wurde, ist nicht eindeutig. Nach dem Tod des ab 1573 selbständig regierenden Arnold IV. von Bentheim (1554-1606) teilte sich das Gf.enhaus Bentheim in vier Linien. Die Linie Bentheim-S. regierte sein Sohn Wilhelm Heinrich (1584-1632), nach dessen Tod kurzfristig sein älterer Bruder Arnold Jost von Bentheim-Bentheim (1580-1643). Dessen erstgeborener Sohn Ernst Wilhelm von Bentheim-Bentheim (1623-1693) regierte neben seiner Grafschaft Bentheim bis zur Mündigkeit seines Bruders Philipp Konrad (1630-1668) auch die Grafschaft S.

Die nicht standesgemäße Eheschließung des Bentheimer Regenten Ernst Wilhelm (1623-1693) im Jahr 1661 mit einer bürgerlichen Hofdame seiner Schwester und seine Jahre später erfolgte Konversion zum katholischen Glauben verursachten weitreichende politische wie langfristige Konflikte innerhalb des Hauses Bentheim-S., die auch Auswirkungen auf die Gesellschaft der Stadt S. hatten. Mit der Belehnung der Grafschaft S. im April 1705 durch Kaiser Leopold und die Bestätigung der Anwartschaft auf die Grafschaft Bentheim wurde die Erbfolge der nicht-standesgemäßen Söhne des Grafenpaares rechtsverbindlich geklärt.

Um die 1495 verliehene Reichsunmittelbarkeit kam es vor dem Reichskammergericht zu einem langen Prozess mit dem Bistum Münster (1547-1716), in dessen Folge die Grafschaft S. auf Stadt, Schloss und Kirchspiel S. beschränkt wurde, Borghorst und Rüschau verblieben als Unterherrlichkeiten beim Bistum Münster. Die nach 1716 um einige Gebiete verminderte Grafschaft, die nur noch aus Stadt, Schloss und Kirchspiel bestand, gehörte dem niederrheinisch-westfälischen Reichskreis und dem westfälischen Reichsgrafenkollegium an. Als Territorium der späteren Fürsten von Bentheim-S. gelangte sie 1806 zum Großhzm. Berg, 1811 an Frankreich, 1815 an Preußen. Der letzte regierende Herrscher, Ludwig Wilhelm von Bentheim-S. (reg. ab 1780) wurde 1817 als preußischer Standesherr zum Fürsten erhoben, verstarb aber wenige Monate später.

(2) S. wurde 1322 als oppidum bezeichnet. Der Ort hatte zu diesem Zeitpunkt ungefähr 400 Einwohner (1396 800 Einwohner). 1338 wird S. in einer Urkunde Ludolfs von S. als stat bezeichnet, förmliche Stadtrechte erhielt sie jedoch erst 1347. Ab 1396 erfolgte die Errichtung einer Stadtmauer mit vier Stadttoren (Kirchpforte, Rottpforte, Steinpforte, Wasserpforte). Im Gefolge der Edelherren ließen sich in S. mehrere Burgmannen nieder.

Nach seinem Regierungsantritt schenkte Everwin I. von Bentheim (1397-1454, reg. ab 1421) der Stadt eine offene Halle (Scharne) für den Fleischverkauf sowie eine Stadtwaage. Damit legte der Regent, der zumeist in der Grafschaft Bentheim residierte, den Grundstein für eigene Einnahmen der Stadt, aus denen u.a. die Befestigung der Stadt finanziert wurde. 1445 ließ er zudem das so genannte Stadtweinhaus, u.a. zum Verkauf von Wein gegen Abgaben an die Grafen als Stadtherren, errichten. 1462 verlieh sein Nachfolger der Stadt das Braurecht (Grut) und ließ ein öffentliches Brauhaus bauen. Zeitgleich erhielt S. das Recht zur Erhebung des Wegegeldes und der Bierakzise. Ab 1536 trugen jeweils zwei gewählte Bürgermeister, Ratsherren und Schöffen zur städtischen Selbstverwaltung bei. Das 1561 erbaute Rathaus wurde am Ort der ehemaligen Scharne errichtet. Vorher, seit dem Stadtbrand von 1488, diente das Stadtweinhaus auch den öffentlichen Versammlungen der Einwohnerschaft. Wegen des Textilgewerbes, der Bierproduktion und des Getreideumschlags, aber auch wegen weiterer Produktionszweige, die in der frühen Neuzeit hinzukamen wie die Tabakherstellung, galt S. als wichtiger Handelsort für das benachbarte Münsterland und die Niederlande.

