Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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STERNBERG

A. Sternberg

I.

Adelsgeschlecht böhm. (Mittelböhmen) Herkunft (ältester Sitz in Divišov/Diwischau, südostlich von Prag), seit Mitte des 13. Jh.s mehrere Linien in Böhmen und Mähren. Die Hauptlinien waren mit den damals gegr. namengebenden Burgen Český Šternberk (vor 1250) und Šternberk [in Mähren] (nach 1250) verknüpft. Seit dem 12. Jh. Herren (älteste zuverlässige Erwähnung der Vorfahren – Herren von Diwischau 1130), seit 1637 Reichsherren (Bestätigung für böhm. Kgr. 1662); ab 1661 Reichsgf.en.

Die S. sind in Rixners Turnierbuch (1530) überliefert, wo sich zum Jahr 942 die Erwähnung eines Turniers in Rothenburg ob der Tauber findet, an dem Václav/Wenzel von S. (Wenceslaus Panne[r]herr von S.) teilnahm. Das Interesse an der eigenen Familiengeschichte ist bei den S. seit dem 16. Jh. belegt; zahlr., aber meist unsystematische Erwähnungen der S. finden sich in den gedruckten Schriften des Bartoloměj Paprocký aus der Zeit um 1600. Als erster befaßte sich detailierter mit der s.ischen Geschichte der rosenbergische Archivar Václav Březan (gest. nach 1619) – er behandelt die Familiengeschichte bis zum Ende des 16. Jh.s, erfaßt die ältere Geschichte aber lediglich in Regestenform; zu den wertvollsten Teilen gehört das Kapitel über Zdeněk von Konopiště/→ Konopischt und S. (gest. 1476). Um 1638, wohl im Zusammenhang mit der Erhebung in den Reichsherrenstand, beschäftigte sich Václav Jiří/Wenzel Georg Holický von S. (gest. 1682) mit der Familiengeschichte, der eine Genealogie der Linie Holický von S. erstellte. Eine umfangr. Arbeit über die Geschichte der Herren von S. verfaßte Jan Bartoloměj Tanner (1623-1694) unter dem Titel Historia heroum de Stellis (gedruckt in verkürzter dt. Fassung i.J. 1732); eine Familiengeschichte schrieb in den 20er Jahren des 19. Jh.s auf s.ische Veranlassung auch František Palacký (1798-1876), der spätere Historiograph des Kgr.s Böhmen. Eine moderne Bearbeitung der Geschichte der Herren von S. fehlt bis heute.

Die s.ische Familientradition kennt keinen »legendären Vorahn«; eine zentrale Rolle im Kontext der frühen Familiensgeschichte wird der (fiktiven) Figur des Jaroslav/Jaroslaus von S. zugeschrieben, der i.J. 1241 in der Schlacht bei Olomouc/Olmütz die Horden der Tataren niedergeschlagen haben soll. Eigtl. ist diese Schlacht eine Fiktion (die Tataren zogen lediglich durch Mähren hindurch) und beim sog. Dalimil, einem Chronisten von Beginn des 14. Jh.s, findet diese Schlacht nur flüchtige Erwähnung (zu einer Schlacht ist es erst i.J. 1241 bei Liegnitz in Schlesien gekommen); höchstwahrscheinlich ist es hier zu einer Vermischung mit der Verteidigung von Olomouc/Olmütz i.J. 1253 gekommen, an der sich Zdeslav/Zdeslaus von S. (erw. 1235-1262/63) aktiv beteiligte. Die älteste schriftliche Erwähnung des Jaroslav von S. 1541 stammt aus der Chronik des Václav/Wenzel Hájek von Libočany, und ist möglicherw. Grundlage eines figürlichen Grabmal ohne Inschrift (wohl erste Hälfte des 16. Jh.s) aus dem Prager Agneskl., das traditionsgemäß als Jaroslaus' Grabmal bezeichnet wird (es ist unklar, ob es sich um eine Erfindung Hájeks oder um die schriftliche Fixierung einer früher entstandenen und damals lebendigen s.ischen Familientradition handelt). Aufgrund einer barocken Tradition starb Jaroslaus in Prag i.J. 1277 und dort, im Agneskl., wurde er auch bestattet – als Bindeglied zwischen der s.ischen und der klösterl. Tradition diente wahrscheinlich die Figur des Albert von S., in den Jahren 1237-1248 erster Großmeister der Kreuzherren mit dem roten Stern (Alberts Memoria war im Kl.milieu nachweislich noch im 15. Jh. lebendig). Es ist nicht ausgeschlossen, daß das oben erwähnte Grabmal sowie andere Medien des Familiengedächtnisses erst in den 40er Jahren des 16. Jh.s entstanden sind, zu einer Zeit, aus der von den S.ern eine ganze Reihe schriftlicher Zeugnisse (u. a. über die Familiengrabmäler) überliefert sind, die als Beleg für das Herkommen und der Zugehörigkeit zum Herrenstand dienten (was damals angezweifelt wurde, weshalb in dieser Angelegenheit vor dem Kammergericht verhandelt wurde).

