STAUFF[-EHRENFELS]
Nach dem Verlassen ihres Sitzes S. im heutigen Mittelfranken hat sich die Familie vor allem in der nahen Oberpfalz um Regensburg festgesetzt und dort ihren Familienschwerpunkt bis zu ihrem Aussterben behalten.
Hilpoltstein, Reichsburg, Stadt Hilpoltstein, Kr. Roth, Regierungsbezirk Mittelfranken:
Herzoglicher Pfand- und Pflegsitz des Dietrich von S. 1396 und 1403 urkundlich nachgewiesen.
Die Erben der von Stein, die mit den von S. in Wappengemeinschaft standen, hatten in den Töchterlinien ihre Reichsrechte an Burg und Stadt Hilpoltstein Ende des 14. Jh.s an die reichsständischen bayerischen Herzöge veräußert. Hilpoltstein wurde von diesen als Besitz in Randlage von nun an gern verpfändet.
So konnte Dietrich von S. zu Ehrenfels (1380 bis 1417) versuchen, in der Heimat seiner Vorfahren wieder Fuß zu fassen. Er wurde einige Jahre Pfandherr und Pfleger der früheren Reichsburg und der dazugehörigen Stadt Hilpoltstein, dem früheren Reichsministerialensitz der Herren von Stein. Dietrichs Pfand, daß besser als sein Eigenbesitz zu behandeln war, wurde nach einigen Jahren von den Wittelsbachern jedoch wieder ausgelöst.
Alte Burg S. (Burgstall auf dem Alten Berg), Markt Thalmässing Kr. Roth, Regierungsbezirk Mittelfranken:
Von der alten Burg S. ist heute nur noch der Burgstall erhalten. Er liegt auf dem Alten Berg neben dem Waldgebiet Tannig zwischen den Orten Eysölden und Stauf (heutige Schreibweise nur mit einem f) und kann im Staatswald frei besichtigt werden. Diese Höhenburg wurde anscheinend zum Schutz der Urpfarrei und Reichskirche Eysölden sowie zur Sicherung der sog. Hohen Straße erbaut. Diese Straße verläuft von N nach S, östlich an Eysölden und dem alten Burgstall S. vorbei. Kurz danach führt die Hohe Straße nach O in einen Hohlweg und dann entlang des Höhenrückens, bis sie sich in Richtung der Orte Schwimbach und Offenbau verzweigt. Letzterer Ort gehörte einst zur Urpfarrei Eysölden.
Auf dem Alten Berg breitet sich eine Plattform aus, die von einem beachtlichen Graben umgeben ist. Das Plateau hat einen Durchmesser von ungefähr 45 m. Der Hauptgraben um den Burgstall ist etwa 112 m lang und weist eine Breite von 5 bis 9 m und eine Tiefe von etwa 1,5 bis 2,5 m auf. Der Graben ist im Lauf von Jh.en stark verflacht. Auf der Nordseite befindet sich ein ungefähr 5 m hoher Steilabfall, der in eine etwa 20 m breite Plattform mündet. An diese schließt sich dann die sehr starke Neigung des Berges an.
Im Bereich der heutigen Flurbezeichnung Orgelbuck wurde der Auslauf des nordwestlichen Steilabfalls vor gut hundert Jahren durch eine große Erdbewegung von der politischen Gmd. Eysölden verfüllt. Auf diesem Grundstück wurde eine Obstbaumplantage angelegt. Im W und S besteht noch ein natürlicher Steilabfall des Berges. Im W findet man heute noch die bereits 1297 als Beurkundungsort benannte Flur Baumgarten zur alten Burg S. Dieses Grundstück wird durch die vom mgfl. Oberamt S.-Landeck einst angelegte Kutschengasse durchschnitten, der heutigen Ortsverbindungsstraße von Stauf nach Eysölden.
Im O zeigt das Burgstall-Gelände eine sanftere Neigung, dort ist nach etwa 18 m ein weiterer Graben vorgelagert, der die gleichen Breiten- und Tiefenmaße wie der Hauptgraben aufweist und eine Länge von ungefähr 45 m hat.
