WOHLAU C.7. (Wołów)
I.
Seit 1329 als böhm. Lehen schles. Mediatfsm. Das aus den Teilhzm.ern Glogau und Oels herausgewachsene Gebiet Wolawia war zeitw. Res. eines eigenen Zweiges, bis die Liegnitz-Brieger Piasten es 1523 durch Kauf erwarben und es 1675 an die → Habsburger kam. - PL, Woiewodschaft Dolnośląskie.
II.
An einem schmalen Übergang durch ein Sumpfgebiet an der mittleren Oder lag ein slaw. Dorf Wolowo. Daneben wurde durch Heinrich III. von Glogau 1285 zu dt. Recht eine Siedlung ausgesetzt, die 1288/92 einen Vogt besaß und 1312 an das Hzm. Oels gelangte. Die befestigte Stadt auf ovalem Grdr. schloß sich 1524 früh der Reformation an.
III.
Die 1323 erstmals erwähnte steinerne Herzogsburg wurde vor 1300 errichtet. Hzg. Georg II. von Brieg ließ die alte Burg zw. 1568 und 1579 eingreifend im Renaissancestil umbauen. Durch abermaligen Umbau unter Christian von Wohlau 1653-72 wurde das Äußere des Baus in die vorhandene Barockgestalt mit Schloßcharakter versetzt. Die hzgl. Kernburg bildet im Grdr. ein Parallelogramm, dessen stadtwärts gerichteter Breitseite im N ein Turm vorgelagert ist. Der Westflügel im Hof wurde mit Erdgeschoßarkaden versehen, ein auf der Stadtseite geschaffener Trakt bezogden Schloßturm mit ein.
Literature
Granicky, Günter: Wohlau, in: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 15, 1977, S. 569-571. - Burgen, Schlösser und Gutshäuser in Schlesien, 1, 1982, S. 57f. - Köbler 1988, S. 623. - Schlesisches Städtebuch, 1995, S. 462-465.