Das goldene Zeitalter in der Repräsentation der Familiengeschichte lag in der zweiten Hälfte des 17. Jh.s. Unter Václav Jiří/Wenzel Georg von Holice und S. (gest. 1682), Inhaber von Český Šternberk/→ Böhm. S., der sich schon in 30er Jahren des 17. Jh.s für die Familiengeschichte interessierte, erlangten die S.er zwei Nobilitationen; im Einklang mit den Interessen der S. und den Bedürfnissen seiner persönlichen und Familienrepräsentation kam es zu Umbauten und einer neuen Konzeption der inneren Ausstattung auf → Böhm. S., u. a. ist ein Ahnensaal entstanden (im westlichen Schloßflügel). Das lebendige Interesse an Familiengeschichte und -tradition teilte auch der um eine Generation jüngere Václav Vojtěch/Wenzel Adalbert von S. (gest. 1695), Inhaber von Zelená Hora/→ Grünberg. Auch hier ist es in der Folge unter seiner Herrschaft zu wesentlichen Umbauten gekommen, wobei auch neue Ausschmückungen der Innenräume entstand, die die Familientraditionen reflektierte; Motive aus der Familiengeschichte (bes. in Bezug auf die zentrale Figur des Jaroslaus von S.) sind auch im ostböhm. Schloß Častolovice/Tschastolowitz (im s.ischen Besitz 1694-1948) zu finden (entstanden im Auftrag von Adolf Vratislav von S., Besitzer von Tschastolowitz seit 1694). Als unmittelbare Inspirationsquelle der malerischen Zyklen auf → Grünberg sowie Tschastolowitz ist höchstwahrscheinlich die Arbeit von Jan B. Tanner über Geschichte des Familie S. (Historia heroum de Stellis) zu bezeichnen. Die Legende des heldenmütigen Jaroslaus von S., der angeblich in der Schlacht bei Olmütz (1241) die Mongolen besiegte, gab ihm ein »zweites Leben« im 19. Jh., v.a. hinsichtlich des Píseň o Jaroslavovi [»Lied über Jaroslaus«] in der sog. Rukopis Královédvorský [»Königinhofer Handschrift«] (»gefunden« 1817).

Im Schatten der Legende des Jaroslaus steht im Kontext der Familientradition die Teilnahme der S.er an der Schlacht bei Vyšehrad/Wischehrad (1420), wo nachweislich mehrere Familienmitglieder ihr Leben ließen. Eine Echo fand diese Schlacht in Wandmalereien (nach 1692) auf dem Schloß in Horažďovice/Horaschdowitz (im s.ischen Besitz 1622-1719). Die zentrale Szene stellt die Schlacht bei Wischehrad dar und die konkrete Beziehung zur s.ischen Familiengeschichte ist mit der Inschrift über den vier in der Schlacht getöteten S.ern angedeutet ([…] quatuor S.ii pro Deo et caesare fortissime pugnantes occubuerunt). Als weitere Reflexion der Familiengeschichte ist ein Bild von Francesco Marchetti vom Ende des 17. Jh.s (auf → Böhm. S.) zu nennen, wo eine Gesandschaft nach Frankreich (1457) unter Leitung des Zdeněk von → Konopischt und S. (gest. 1476) abgebildet ist.

II.

Die (nachvollziehbaren) Anfänge der Familie S. fallen ins erste Drittel des 12. Jh.s – die Vorfahren der S.er waren die Herren von Divišov/Diwischau (5 km entfernt von der späteren Burg → Böhm. S.). Diviš/Diwisch von Diwischau, der zum personalen Umfeld des böhm. Hzg.s Soběslav/Sobieslaus I. (1125-1140) gehörte, wird 1130 erwähnt. Diwischs' Sohn Zdeslav/Zdeslaus (erw. 1167-1176), castellanus in Kouřim und Žatec/Saaz, übte das Amt des Kämmerers aus. Als Inhaber der Kastellaneien und zugl. der Hofämter werden die Herren von Diwischau auch später, um die Wende vom 12. zum 13. Jh., erwähnt. Bohuta war castellanus in Bílina/→ Bilin (1187) und zugl. kgl. Mundschenk (1207), Diviš/Diwisch Unterkämmerer (1187) und dapifer (1207-1213), sein Bruder Jind- řich/Heinrich hatte das Amt eines iudex Olomucensis (1207-1210) inne.