Burg S., Markt Thalmässing, Kr. Roth, Regierungsbezirk Mittelfranken:
Die neue Reichsburg S., 1276 bis 1328, die heutige Ruine, erhielten erst die → Zollern endgültig vom Reich. Sie besaßen diese, trotz Verpfändungen, bis 1805. Danach war die Burg auf Abriß verkauft worden. Erst König Ludwig I. von Bayern, dem der Schutz »vaterländischer Alterthümer« sehr am Herzen lag, verhinderte 1830, daß der verlassene Wehrbau ganz dem Erdboden gleich gemacht wurde. Diese zweite Burg S., die heutige Ruine, erhebt sich zwischen Eysölden und Stetten auf einer isolierten Kuppe, die ein Sattel mit dem östlich vorliegenden Bergmassiv »Alter Berg« verbindet. Die Kuppe der neuen Burg hat eine längliche Form, die auf allen Seiten steil abfällt. Der Zugang zur Burg erfolgt von O vom alten Berg her.
Die Ringmauern der Burg sind nicht mehr erhalten. Nur an der Ostseite ist noch eine Terrassenfuttermauer angezeigt. Diese war möglicherweise der Unterbau einer Zwingmauer. Erhalten ist der alte Bergfried. Er ist aus glatten Quadern erbaut, die Zangenlöcher aufweisen. Die Einsteigeöffnung an der Südseite ist spitzbogig. Das Einsteigegeschoß hat an der Ost- und Nordseite je ein Schartenfenster in tiefen Stichbogennischen. Im Raum unter der Einsteigeöffnung eine Schlüsselscharte an der Südseite. Über dem Einsteigegeschoß erhebt sich der Turm nur mäßig und schließt mit einem Zeltdach. Die Stärke der Turmmauern ist 1,5 m an der Süd-, West und Nordseite. Die Ostseite dagegen mißt am Hauptangriffspunkt 3 m. Auffallend ist die geringe Höhe des Turmes.
Der Bergfried ist ein gotischer Bau, vermutlich nach 1328. 13 m westlich vom Bergfried erheben sich die Ruinen des Palas oder Wohnbaues. Die Anlage beschreibt ein Quadrat. Die Außenseiten zeigen Verblendung mit großen Buckelquadern. Baugeschichtliche Nachrichten zur Burg bestehen nicht.
Die Mauertechnik an den Resten des Palas weisen auf das 13. Jh. Dieser Befund wird durch Urk.n, in der die Burg S. von 1278 und 1294 genannt ist, bekräftigt. Die gut erhaltene Nordseite ist vier Stockwerke hoch. Im Obergeschoß springt ein stark zerstörter Aborterker auf doppelten Kragsteinen vor. Daneben nach W liegen zwei Schlüsselscharten in Stichbogennischen, eine dritte an der Westseite. Im zweiten Obergeschoß zwei Scharten bestehend aus einem senkrechten Schlitz und einem waagerechten, ziemlich hohen Fußschlitz, welcher den Zweck hatte, das Gelände unmittelbar am Palas zu bestreichen. Das dritte Obergeschoß ist ein verputzter späterer Aufbau mit großen, ausgebrochenen Fensteröffnungen von verschiedener Form.
Erstmals 1370 über vierzig Jahre nach der Burgübernahme durch die Bgf.en von Nürnberg, die späteren Mgf.en von Brandenburg-Ansbach erfahren wir Namen von Bewohnern des Ortes Stauf. Er wird noch 1538 als Weiler bezeichnet. Das Fallhaus, in dem der Wasenmeister und Henker des Oberamtes und Hochgerichtes untergebracht war, lag südlich unterhalb der Burg Richtung Stetten. Die von der alten Burg zur jetzigen Ruine führende Straße ist älter als die Kutschengasse, die erst später vom mgl. Oberamt Richtung Eysölden für die Kutschenlinie nach Ansbach gebaut wurde.
Der Burgturm wurde als Gefängnisturm genutzt.