Konflikte zwischen den Regenten von Bentheim-S. und der Stadt gab es vor allem im 17. und 18. Jahrhundert um die Zuständigkeiten der städtischen Selbstverwaltung. Insbesondere während der Regierungszeit Karl Paul Ernsts von Bentheim-S. (reg. unter Vormundschaft ab 1733, selbständig 1750-1780) kam es verstärkt zu Auseinandersetzungen zwischen dem Regenten und der Stadt in diesen Fragen. Diese konnten erst unter seinem Sohn Ludwig mittels eines Vergleichs 1783 geschlichtet werden.

Ab den 1660er Jahren war Juden die Ansiedlung erlaubt, welche als Viehhändler, Metzger, Hausierer und Geldverleiher tätig sein durften. Die von den Regenten ausgestellten Schutzbriefe galten für zwanzig Jahre, Verlängerung war möglich. Im 18. Jahrhundert gestatteten Karl Paul Ernst und sein Sohn Ludwig von Bentheim-S. unter bestimmten Bedingungen auch den Woll- und Textilhandel, für den Geleitbriefe (Schutzbriefe) für das Münsterland vom Fbf. von Münster erkauft werden mussten. Der wachsende Wohlstand lockte sogenannte Betteljuden in die Stadt, die von den jüdischen Gemeindemitgliedern mit versorgt wurden.

(3) Geistlicher Mittelpunkt der Herren von S. waren zunächst die 1133 von Rudolf I. von S. gestifteten Klöster Clarholz (der Chorherren) und Lette (der Chorfrauen der Prämonstratenser) als Doppelkloster (Stiftskirche 1175 zur Pfarrkirche erhoben), in der Nähe Rhedas, etwa 70 km südöstlich S.s gelegen.

Wohl im 9. Jahrhundert wurde die dem Hl. Willibrord geweihte, später im romanischen Stil umgebaute, ab dem14. Jahrhundert als Große Kirche bezeichnete Pfarrkirche des Kirchspiels S. begründet; über ihre Frühgeschichte ist wenig bekannt. In der frühen Neuzeit wurde sie in die Repräsentation der Grafen von Bentheim-S. einbezogen, mehrere Grabsteine der Familie aus dem 16.-17.Jh. und eine Ehrenloge für die Fürsten haben sich erhalten.

Für die Ortsgeschichte S.s war zweierlei entscheidend, zum einen, dass die Herren von S. 1270 die Vogtei über das freiweltlich-adlige Damenstift Borghorst (gegr. 968) übernahmen, zum anderen, dass sich 1244 der Johanniterorden ansiedelte, dessen Niederlassung Sitz der Ballei Westfalen wurde. Die Johanniterkommende befand sich direkt neben der Großen Kirche, über die sie seit 1270 auch die Patronatsrechte ausübte. Die Niederlassungsgründung steht im Kontext der Teilnahme Rudolfs II. von S. am Dritten Kreuzzug.

Im 14. Jahrhundert gründeten sieben vermögende S.er Bürger die Stiftung zum Hl. Geist zur Versorgung Armer. Neben einem Burgmannshof wurde ein Hospital (Armenhaus) und eine Kapelle erbaut, letztere wurde den Johannitern unterstellt. 1430 wurde die Kapelle beim Wulfhof neu errichtet, 1471-1477 entstand wiederum ein Neubau, zur Unterscheidung von der Hauptkirche als Kleine Kirche bezeichnet.