In den Jahren 1218-1240 wird ein Diviš/Diwisch von Diwischau erwähnt, castellanus auf Prácheň/Prachin (1220-1222) und kgl. Marschall (1224). Als zentrale Figur der älteren Familiengeschichte der S. ist Diwischs Sohn Zdeslav (Zdislav)/Zdeslaus von Chlumec/Chlumetz und S. (erw. 1235-1262/1263) zu bezeichnen. In den Quellen wird er seit 1235 erwähnt, damals nannte er sich nach dem ostböhm. Chlumec nad Cidlinou/Chlumetz an der Zidlin (1235-1241), kurz danach gründete er unweit des Familiensitzes in Diwischau die Burg [Český] Šternberk/→ Böhm. S. (i.J. 1242 wird Zdeslaus als arcis fundator bezeichnet), etwas später die Burg Šternberk/→ [Mähr.] S. Die Burg in Chlumetz blieb im Familienbesitz bis zur zweiten Hälfte des 14. Jh.s, wobei die Funktion einer Res. durchgehend erhalten blieb. Von Zdeslaus von S. leitete sowohl der mähr. als auch der böhm. Familienzweig seine Herkunft ab.

Die ersten Generationen der Vorfahren der S.er, die Herren von Diwischau, sind ein typisches Beispiel des Amtsadels während der Herrschaft der Přemysliden; ihr Aufstieg war mit dem Landesdienst eng verknüpft (auf der Ebene der Hofämter sowie der territorialen Verwaltung). Der erste Höhepunkt des Aufstiegs der Familie ist mit Zdeslaus von Chlumetz (erw. 1235-1262/63) und S. verknüpft, der ebenso wie seine Vorfahren in landesherrlichen Diensten stand. Für seine Verdienste bei der Verteidigung von Olmütz gegen den ungarischen Kg. Bela IV. (1253) überließ ihm Kg. Přemysl Otakar II. (1253-1278) das Amt des dapifer, für weitere Verdienste in den Kriegen gegen Ungarn (1260) erhielt Zdeslaus ein Gebiet nördlich von Olmütz (wo die zweite Burg mit dem Namen S. errichtet wurde). In landesherrlichen Diensten finden wir die S.er (die auf → Böhm. S. ihre Res. hatten) auch weiterhin. Jaroslav/Jaroslaus von S. (gest. um 1290) übte das Amt des kgl. Mundschenks und des Bgf.en von Bítov/Vöttau (1284) aus; die Karriere von Zdeslaus, wahrscheinlich Jaroslaus' Bruder, Diensten gipfelte in den 80er Jahren des 13. Jh.s – er ist als Mundschenk belegt (1285-1288), hielt die Bgft. Glatz und um 1288 wurde er zum Prager Bgf.en erhoben.

Einzelne Mitglieder der Familie der S.er (böhm. sowie mähr. Zweig) – dem sozialen Status der Familie ensprechend – spielten seit dem 13. Jh. bis zur Neuzeit eine wichtige Rolle in der ständischen (erwähnt werden kann z. B. die aktive Rolle der S. bei der Vorbereitung der Wladislauischen Landesordung vom 1500) sowie landesherrlichen Politik, da die Familienmitglieder in der Territorialverwaltung und im Hofdienst anhaltend vertreten waren. Zu den bedeutendsten politisch aktiven Personen gehörte Aleš/Alesch von Holitz und S. (erw. 1409-1455), Zdeněk von → Konopischt und S. (ca. 1420-1476), der humanistisch gebildete Ladislav/Ladislaus von S. (gest. 1521) und Adam von S. (1554-1623).

Eine wesentliche Spur hinterließen die beiden Söhne des weniger bekannten Oldřich/Ulrich (gest. vor 1390) von Holitz und S., Smil (erw. 1409-1431) und Aleš/Alesch (erw. 1409-1455), die beide politisch aktiv waren. Smil, der auf seiner Burg → Konopischt eine Debatte zwischen Prager und Taborer Geistlicher veranstaltete (1420), verheiratete sich mit Barbara von Rychmburk. Aus dieser Ehe ging Kunhuta/Kunigunde (1422/25-1449) hervor, die erste Frau des späteren böhm. Kg.s Georgs von Podiebrad (deshalb ist Kunigunde in Poděbrady/Podiebrad begr.). Alesch von Holitz und S. trat zu Beginn der Hussitenkriege als Anhänger Ks. Sigismunds auf und wurde Empfänger mehrerer kgl. Pfandschaften, u. a. der Burgen Křivoklát/Pürglitz und Týřov. Křivoklát diente Alesch als Res., wo er sich bis zu seinem Tod aufhielt. Schon die bloße Wahl der Res. – einer repräsentativen kgl. Burg – kann als Ausdruck des Selbstbewußtseins des vornehmsten böhm. Adeligen bezeichnet werden, der aktiv in der mitteleurop. Politik engagiert war (Teilnahme an den Landtagen und an den Verhandlungen mit dem Ks., sein Streben um die Bestätigung von Rokycana, sein Streit in den 30er und 40er Jahren mit der Reichsstadt Nürnberg). Er starb i.J. 1455 auf Pürglitz und wurde im Kl. Sázava bestattet.

Aleschs Sohn Peter (gest. 1454) stand in milit. Diensten und in den 30er und 40er Jahren ist er wiederholt als Teilnehmer an den mitteleurop. Schlachten belegt, u. a. war er am Zug der böhm. Söldner nach Soest beteiligt (1447). Nachdem er aus der Haft auf der Burg Rochlitz entlassen wurde, engagierte er sich – wie sein Vater – aktiv in der böhm. Politik. Peter war zweimal verh., in beiden Fällen mit Angehörigen ausländischer Gf.enfamilien – seine erste Frau war Margarethe, Gf.in von Kärtnen und Tirol, seine zweite Frau Anna von Schwarzenburg und Seinsheim (was auf Peters Beziehungen zum dt. Milieu deutet).