Die ausgedehnte Hochfläche westlich vom Palas war ursprünglich ummauert. Südöstlich unterhalb der Burg waren die Amtsgebäude mit Tor. Noch 1753 ist laut Kirchenstuhlordnung der Kirche in Eysölden ein Burgtorwächter in Stauf aufgeführt. An der Ostseite des Palas befindet sich an der Nordecke eine Inschrift, die noch heute Rätsel aufgibt.
Die Ostseite des Palas ist die Außenmauer der 1740 zwischen den Burgresten nach den Plänen des Kavaliersarchitekten Carl Friedrich Frh. von Zocha (1683-1749) errichteten Amtsknechtswohnung und Fronveste. Die Amtsknechtswohnung wurde zum Wohnhaus der heutigen Burgbesitzer, dieses ist mit den Ruinenresten sowie seiner Gartenanlage in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich.
Burg und Weiler S. gehörten kirchlich immer zu Eysölden, der frühere Markt Eysölden wurde 1978 in den Markt Thalmässing eingemeindet. Eysölden war Urpfarrei und Reichskirche. Der einige Kilometer entfernte Ort Reichersdorf mußte noch lange Zeit den Zehnt nach Eysölden abliefern. In der Kirchenstuhlordnung von Eysölden aus dem Jahre 1753 heißt es zum Ort Stauf: Sind alle Leut auf Köblergütern oder auf dem blossen Hauß und Anspachischer Herrschaft. Der Bauhof, der zur Versorgung der Burgbewohner gehört hatte, wurde durch die Mgf.en von Brandenburg-Ansbach zertrümmert, um möglichst viele Untertanen anzusiedeln und um höhere Abgaben zu erhalten. In Stauf gab es somit keinen größeren Urbauernhof mehr. Es ist somit anzunehmen, daß die kleine Gemarkung Stauf, wahrscheinlich durch eine Güterteilung ein Ausbruch aus der Ortsflur Eysöldens ist. Die Bewohner von Stauf werden in der Kirchenstuhlordnung der Kirche in Eysölden erst im zweiten Rang, nach den Marktbürgern des Kirchortes aufgeführt.
Treuchtlingen, Obere Veste auf dem Schloßberg, Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen, Regierungsbezirk Mittelfranken:
Treuchtlingen wird erstmals 899 urkundlich erwähnt. In der ersten Hälfte des 12. Jh.s entstand auf einem Bergsporn westlich des Dorfes bzw. des heutigen Stadtzentrums eine Höhenburg mit steinernem Wohnturm und mehreren Vorhöfen. Gründer der Anlage war wohl der Ortsadel, der seit dem 10./11. Jh. ein festes quadratisches Steinhaus an der Altmühlschleife bewohnte. 1228 erscheint Ulrich I. von Treuchtlingen als Zeuge Kg. Heinrichs VII. in einer Urk. Im 13. und 14. Jh. war die obere Veste Sitz eines Reichsministerialengeschlechts. 1340 kaufen Ulrich V. und Wirich II. von Treuchtlingen die Lehensoberhoheit über die Obere Burg von Marschall Rudolf von → Pappenheim. Somit gelang es den Treuchtlinger Herren, die obere Burg von allen fremden Rechten freizukaufen. 1346 erscheint erstmals die niedere Veste. In den folgenden Jahrzehnten erreichten die Treuchtlinger Ritter den Höhepunkt ihrer Macht. 1365 verleiht Ks. Karl IV. dem Wirich III. Marktrecht, Stock und Galgen. Treuchtlingen ist somit eigenständige Herrschaft. Die Treuchtlinger waren alleinige Herren über den zum Markt erhobenen Ort mit seinen zwei Burgen und die nähere Umgebung. 1422 starb Wirich der IV. ohne männliche Erben. Über seine Mutter erben die von Seckendorf die Niedere Veste und die Schenken von Geyern die obere Veste. Die Erben der oberen Veste, die Schenken von Geyern und Hans von S. zu E., der mit Margarethe Schenkin von Geyern verh. war, verkauften ihre Anteile an der oberen Burg und an der Herrschaft 1453 an die Reichsmarschälle von → Pappenheim. Diese gründeten die → Pappenheim.Treuchtlinger Nebenlinie im unteren Schloß. Nach den Marschällen von → Pappenheim.kam Treuchtlingen an die Mgf.en von Brandenburg-Ansbach.
