Vortrag John R. Searle

Akademie lädt US-amerikanischen Philosophen nach Göttingen ein. Mehr...

 

 

John R. Searle: "Seeing Things As They Are"

Akademiepräsident lädt US-Sprachphilosophen nach Göttingen ein

GÖTTINGEN. Einer der bedeutendsten Sprachphilosophen der Gegenwart, der US-Amerikaner Prof. Dr. John R. Searle, wird am 7. Juni 2016 in Göttingen einen öffentlichen Vortrag halten. Searle kommt auf Einladung des Präsidenten der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Prof. Dr. Andreas Gardt, der als germanistischer Sprachwissenschaftler an der Universität Kassel lehrt. Der Vortrag ist eine gemeinsame Veranstaltung der Göttinger Akademie und der Kasseler Universität. Der Vortrag zum Thema "Seeing Things As They Are: Exposing the 'Bad Argument'" findet um 18:00 Uhr im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa (Adam von Trott-Saal), Wilhelmsplatz 3, statt. Searle wird darin engagiert seine viel diskutierte Position des "Direct Realism" vertreten. Danach machen Philosophen seit Jahrhunderten immer wieder den Fehler anzunehmen, dass wir die Welt um uns herum nur durch den Filter unserer Wahrnehmungsorgane und unserer Überzeugungen betrachten können, sie aber nicht erkennen, wie sie tatsächlich ist.

Searle, der in Berkeley lehrt, hat sich unter anderem in der Sprachphilosophie, der Philosophie des Geistes und sozialer Phänomene einen Namen gemacht. Schlagartig bekannt wurde er 1969 mit seinem Werk "Speechacts", in dem er die Äußerungen, die wir von uns geben, nicht als bloße Beschreibungen der Realität bestimmt, sondern als Handlungen zwischen Menschen. Ein Satz wie "Es ist acht Uhr" ist nie nur reine Feststellung, sondern drückt immer ein Wollen aus, das der Sprecher auf den Angesprochenen richtet: Eine Warnung, sich zu beeilen oder, je nach Situation, eine Aufforderung, sich Zeit zu lassen. Im Laufe seiner Karriere hat John Searle an einigen zentralen Debatten teilgenommen, die über die (Sprach)Philosophie hinaus wirkten. So erklärte er es für unmöglich, denkende Computer zu bauen, weil ihnen die Eigenschaft der Intentionalität fehle. In den vergangenen Jahren ist für ihn die Frage der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit zunehmend in den Mittelpunkt gerückt. Auch hier spielt die Sprache eine zentrale Rolle: Unsere gesamten gesellschaftlichen Einrichtungen, von unserem Rechtswesen über die Währung bis hin zu so etwas Alltäglichem wie einer Cocktail-Party können nur dadurch zustande kommen, dass sie durch sprachliche Akte zu dem bestimmt werden, was sie für uns letztlich sind.



Kontakt

Pressereferentin
Adrienne Lochte
Tel.: +49 551 39-5338
E-Mail: alochte1@gwdg.de


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