Zdeněk von → Konopischt und S. (ca. 1420-1476), ein Sohn des Jaroslav/Jaroslaus von Veselí (einer der in der Schlacht bei Wischehrad i.J. 1420 gefallenen S.), gilt als bedeutender Vertreter der Familiengeschichte des 15. Jh.s und war eine der einflußreichsten Personen seiner Zeit. Erstmals erwähnt i.J. 1446 als Höfling Ks. Friedrichs III. (1440-1493) begann seine Karriere in den späten 40er Jahren. Sein politischer Aufstieg verdankte sich der politischen sowie milit. Anhängerschaft Georgs von Podiebrad. Nach der Absetzung (1448) des Menhart z Hradce/Meinhard von → Neuhaus (gest. 1449) wurde Zdeněk zum Prager Oberstbgf.en ernannt und er hatte dieses Amt bis zu seinem Tod inne (1448-1476). Dies beschleunigte Zdeněks Karriere – als Oberstbgf. nahm er teil an diplomatischen Verhandlungen und verfügte zugl. über weitgehenden Kompetenzen. Zdeněk von S. war ein Mann von unermeßlichen Ehrgeiz, der spätestens seit Mitte der 60er Jahre als offener Feind Kg. Georgs von Podiebrad (böhm. Kg. 1458-1471) auftrat (obwohl es gerade der S.er war, der bei der Kg.swahl i.J. 1458 als erster Georg seine Stimme gab). Er mitbegründete 1465 den gegen den Kg. gerichteten Grünberger Bund (Zelenohorská jednota) und ein Jahr später wurde zum Hauptman der Katholischen Liga ernannt. Obwohl er selbst eigene Ambitionen auf den Thron verneinte, wiewohl die Zeugnisse eingeweihter Zeitgenossen das Gegenteil andeuten, spielte er eine nicht unbedeutende Rolle im Kontext der damaligen päpstlichen Politik in Mitteleuropa. Obwohl die Mitglieder des Grünberger Bundes gegen den Kg. Krieg führten, ist seine Entwicklung durch komplizierte Peripetien gegangen, wobei ein präzedenzloser Schritt Georgs von Podiebrad bes. erwähnenswert ist. Parallel hatten die kgl. Truppen sieben wichtige s.ische Burgen belagert (unter ihnen → Böhm. S., → Konopischt und → Leštno, die als Res.en dienten). Alle belagerten Burgen wurden während dieser Kampagne erobert (die Burg → Konopischt erst nach mehrmonatiger Belagerung). Die einzige s.ische Burg, die nicht erobert wurde, war → Grünberg (ihre Belagerung i.J. 1468 scheiterte). Die Streitigkeiten zwischen Podiebrad und S. waren beiderseitig, aber v.a. für den S.er erschöpfend, seine Hoffnungen auf den kgl. Thron wurden immer unrealistischer. Dennoch blieb S. auch nach der Wahl des Vladislav Jagellonský/Wladislaus Jagiello zum böhm. Kg. (1471-1516) politisch tätig, und versuchte u. a. auf diplomatischem Weg die Versöhnung zwischen Wladislaus, dem ungarischen Kg. Mathias Corvinus (1458-1490) und dem römischen Ks. Friedrich III. (1440-1493) zu erreichen, starb aber plötzlich gleich zu Beginn der Verhandlungen.

Ihren Vater unterstützten während der Kriege mit Kg. Georg seine Söhne Jaroslav/Jaroslaus, Jan/Johann, Zdeslav/Zdeslaus und Jiří/Georg; gleich wie im Falle des Peter von Holitz und S. (gest. 1514) wurde auch hier der konfiszierte Besitz unter Kg. Wladislaus Jagiello den Söhnen zurückgegeben. Jaroslaus von S. (gest. 1492) übte in den 60er Jahren kurz das Amt des Vogtes der Lausitz aus (in Diensten des Mathias Corvinus). Jaroslaus' Sohn Ladislav/Ladislaus von S. (gest. 1521) verkörperte den Typus des humanistisch gebildeten, politisch aktiven Adeligen (seit 1507 Oberkämmerer des Kgr.s Böhmen, 1510-1521 Oberstkanzler), der zugl. als Mäzen tätig war (z. B. als Auftraggeber illuminierter Handschriften) und sich um das Familienprestige kümmerte (an der Pfarrkirche St. Bartholomäus im westböhm. Plzeň/Pilsen gründete er eine Kapelle, die bis heute Šternberská kaple/S.ische Kapelle gen. wird). Ähnlich wie Zdeněk von S. (gest. 1476) engagierte sich auch Ladislaus aktiv in der mitteleurop. Politik. Während Zdeněks letzte diplomatische Mission, in deren Verlauf er in Wiener Neustadt verstarb, eine Vereinbarung zwischen Mathias Corvinus und Ks. Friedrich III. zum Ziel hatte, beteiligte sich Ladislaus vierzig Jahre später an den Preßburger und Wiener Verhandlungen für ein Abkommen über den ewigen Frieden zwischen Jagiellonen und Habsburgern, der durch eine Doppelheirat zwischen beiden Herrscherhäusern besiegelt werden sollte (1515). I.J. 1519, nach dem Tod Ks. Maximilians, war Ladislaus Gesandter der böhm. Stände bei der Frankfurter Ks.wahl (während der Minderjährigkeit Kg. Ludwigs Jagiello [böhm. Kg. 1516-1526] verfügten die Stände über die böhm. Kurstimme).