In der ersten Hälfte des 12. Jh.s war die Höhenburg eine kleine Kernburg mit quadratischem Wohnturm und zwei Vorhöfen. Die Anlage war durch einen Halsgraben von der nach Nordwesten ansteigenden Anhöhe getrennt. Auf einem nach Südosten gerichteten schmalen Sporn lag die Hauptburg. Heute sind vom Wohnturm die unteren 2 m noch original erhalten, er zeigt innen salisches Kleinquadermauerwerk. Das Fundament der Nordostecke bildet ein großer Buckelquader mit breitem Randschlag. Mehrere Brände sind für die Mitte des 13. und den Anfang des 14. Jh.s sowie um 1400 archäologisch nachgewiesen. Historische Fotografien von der wohl bis 1945 erhaltenen nördlichen Turmaußenschale belegen noch mehrere eingestreute Buckelquader, die auf umfangreiche Reparaturen nach dem Brand in der Mitte des 13. Jh.s schließen lassen. Nach der zweiten Zerstörung im ersten Viertel des 14. Jh.s werden die Vorhöfe der Burg grundlegend umgestaltet. Vom wohl spätma. Palas am östlichen Hofrand ist noch der ehemals gewölbte Keller mit breiter Zugangstreppe erhalten. Westlich anschließend lag die Burgküche, deren runde, ziegelgepflasterte Herdfläche aus der ersten Hälfte des 15. Jh.s heute mit einem Schutzdach versehen ist. Von weiteren Wirtschaftsbauten sind nur geringe Fundamentreste erhalten. Der Burghof ist mit großen Kalksteinplatten gepflastert. In seiner Mitte befindet sich die etwa 8 m tiefe, wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s entstandene Filterzisterne: Die spätma. Werksteinbrüstung der Zisterne wurde aus dem Schöpfschacht geborgen und wieder neu aufgerichtet.
Die obere Vorburg ist durch einen flachen Sohlgraben von der Hauptburg getrennt. Die Ringmauer mit zwei halbrunden Schalentürmen entstand im frühen 14. Jh. Eine alte Lichtnische in diesem Mauerteil verweist auf die archäologisch nicht mehr nachweisbare spätma. Innenbebauung. Nur Schichten und Fundamentreste des 12. und 13. Jh.s wurden hier noch angetroffen. Die Befunde zeigen, daß die romanische Bebauung im S, W und Nordwesten über die spätma. Ringmauer hinaus reichte, möglicherweise eine Folge des wenig frostbeständigen Burgfelsens. Die streckenweise sehr lückenhafte Fundamentzüge deuten einen Burghof mit randständiger Bebauung an. Der salische Wohnturm befand sich damit offenbar im Zentrum einer größeren Anlage, der kleine Sohlgraben entstand wohl erst beim tiefgreifenden Umbau der gesamten Anlage Anfang des 14. Jh.s. Spätestens nach dem Brand in der Mitte des 13. Jh.s wurde der Burghof durch eine von der Nordwestecke des Wohnturms ausgehende Mauer geteilt. Davor entstand eine modern rekonstruierte Filterzisterne und ein sich am Vorgängerbau orientierendes Haus. Ein Wallrest am Südhang zeigt, daß die Terrassen im S, O und Nordosten in die Befestigung mit einbezogen waren.