Nach der Hinwendung des Hauses Bentheim zum evangelischen Glauben entzog Graf Arnold III. von Bentheim den Johannitern 1564 das Patronatsrecht über die Große Kirche. Der Orden verlagerte seine Aktivitäten nach Münster; die Besitzungen in S. gelangten nach Aufhebung des Ordens (1811) an das Fs.enhaus Bentheim-S. 1575 trat Arnold IV. von Bentheim mit seiner Gemahlin Magdalena von Neuenahr, u.a. Erbin der Grafschaft Limburg, zum reformierten Glauben über. Die Niederlassung der Jesuiten in Münster, einhergehend mit der Einrichtung des Jesuitenkollegs Paulinum in Münster (1588), sowie die verstärkten gegenreformatorischen Bestrebungen in Westfalen forcierten die Einführung der reformierten Lehre in den Territorien Arnolds IV. von Bentheim. Zur Festigung der neuen Konfession ließ der Regent 1588 eine Lateinschule in Schüttorf (Gft. Bentheim) errichten, die bereits 1591, womöglich auf Grund von Differenzen zwischen Stadt und Regenten, nach S. als Residenzort neben das dortige Rathaus verlegt wurde. In den kommenden Jahren erfolgte die Erweiterung der S.er Lateinschule zur Hohen Schule, dem »Gymnasium illustre Arnoldinum«, der ältesten Hochschule Westfalens. Impulsgebend für die Einrichtung war neben der Straßburger Akademie vor allem die Hohe Schule zu Herborn (1584), eine Einrichtung der mit dem Bentheimern befreundeten Grafen von Nassau-Dillenburg. Das »Arnoldinum« erhielt eine juristische, eine theologische, eine philosophische und ab 1607 vermutlich auch eine medizinische Fakultät.

Jüdisches Gemeindeleben bzw. die Ausübung des Glaubens waren bis in das 18. Jahrhundert weitestgehend im privaten Rahmen angesiedelt. In der Regierungszeit Karl Paul Ernst von Bentheim-S. wuchs die jüdische Gemeinde an, so dass dieser 1756 den Vorschlag machte, eine Synagoge einzurichten. Die Synagoge wurde 1764 mitsamt einer Schule und einer Lehrerwohnung auf dem Grundstück eines ehemaligen Burgmannshofes hinter der Hohen Schule errichtet (1938 zerstört).

(4) Die im 12. Jahrhundert auf zwei künstlich aufgeschütteten Inseln in der Aa angelegte Wasserburg prägte die Stadt. Die im 12. Jahrhundert errichtete Schlosskapelle wurde im 13. Jahrhundert aufgestockt. Beide Teile der Kapelle sind durch eine Öffnung miteinander verbunden und wurden bis zum 14. Jahrhundert doppelstöckig genutzt. Bemerkenswert ist das 1559 aus Baumberger Sandstein geschaffene Gebäude für Gf.inwitwe Walburg von Bentheim mit einer reich verzierten Auslucht des Bildhauers Johann Brabender aus Münster. Den Renaissanceturm ließ Arnold IV. von Bentheim 1596 errichten.

Prägend war daneben die um 1190 zumindest erweiterte Große Kirche, die bemerkenswerterweise außerhalb der Stadtbefestigung lag und mit der Johanniterkommende verbunden war, die sich direkt daneben befand. Zur Kommende gehörten verschiedene Einzelbauten (Kapelle, Torhaus, zwei Steinbauten und vier Fachwerkhäuser). Zu Ehren des Hl. Willibrord und der Hl. Margaretha wurden seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Johannitern jährliche Prozessionen durchgeführt, die Gläubige aus dem Münsterland und den Niederlanden anzogen.

Ab 1765 ließ Karl Paul Ernst von Bentheim-S. östlich des Residenzschlosses den ausgedehnten Hofgarten Bagno im Stil des Barocks einrichten. Ursprünglich als Sommersitz geplant, wurde das Bagno in der Folge unter seinem Sohn Ludwig als eine englische Gartenanlage nach Vorbild von Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel ausgebaut. Das Bagno umfasste unter anderem eine Konzertgalerie, eine Theaterbühne, ein als Moschee gestaltetes Gästehaus, ein Teehaus in Form eines chinesischen Palais, eine Kapelle und einen Barockgarten mit einem künstlichen See und einem Tiergarten. Die 1750 erstmals erwähnte und bis 1817 existierende Hofkapelle, bestehend u.a. aus Mitgliedern und Bediensteten des Hauses Bentheim-S., bot unentgeltlich öffentliche Aufführungen im Konzertsaal des Bagnos an.