Von der Mitte des 16. und vom Beginn des 17. Jh.s sind zwei Beispiele politischer Karrieren der S.er in habsburgischen Diensten bekannt. Adam von S. (gest. 1560), Inhaber von → Grünberg und → Konopischt, lernte aus dem Schicksal seines Vorfahren Albrecht von S., dessen Güter wg. dem Verrat an Kg. Ferdinand I. (1526-1564) konfisziert worden waren (1529/30), kaufte die Familiengüter zurück und erlebte in ksl. Diensten einen ansehnlichen Aufstieg. In den Jahren 1552-1559 übte er das Amt des Hofrichters aus, zudem erreichte er die Allodisation der Güter, die er bislang pfandweise hielt. Noch glänzender war die Karriere von Adam von S. (1554-1623), der zu den vornehmsten Politikern der Jahrzehnte vor der Schlacht am Weißen Berg gehörte. Nach seiner Rückkehr aus dem Dienst am Hof Ehzg. Ferdinands II. von Tirol übernahm der etwa zwanzigjährige S. den Familienbesitz, und durch Heirat mit Eva von Lobkowicz knüpfte er verwandtschaftliche Beziehungen zu einem der einflußreichsten Adelsgeschlechter des Landes. In den nachfolgenden zwanzig Jahren widmete sich Adam zielbewußt und konsequent der Sicherung und Erweiterung der materiellen und machtpolitischen Position seines Hauses. Im Jahre 1596 erwarb er das Schloß in Bechyně/→ Bechin und beendete die von Petr Vok von → Rosenberg durchgeführten Umbauten, um eine standesgemäße Res. zu etablieren. Seine politische Karriere begann um 1600 und binnen Kurzem erwarb er das prestigereiche Amt des Prager Oberbgf.en (1608). In dem folgenden Jahrzehnt galt er als Politiker des Kompromisses, den beide Seiten der Ständegesellschaft respektierten, da Adam 1618 den Habsburgern treu geblieben war. Nach dem Jahre 1620 plante er eine wesentliche Erweiterung des Familienbesitzes im Rahmen der Konfiskationen (um die Herrschaften Orlík/Worlik und Zvíkov/Klingenberg). Die Vollendung seines Vorhabens hat sein Tod i.J. 1623 verhindert.

Einige S.er traten eine geistliche Karriere an (z. B. als Mitglieder des Olmützer Kapitels) – eine hervorragende Stelle hielt Albert (Albrecht) von S. (1331-1380), ein Sohn des Štěpán/Stephan (erw. 1316-1352) aus dem mähr. Zweig der S.er: Dechant des Olmützer Kapitels (1352), Bf. von → Schwerin (1356-1364) und Litomyšl/Leitomischl (1364-1368, 1371-1380), Ebf. von Magdeburg (1368-1371). Gezielte Aufmerksamkeit widmete Albert seiner Res.stadt S. [in Mähren] – die Jahre seiner Regierung sind mit den Umbauten der Res.burg verknüpft, Albert gehörte zu den Gönnern der Pfarrkirche sowie des städtischen Spitals; daneben gilt er als Gründer zweier Kl., eines Augustinerkl.s in der Res.stadt S. (gegr. 1371), das zugleich als Familiennekropole vorgesehen war (er selbst wurde hier 1380 bestattet), und einer Kartause in Tržek (gegr. 1378). Albert von S. ist ebenso als Mäzen bekannt, v.a. auf dem Gebiet der Buchkultur (erhalten ist sein Pontifikal – eine auf Alberts Veranlassung hin entstandene reich illuminierte Handschrift).

III.