Nach der Zerstörung um 1300 wurde diese Abtrennung nach O verschoben, Zisterne und Haus aufgegeben. An ihrer Stelle errichtete man einen großen, von N her zugänglichen Vorratskeller mit heute teilweise rekonstruiertem Gewölbe. Folgte die ältere Bebauung noch der ehemaligen Geländeform, entstand nun durch Aufschüttung von Abbruchsteinen im Westen und Geländeabtrag im O eine deutliche, durch eine Futtermauer gestützte Geländestufe. Davor lag ein kleiner Wirtschaftshof des 14. Jh.s. Der Südzwinger zeigt noch die gut erhaltene Ringmauer dieser Zeit. Auch der tiefe Halsgraben nach Nordwesten und W, dessen Abraumhaufen nördlich im Hangbereich früher als Turmruine fehlinterpretiert wurde, wurde nun gegraben.
Ein weiterer Brand um 1400 vernichtete diesen Hofbereich, nach den Grabungsbefunden aber auch Teile der Hauptburg. Die Ringmauer mußte daraufhin im N, O und Südosten vollständig erneuert werden, mit gestelzt-halbrundem sowie kleinem rechteckigen Schalenturm. Vor dem Gewölbekeller entstand ein kleiner Vorbau. Erst jetzt wurde auch der trapezoide Flankierungsturm an der Nordseite der Hauptburg errichtet. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte nun über eine hölzerne Brücke von der Oberen Vorburg aus. Ihr Steinpfeiler ließ sich ca. 2,5 m vor der Nordwand des Turms nachweisen.
Von den tiefergelegenen Vorhöfen, die sich südlich, südöstlich und nordöstlich unterhalb des Zwingers anschlossen, haben sich durch moderne Planierungen und Überformungen kaum mehr Spuren erhalten. Stichmauern, die am Zwinger ansetzen, dienten wohl der Sicherung des Hofbereiches.
Die unmodern gewordene Höhenburg verfiel gegen Ende des 15. Jh.s. Auf einer Karte von 1572 ist die dachlose Ruine abgebildet. 1879 gibt Pernwerth von Bernstein eine Denkschrift heraus und das erste Burgfest wird veranstaltet. Johann Lindner erforscht in der ersten Hälfte des 20. Jh.s die Burg- und Ortsgeschichte. Im Burggraben wurde 1926 ein Kriegsgefangenendenkmal in Art eines achteckigen Tempels nach den Plänen von Ludwig Ruff am Ende der unteren Burgterrasse aus heimischen Bruchsteinmauerwerk gebaut. Ein Wasserbehälter fand ebenfalls im Burggraben einen Platz. 1945 zerstörten Bombentreffer die Turmruine und die Südzwingermauer. 1974, im Gründungsjahr der Fördergemeinschaft Burg Treuchtlingen e.V., trotzten nur noch Mauerreste dem Zahn der Zeit. Der Verein sicherte in den folgenden Jahren den Bestand, legte verschüttete Mauern frei und baute sie teilweise wieder auf. Seit 1975 Freilegung und Sanierung der Burgruine durch die Fördergemeinschaft. Edwin Patzelt erforscht die Geschichte der Treuchtlinger Ritter. Seit 1989 wissenschaftliche Grabungen unter der Leitung von Wolfgang Steeger und seit 1996 Dauerausstellung zur Oberen Burg im Volkskundemuseum in Treuchtlingen.
Im Burghof sieht man heute die aus den Originalsteinen rekonstruierte Zisterne und die ziegelgepflasterten Herdplatte der Burgküche. Der auf den Grundmauern des alten Wohnturmes errichtete Aussichtsturm gibt einen guten Überblick über Ruine und die Stadt.
Heimhof, Burg, später Schloß, Gmd. Ursensollen, Lkr. Amberg-Sulzbach, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Die Burg Heimhof liegt südöstlich von Ursensollen im Hausener Tal. Diese wurde im 16. Jh. zum Schloß umgebaut. Die Anlage liegt malerisch auf einem zum Hausener Tal steil abfallenden Bergsporn, der durch einen Halsgraben abgeschnitten ist. Um die Mitte des 13. Jh.s ist ein Geschlecht der »Heimenhofer« belegt. 1331 ist Heimhof im Besitz des Kl.s Kastl und kommt als dessen Lehen an den Ritter Heinrich Ettenstetter. 1385 bis 1427 ist die Burg im Besitz Dietrichs von S. zu E. als Ettenstatter Erbe. 1427 kommt sie von den S. an den Vitztum der Oberpfalz, Heinrich von Notthafft zu Wernberg, im Tauschweg gegen Köfering, Kr. Regensburg. Seit 1604 bis in das 19. Jh. war Heimhof im Besitz der Herren von Loefen.