S. wurde im 17. und 18. Jahrhundert Gegenstand mehrerer bildlicher und kartographischer Darstellungen. Die um 1637 datierte Radierung mit Kupferstich unter dem Titel »Amor causat Amorem. S. die Stad« stammt aus Daniel Meisners Werk »Thesaurus philopoliticus oder Politisches Schatzkästlein«, erschienen Frankfurt/Main 1625-1626 bei Eberhard Kieser. Sie zeigt die Stadtansicht von Osten mitsamt Stadtmauer, den Türmen der Großen und der Kleinen Kirche, Teile der Johanniterkommende sowie Teile von Schloss S. Ebenfalls aus Meisners Werk stammt die Ansicht des Schlosses vom Norden um 1629. Eine kolorierte Karte der Grafschaften Bentheim und S. nach Johann Westenberg (um 1640) erschien im Verlag Guilleaume Blaeu in Amsterdam. Der französischstämmige Kartograph und Kupferstecher Georges Louis Le Rouge beschäftigte sich in seinen letzten Schaffensjahren auch mit Gartenplänen und -ansichten. Vor 1786 erhielt er den Auftrag, einen Gesamtplan des Bagnos (1787) zu erstellen. Das letzte Heft seines mehrbändigen Werkes »Détail des nouveaux jardins à la mode« (1775-1789) umfasst u.a. 54 Tafeln mit kolorierten Teilansichten des Bagnos. Unter dem Titel »Vûe de S.« ist in diesem Heft offenbar auch eine Gesamtansicht der Residenzstadt vorhanden.

(5) Vor allem das Textilgewerbe um S. war für die gesamte Grafschaft von großer Bedeutung. Wie die verwandten Grafen von Bentheim-Tecklenburg in der Grafschaft Limburg und in der Herrschaft Rheda, so förderten auch die Grafen von Bentheim-S. Handel und Gewerbe in ihrem Territorium. Mit den nahe gelegenen Niederlanden bestand ein Absatzmarkt für S.er Leinwand. Der Schwerpunkt des Textilgewerbes, vornehmlich der Leinenweberei, befand sich nicht in und um die Residenzstadt S., sondern vielmehr im Kirchspiel Borghorst. Dazu gehörten auch Bleichereien und Färbereien. 1657 wurde die Gilde der Leinentuchmacher für Borghorst gegründet, der Gildebrief im Auftrag des Stiftsvogts Philipp Konrad von Bentheim-S. ausgestellt. Über eine Teilnahme an Städtebünden oder Mitgliedschaft in Landständen verlautet nichts.

(6) S. lässt sich als Residenzstadt verstehen. Der kleine Ort, dessen Stadtwerdung erst im 14. Jahrhundert genauer greifbar ist, wurde zunächst durch die Edelherren von S. und deren Burganlage geprägt, die als die älteste Wasserburg Westfalens gilt. Nach Übergang an die Grafen von Bentheim 1421 wurde S. immer wieder Sitz einer gfl.en Nebenlinie. Im 18. Jahrhundert wurde die nunmehr sehr kleine Grafschaft von S. aus regiert. Hervorzuheben ist die Anwesenheit der Johanniterkommende als Sitz des Balleiers für Westfalen und die im 16. Jahrhundert gegründete Hohe Schule. Indizien deuten darauf hin, dass die Verbindungen zwischen Hof und den Führungsschichten der kleinen Stadt ambivalent gewesen sein dürften, da es im 17./18. Jahrhundert zu heftigen Auseinandersetzungen um die Kompetenzen der Stadt kam, die in der kleinen Grafschaft S. wichtigster Ort war.