Das s.ische Wappen besteht aus einem goldenen, sechs- oder achteckigen Stern (nach den namengebenden Burgen S. bzw. Sterneck) auf blauem Schild (die Zahl der Spitzen im MA variierte). Die Familienwappen sind seit dem MA an mehreren Orten belegt – in ehem. s.ischen Res.en (einige Wappen dokumentieren die spätgotischen Umbauten auf der Burg in → Bechin um die Wende des 15. zum 16. Jh., erhalten ist das s.ische Wappen des 14. Jh.s in der Burg → Lukov), in Kl.n (v.a. im Milieu der Hauskl., Patronatskl. und Familiennekropolen – siehe unten) sowie in Kirchen (z. B. in Benešov/Beneschau – Wappen auf der Glocke aus dem Jahr 1483; Uhlířské Janovice/Kohljanowitz – Wappen auf dem Gewölbeschlußstein vom 14. Jh.; Horaschdowitz – Wappen auf dem Taufstein wahrscheinlich aus dem dritten Viertel des 14. Jh.s usw.). Seit dem MA erscheint das s.ische Wappen wiederholt in den Wappengalerien bzw. auf den Wappentafeln – der älteste Beleg findet sich im Presbytar der Kirche im ostböhm. Žumberk (zweite Hälfte 14. Jh.), das s.ische Wappen findet sich auch im Rahmen der heraldischen Präsentation der Verwandtschaftsbeziehungen in der Dreifaltigkeitskirche (ursprgl. Burgkapelle) von Rabí/Rabi (um 1500), in der Wappengalerie (um 1500, bzw. 16. Jh.) auf der Burg Houska (Mittelböhmen) usw. In der Wappengalerie auf der Burg Lauf a.d. Pegnitz (entstanden als Bestandteil der machtpolitischen Repräsentation Karls IV. in »Neuböhmen« in der Oberpfalz, höchstwahrscheinlich aus dem Jahr 1361) findet sich das s.ische Wappen inmitten einer Wappengruppe der vornehmsten böhm. Herren (von Ronov, von → Rosenberg, von Wartenberg, von Michalowitz, von Landstein, von Hasenburg).

Abbildungen der S.er, die mind. teilw. die Charakteristika individueller Porträts aufweisen, sind die figürlichen Grabmäler seit der ersten Hälfte des 16. Jh.s; Abbildungen aus älterer Zeit haben im Sinne einer porträtgetreuen Wiedergabe keine Bedeutung. Solche Abbildungen sind nur als Ausdruck persönlicher Repräsentation wahrzunehmen – Albert von S. (gest. 1380) ebenso wie Ladislaus von S. (gest. 1521) sind mehrmals in den von ihnen bestellten Handschriften abgebildet (aufgrund der Familienwappen zu identifizieren); ein Votivbild mit Katharina von → Rosenberg und Peter von Holitz und S. findet sich in der Kl.kirche zu Třeboň/→ Wittingau. Stylisiert sind auch die »Porträts« der S.er in den Werken des Bartoloměj Paprocký von Hlohol aus der Zeit um die Wende des 16. zum 17. Jh. Dasselbe gilt für die historischen Malereien, die im Auftrag der S.er im 17. Jh. entstanden (insbes. gab Adolf Vratislav von S., Inhaber von Častolovice/Tschastolowitz, mehrere Abbildungen der Mitglieder der Familie S. in Auftrag; in dem dortigen Schloß befinden sich Porträts von Kunhuta/Kunigunde von S. und ihres Gemahls Georg von Podiebrad, die aus dem 16. Jh. stammen).

IV.

Vom Anfang an waren die S.er in mehrere Linien verzweigt; ein Modell von »Hauptlinie« und »Nebenlinien« kam hier aber nicht zum Ausdruck. Unter Zdeslaus von Chlumetz (1235-1262/63), der als erster das Prädikat »von S.« verwendete, entstanden zwei Linien – eine böhm. und eine mähr. Als Res.en der böhm. Linie diente damals außer Diwischau und Chlumetz die von Zdeslaus gegr. Burg → Böhm. S., etwas später entstand die erste Res. der mähr. Linie (→ S. in Mähren). Im 14. Jh. verzweigte sich jede der beiden Linien weiter.

Zdeslaus (d.J.) von S. erbte zu Beginn des 14. Jh.s die Güter der Herren von Benešov/Beneschau, und kam dadurch u. a. in den Besitz der Burg Konopiště/→ Konopischt und der Stadt Beneschau. Zdeslaus' Sohn Stephan von S. (erw. 1322-1352) war Vater der Gründer der beiden böhm. Familienlinien → Konopischt und Holitz. Der Begründer der Linie Konopišťský ze Šternberka/von → Konopischt und S. war Zdeněk von S. (gest. 1394), Prager Domherr 1339-1349 (nicht geweiht), später Hofrichter (1352-1360), vgl. C. → Konopischt. Der Zweig Holický ze Šternberka/von Holitz und S. stammte aus der Chlumetzer Linie der Familie, wobei der Familienname Holický/von Holitz auf das Dorf Holice/Holitz in Ostböhmen deutet, das die S.er vom 14. bis zur zweiten Hälfte des 15. Jh.s besaßen (den Familiennamen Holický behielten sie auch weiterhin). In den Jahren 1329-1349 erscheinen Ješek/Jeschko von S. und Chlumetz, Vater von Smil (erw. 1382, gest. 1390/93), Old- řich/Ulrich (gest. vor 1390), Jan/Johann (auf Zaječice bei Chrudim) und Jaroslav/Jaroslaus (erw. 1402-1404). Beginnend mit der Generation der Söhne traten die Mitglieder des nachrangigen Zweiges ans Licht. Die Linie Holitz und S. ist i.J. 1712 mit Jan Václav/Johann Wenzel ausgestorben.