Das Erscheinungsbild der in die Gotik zurückgehenden Burg mit hohem Palas aus dem 14. Jh. und den späteren Schloßgebäuden wird durch runde, turmartige Eckerker mit Kuppeldächern bestimmt. Der ma. Hauptbau aus Dolomitquadern ist viergeschossig, wobei das dritte Obergeschoß als Wehrgeschoß (mit Schießscharten) asugebaut ist.
Das Schloß wurde auch nach dem 16. Jh. noch mehrfach um- und ausgebaut. Im Osttrakt sind innen noch ursprüngliche Wand- und Dekkenstukkaturen aus dem Anfang des 17. Jh.s erhalten.
Seit etwa 1850 begann der Verfall, der nur dadurch gestoppt wurde, daß Bodo Ebhardt 1922 und neuerdings Ernst Maier das Bestehende sicherten. Heute ist Heimhof in Privatbesitz.
Falkenstein vorm Wald, Kr. Cham, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Pflegsitz 1411, 1423, 1428, 1479 und 1488. 29. Feb. 1514 bis 10. Jan. 1526 Schenkungsbesitz von Schloß, Herrschaft, Steuer, Markt, Malefiz, Hoch- und Niedergericht.
Der Besitz von Burg Falkenstein durch Hieronymus von S. brachte diesem viel Neid.
Regensburg, S.erhof, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Der S.erhof war bis 1617 ein Freihaus an der Mahlerwacht, das Eckgebäude stand am Schnittpunkt Obermünsterstraße und Pfarrergasse. Er hatte einst die Bezeichnung Obermünsterstraße 9 (E 130/132). Sein breiter, dreigeschossiger Giebelteil hatte vier Achsen und war zehnmal getreppt.
Der S.erhof stand in seiner alten Gestalt, bis er abbrannte und 1885 abgebrochen wurde. Auf seinem Platz wurde unter Einbeziehung weiterer Flächen das Hotel Zum grünen Kranz (E 129-132) errichtet. Heute sollen noch ma. Kellergewölbe des alten Hofes erhalten sein. Hugo Graf von Walderdorff schreibt in seinem Buch zu Regensburg im Jahre 1896 »... und war sein hochanstrebender Giebel noch mit einem mächtigen Wappen der S. unter welchem sich ein kleineres derselben Familie und der Hofer von Lobenstein befand, geziert« (#Beleg?). Ulrich S. (gest. 1472) war mit Clara Hofer zum Lobenstein zu Sünching verheiratet. Die Sünchinger Linie starb im Mannesstamm aus der Allodialbesitz wurde unter den Töchterlinbien verteilt. Die Reichslehen waren an die Köferinger Linie, an Johann Bernhard von S. gegangen. Albrecht von → Wildenstein war mit Susanna von S. (gest. 1615) aus der Köferinger Linie verheiratet und hatte dieses Haus von seinem Schwiegervater Johann Bernhard geerbt. Albrecht verkaufte dieses Freihaus mit den dazugehörigen Rechten am 19. Dez. 1617 um 2500 fl. an die Stadt Regensburg. Die Stadt überließ 1622 den Hof dem Ratsherren Georg Sigmund Hannemann um 2000 fl.
Das nahe Kl. Obermünster zu Unserer Lieben Frau/Maria Himmelfahrt, gegr. um 780 von Hzg. Tassilo III. von Bayern, wurde Reichskl. und erreichte die Reichsstandschaft. Eine Zeit lange wurde es von den S. als Vögte des Reiches mitverwaltet. Die Aufhebung des Kl.s erfolgte 1802.
Wir finden die S. auch im Zusammenhang mit den Regensburger Kirchen St. Klara, St. Oswald und St. Heymeran. Auch zur Kirche St. Martin in Oberisling, das heute zur Stadt Regensburg gehört, hatten die S. Verbindungen.