(7) Archivalien zur Stadtgeschichte (Burg-)Steinfurts (mit Borghorst) befinden sich im Stadtarchiv Burgsteinfurt. Unterlagen zur Geschichte des Damenstiftes Borghorst befinden sich dort allerdings nur rudimentär, der überwiegende Teil wird im Gemeinschaftlichen Archiv der Fürsten von Salm-Salm und Salm-Horstmar, das vom LWL-Archivamt für Westfalen in Münster betreut wird, aufbewahrt. Zur Geschichte des Hauses, des Territoriums und der Stadt Steinfurt ist vor allem die Überlieferung im Fürstlichen Archiv Burgsteinfurt der Fürsten von Bentheim-Steinfurt zu konsultieren. Aufgrund der gemeinsamen genealogischen Herkunft sind größere Überschneidungen mit der Überlieferung der Fürsten von Bentheim-Tecklenburg im Fürstlichen Archiv Rheda, ebenfalls betreut vom LWL-Archivamt für Westfalen in Münster, möglich. Quellen zur Geschichte des ehemaligen Territoriums sowie des Grafen- und späteren Fürstenhauses Steinfurt befinden sich zudem im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, in Münster.

Döhmann, Karl Georg: Das Leben des Grafen Arnold von Bentheim, 1554-1606. Nach den Handschriften herausgegeben, Burgsteinfurt 1903. - Inventar des Fürstlichen Archivs zu Burgsteinfurt, Best. A (Allgemeine Regierungssachen der Grafschaften Bentheim und Steinfurt), hg. von Alfred Bruns, bearb. von Alfred Bruns und Wilhelm Kohl, Münster 1971 (Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens, N.F., 5). - Inventar des Fürstlichen Archivs zu Burgsteinfurt, Best. C, D (Teilbestand), hg. von Alfred Bruns, bearb. von Alfred Bruns und Hans-Joachim Behrmann, Münster 1983 (Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens, N.F., 7). - Inventare der nichtstaatlichen Archive des Kreises Steinfurt, hg. von der Historischen Kommission der Provinz Westfalen, bearb. von Ludwig Schmitz-Kallenberg und Karl Georg Döhmann, Münster 1907 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Provinz Westfalen, Reihe: Inventare der nichtstaatlichen Archive der Provinz Westfalen, 1).

(8)Köckeritz, Wolfgang: Die Wasserburg Steinfurt, das Schloß der Fürsten zu Bentheim und Steinfurt in Westfalen, Diss. masch., Berlin 1976. - Kohl, Wilhelm: 150 Jahre Landkreis Steinfurt 1816-1966. Geschichte der Kreisverwaltung, Burgsteinfurt 1966 (Schriften zur Geschichte und Landeskunde des Landkreises Steinfurt, 1). - 400 Jahre Arnoldinum 1588-1988, hg. vom Kreisheimatbund Steinfurt, Greven 1988 (Schriftenreihe des Kreisheimatbundes Steinfurt, 6), S. 31-40. - Rohm, Thomas, Schindling, Anton: Tecklenburg, Bentheim, Steinfurt, Lingen, in: Die Territorien des Reichs im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung, hg. von Anton Schindling und Walter Ziegler, Bd. 3, Münster 1991 (Katholisches Leben und Kirchenreform im Zeitalter der Glaubensspaltung, Vereinsschriften der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum, 51), S. 182-198. - Lübbers, Wolfgang: Das Bagno in Steinfurt, hg. vom Heimatverein Burgsteinfurt, Steinfurt 1997. - Marra, Stephanie: Allianzen des Adels. Dynastisches Handeln im Grafenhaus Bentheim im 16. und 17. Jahrhundert, Köln u.a. 2007. - Feld, Willi: Die Juden in der Grafschaft Steinfurt, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Münster, hg. von Susanne Freund, Franz-Josef Jakobi und Peter Johanek, Münster 2008 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XLV), S. 115-126. - Komorowski, Manfred: Zürich, Duisburg, Hamm, Steinfurt: Gelehrte Kontakte im 17. Jahrhundert, in: Reformierte Orthodoxie und Aufklärung. Die Zürcher Hohe Schule im 17. und 18. Jahrhundert, hg. von Hanspeter Marti und Karin Marti-Weissenbach , Wien u.a. 2012, S. 71-104. - Warnecke, Hans Jürgen: Die Leinenweber oder Dockmaker, ihre Gilde und die »Borghorster Herren«, in: Die Macht der Dinge. Symbolische Kommunikation und kulturelles Handeln, hg. von Andreas Hartmann, Peter Höher, Christiane Cantauw u.a., Münster u.a. 2011, S. 485-500.

Stephanie Marra