Die mähr. S.er standen seit dem 14. Jh. im Schatten ihrer böhm. Verwandten und erreichten ihren Höhepunkt in der Generation der Enkel von Albrecht/Albert von S. (gest. 1299), den die Söhne Diviš/Diwisch (gest. 1329) und Zdeslaus (erw. 1281-1322) beerebten. Vier der fünf Söhne des Zdeslaus waren Gründer selbständinger mähr. Familienlinien. Kurz nach seinem Vater starb Zdislaus d.J. (gest. 1332), Olmützer Kämmerer 1322. Stephan (erw. 1316-1356) begründete den S.er Zweig (ausgest. im 14. Jh.), Jaroslaus (erw. 1332-1359) die Linien Zábřeh/Hohenstadt und Hoštejn/Hochstein (ausgest. im 14. Jh.), Albert/Albrecht (erw. 1332-1347, gest. vor 1353) die Linie Světlov und Zlín (ausgestorben im 14. Jh. – der letzte männliche Vertreter dieser Linie, Albert, starb auf dem Zug gegen den türkischen Sultan 1392-1393), und Matouš/Matthäus (erw. 1332, gest. 1371) die Linie Lukov/→ Lukov (der letzte Vertreter der Lukauer Linie hielt Holešov/Holleschau und starb 1574).

Größere Bedeutung erreichten die S.er aus der Linie S. Štěpán/Stephan (erw. 1316-1352), i.J. 1322 erwähnt als comes in Holicz ac dominus in Ungaria, war in Diensten der ungarischen Kg.e in Oberungarn tätig (in Holíč/Weißkirchen in der heutigen Slowakei); zusammen mit seinem Vater Zdeslaus (erw. 1281-1322) erscheint er im Personen- und Verwandtenkreis um Mathäus von Trentschin auf (1316); nach Mathäus' Tod 1321 übernahm Stephan einige oberungarische Burgen und hielt sie wahrscheinlich bis 1332.

Große Aufmerksamkeit widmete Stephan der Entwicklung seiner Res.stadt S., die nach ihm sein Sohn, der geistliche Würdenträger Albert (Albrecht) von S. (1331-1380) übernahm. Noch zur seinen Lebenszeiten trat dieser einen Teil seiner Güter an seinen Neffen Petr/Peter von S. (erw. 1360, gest. 1397) ab, den anderen Teil des Familienbesitzes vererbte er erst nach seinem Tod. Kurz vor seinem Tod schrieb Peter auf einer seiner Res.en, Burg Veselí nördlich von Moravou, sein Testament (1397); zusammen mit seiner Gemahlin Anna, Fs.in von Troppau (gest. 1401), ist er bestattet im Hauskl. in der St. Hieronymus Kapelle des Augustinerkl.s in S., die Anna für diesen Zweck erbauen ließ.

Eine selbständige Linie siedelte auf Zábřeh/Hohenstadt und teilw. auch auf dem unweit gelegenen Hoštejn. In den 60er und 70er Jahren des 14. Jh.s wird Zdeněk von Hohenstadt erwähnt, seit 1373 ist Smil von Hohenstadt (gest. 1398) belegt, der später auf Hoštejn siedelte. Der hoch verschuldete Smil sanierte seine Finanzen als Raubritter, wobei er ebenso gezwungen war, Teile seiner Güter an Verwandte abzutreten. In seinem letzten Willen (1398) beschenkte er das Augustinenserkl. Corona Sanctae Mariae in Krasíkov (unweit von Zábřeh/Hohenstadt), wo sich Smil seine letzte Ruhestätte wählte (endlich wurde er aber in der Pfarrkirche zu Hoštejn bestattet). Nach seinem Tode verlor die Burg Hoštejn ihre Res.funktion und fiel wüst – im 15. Jh. wird sie als öde bezeichnet. Auf Hohenstadt siedelte am Ende des 14. Jh.s Stephan von S., dem sein Bruder Albert i.J. 1392 die Herrschaft Světlov abtrat; Stephan starb kurz danach (zwischen 1392/97) und seine Güter fielen an die mgfl. Kammer.

Burg und Herrschaft [Starý] Světlov (bei Zlín) erbten die Söhne von Jaroslaus von S. aus der Linie von Světlov (erw. 1332-1359), die Brüder Albert/Albrecht und Vilém/Wilhelm. Albert (erw. 1353, gest. 1383/84) hielt die Herrschaft Světlov, Wilhelm (erw. 1353, gest. 1390/92) Zlín und Čejkovice Alberts Sohn Albert/Albrecht (gest. 1392/93) trat vor seinem Zug gegen die Türken (wo er auch starb) Burg und Herrschaft Světlov an Stephan von S. auf Hohenstadt ab (1392). Im Jahre 1398 wird Eliška/Elisabeth (gest. 1417/18) erwähnt, die jahrelang Gerichtsverhandlungen wg. der Besitzrechte an Světlov mit seinen Verwandten, bes. mit Jaroslav von S. (gest. 1420 in der Schlacht bei Wischehrad), führen mußte. Nach Eliškas Tod war Světlov Bestandteil der Güter, die Kg. Sigismund zukamen und die dieser anderen S.ern pfandweise überschrieb.