Beratzhausen, Schloß, Lkr. Regensburg, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Der Ort Beratzhausen wurder erstmals 1025 als Berehardeshusen urkundlich erwähnt. Zuerst war Beratzhausen Pflegsitz und später Eigenbesitz bis zum Verkauf der Herrschaft 1568. Neben der Burg E. war Beratzhausen der Hauptort der Herrschaft. Das Schloß aus dem 16. Jh. ist ein unregelmäßiger architektonisch unbedeutender Gebäudekomplex um einen rechteckigen Platz in der Südwestecke des Marktes. Es wurde größtenteils völlig modernisiert. Auf der Südseite haben sich von der ursprünglichen Befestigung neben Resten der Ringmauer noch zwei Rundtürme erhalten. Heute gehört es der Gmd. Beratzhausen.
Die Kirche St. Peter in Beratzhausen birgt heute noch s.ische Grabsteine bzw. hier hat sich der letzte S., Johann Bernhard seine letzte Ruhestätte vor dem Reichskammergericht gegen die Wittelsbacher erstritten.
E., Burg, Ortsteil Mausheim, Markt Beratzhausen, Lkr. Regensburg, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Abseits von alten Siedlungs- und Pfarrmittelpunkten hatten die E.er, die anfangs im Dienste der Regensburger Bf.e standen, ihren Herrschaftsmittelpunkt an der Grenze des Hochstifts Regensburg errichtet. Die erste E.er Burg ist heute ganz verschwunden und stand wahrscheinlich auf dem Burgstall Hohe Felsen, der 550 m nördlich von Beratzhausen liegt oder auf der Flur Alte Burg, von der noch Wall- und Grabenreste 1500 m nordwestlich von Beratzhausen zu finden sind.
In einer Schenkungsurkunde des Chunrad von Ernfels wird 1256 die neue Burg erstmals urkundlich erwähnt. Es wird angenommen, daß dieser Konrad von den Hohenfelsern abstammt, diese Burg gebaut hat und sich nach dieser nannte. Durch Heinrich von E. kam nach 1335 ein Teil der Herrschaft und der Burg an Dietrich von S. Erst 1373 verpfändete Hans von S. seinen Anteil am Erenfels für 1046 Pfund Regensburger Pfennige an Pfgf. Ruprecht I. In der Oberpfalz konnte die Familie von S. expandieren und im Laufe der Zeit die ganze Burg E. wieder in ihren Besitz bringen. Denn 1380 verlieh Dietrich der S., Viztum zu Sulzbach, die ewige Messe in seiner Kapelle auf dem Hause E.
Die Burg E. lag auf einem Bergkegel, der heute nur Schloßberg genannt wird, 1600 m westnordwestlich von Beratzhausen. Feinde konnten aufgrund der E.er Lage bereits früh ausgemacht werden. Noch am Ende des 16. Jh.s wird die Burg E. beschrieben als ein wolgelegen Bergkhaus, darinn ein bestendig gutt Wasser, und wiewol es unpeulich erhalten, so hat es doch noch 7 Thürn (Türme), den Sarch herumb das Schloß und Vorhoff einer Ringmauern zimblich umbfangen, darzu 12 gewälbte Gemächer, auch die übrige Inngebeu mit Schidmauern underfangen.
Von 1335 bis zum Verkauf der Herrschaft E. im Jahre 1568 ist die Burg teilweise oder ganz im Besitz der S. 1416 wurde die Burg zerstört. 1492 wurde sie erneut zerstört und 1635 im Dreißigjährigen Krieg bekam sie endgültig ihren Todesstoß. Man erreicht die Burgruine E., die hocherhoben auf einer bewaldeten Bergkuppe nordwestlich von Beratzhausen liegt, auf der Straße von Mausheim und biegt nach ca. 1 km links ein nach Haderlsdorf. Von dort steigt man links hinauf zum Wald und folgt nach rechts ca. 300 m dem Waldrand. Nun führt ein Waldweg im Zickzack hinauf zur Burg auf der Kuppe des »Schloßbergs«. Man quert Wall und Graben einer geräumigen, südwestlich der Hauptburg gelegenen Vorburg.