Der Gründer der Linie → Lukau, Matouš/Mathäus von S. (erw. 1332, gest. 1371), übte zu seinem Lebesende einige Ämter aus. In den Jahren 1369-1370 war er Kämmerer Brüner Rechtes und danach bis zu seinem Tod Landrichter. Burg und Herrschaft → Lukau hielten die S.er bis zu Beginn des 16. Jh.s und die Burg gehörte zu den stabilsten Familienres.en. Anežka/Agnes von S. und → Lukov (gest. 1411), Wwe. des Beneš/Benesch III. von → Krawarn, sollte nach Bartoloměj Paprocký am Ende ihres Lebens eine Pilgerfahrt zum Hl. Grab unternehmen, verstarb aber auf dem Rückweg und wurde auf Rhodos begr.; die Echtheit der lang bezweifelten Nachricht wurde unlängst bestätigt.

Die Heiratspolitik der S.er war traditional orientiert v.a. auf den Kreis der gleichrangingen Familien, die zum böhm. sowie mähr. Herrenstand gehörten (von Kravaře/→ Krawarn, von Rožmberk/→ Rosenberg, von Hradec/→ Neuhaus, Malovec von Pacov, Švihovský z Rýzmburka/von Schwihau und Riesenburg, von Dubé a Lipé/von Dauba und Leipa, von Boskovice/→ Boskowitz u. a.). Im Kontext der politischen Entwicklung um die Mitte des 15. Jh.s spielte das Konnubium zwischen den Herren von S. und den Herren von Podiebrad eine spezifische Rolle – Kunhuta/Kunigunde von S. (gest. 1449) als erste Gemahlin Georgs von Podiebrad (Heirat 1441) war Mutter von Jindřich st./Heinrich d.Ä., dem späteren Hzg. von Münsterberg und Gf.en von Glatz, sowie von Kateřina – Kunhuta/Katharina – Kunigunde, Gemahlin des ungarischen Kg.s Mathias Corvinus (1455-1490). Zweimal sind verwandtschaftliche Beziehungen zu den Přemysliden bzw. der Troppauer Sekundogenitur der Přemysliden belegt (Peter von S. [gest. 1397], Angehöriger der mähr. Linie der S.er, war mit Anna [gest. 1401], höchstwahrscheinlich Tochter des Troppauer Hzg.s Mikuláš II./Nikolaus II. und seiner dritten Frau Judita von Falkenberg verh.; Jiřík/Georg [erw. 1415-1438], Sohn Albrecht aus der Lukauer Linie der S.er, heiratete 1436 die kurz zuvor verwitwete Fs.in Anna von Troppau [gest. nach 1437; ihr erster Gemahl war Jan/Johann von Kravaře/→ Krawarn, gest. 1434]). Die Pfade der s.ischen Heiratspolitik hinterließen Spuren in das Milieu der schles. Fs.en (Markéta/Margarethe [erw. 1347-1360], Tochter des Jaroslaus von S. aus der Hohenstadter Linie [erw. 1332-1359], war seit 1347 Gemahlin des von Bolek von Kozle und wird ab 1360 als Wwe. geführt), sowie in das Reichsmilieu (Zdeněk [erw. 1360-1378], Sohn des gen. Jaroslaus aus der Hohenstadter Linie der S., war mit Katharine von Meissau verh.; Jaroslav/Jaroslaus [gest. 1492], Sohn Zdeněks von → Konopischt [gest. 1476], war verh. mit Elisabeth von Gerow). Im Rahmen der s.ischen Heiratspolitik spielte eine bedeutende Rolle Petr/Peter von Holitz und S. (gest. 1454), der zweimal verh. war, in beiden Fällen mit Angehörigen ausländischer Gf.enfamilien – seine erste Frau war Margarethe, Hzg.in von Kärnten und Tirol, seine zweite Frau Anna von → Schwarzenburg und Seinsheim (diese Ehe Peters spiegelt seine enge Beziehungen zum dt. Milieu wider, wo Peter als Kriegsunternehmer tätig war). Wiederholt sind auch Beispiele von Konnubium mit österr. Herrenfamilien belegt (z. B. gab es in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s zwei Eheschließungen zwischen den S.ern und den Herren von Puchheim: Ješek st./Johann d. A. von der Lukauer Linie der S. [erw. 1368-1413] war mit Dorotha von Puchheim [gest. vor 1396] verh., Škonka/Scholastika (gest. nach 1391), Tochter des Jaroslaus von S. aus der Linie Světlov [erw. 1332-1359], war die Frau Albrechts von Puchheim, verw. vor 1386).