Die Hauptburg ist zusätzlich durch einen mächtigen Halsgraben geschützt. Beträchtliche Überreste der Burg E. sind erhalten, darunter ansehnliche Teile des Berings, sowie Torbau und Mauerturm im Südwesten. Die Hauptburg erweist sich als durch einen Graben halbiert. Der hintere Teil weist noch Gewölbereste ehemaliger Kasematten auf. Die Burg war im 15. Jh. von dem beim Regensburger Dombau tätigen tumaister Wenczla (Dombaumeister Wenzel Roritzer) den neuen waffentechnischen Erfordernissen entsprechend umgebaut worden.
Nach den S., als die Burg in den Besitz der Wittelsbacher zu Pfalz-Neuburg gekommen war, wurde im Dreißigjährigen Krieg die Burg E. 1635 von den Schweden erobert. Seit dieser Zeit ist die Burg eine Ruine. Die Bedachungen hielten sich allerdings teilweise bis in die zweite Hälfte des 19. Jh.s. Inzwischen war die Ruine in Privatbesitz gekommen und diente als Steinbruch für den Hausbau im Markt Beratzhausen. Alois Koller, ein ehemaliger Bürgermeister von Beratzhausen, befürchtete 1914 bereits den weiteren Verfall.
In der Chronik des Marktes Beratzhausen steht: »[…] möchten doch die bemoosten Reste dieser altehrwürdigen Ruine, von schirmender Hand beschützt […] und so die Überbleibsel der Burg Ehrenfels noch späteren Generationen als erhabenes Denkmal verkünden, daß hier jahrhundertelang mächtige Geschlechter gehaust«). Waren zu diesem Zeitpunkt noch Spuren der Pferdeschwemme, Gewölbeanfänge der Sakristei der Burgkapelle St. Michael, der einstigen Grablege der S., und ein flacher Torbogen vorhanden, wurde die Ruine weiterhin als Steinbruch genutzt. Erst 1982 begann der damalige Orts- und Heimatpfleger mit der Notsicherung und Instandsetzung der Mauerreste. Trotz der vielen aufgewendeten Arbeitsstunden war dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein, es fehlten die Finanzen für eine größere Sanierung.
Begibt man sich heute auf den E.er Burgruinenberg, finden sich nur noch Wall und Graben, Reste des unregelmäßig polygonal angelegten Bergringes und des Tores, die Ruinen zweier Rundtürme und eines Halbrundturmes sowie Mauer- und Fundamentreste des Wohntraktes. Die Natur erobert sich das Burgareal Stück für Stück zurück.
Schrotzhofen, Hausnummer 10, Markt Beratzhausen, Lkr. Regensburg, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Schrotzhofen war ein E.er Reichslehen von 1430 bis 1568. In Schrotzhofen stand ein »Haus«, d.h. in diesem Falle eine in ebenem Gelände gelegene Burg. Heute ist von der Burg Schrotzhofen nur noch der Burgstall und die Burgkapelle erhalten. Diese ist ein romanischer Kalkquaderbau des 12. Jh.s mit barocken Veränderungen. Die Apsis weist noch ein romanisches Fenster mit tiefer Laibung auf, ebenso die Südseite des Langhauses.
Neben diesem (hochliegenden) Fenster der Südseite sieht man – als einzigen noch vorhandenen Hinweis auf das ehemalige Schloß – noch einen zugemauerten rundbogigen Emporenzugang, welcher einst die Verbindung herstellte zur Burg der erstmals im 12. Jh. erwähnten Herren von Schrotzhofen. Diese lag offenbar südlich der Kapelle.
Die Geschichte Schrotzhofens ist nach dem Aussterben der Schrotzhofener im späten MA eng mit der Geschichte derer von S. zu E. verbunden. Diese hatten die Hofmark Schrotzhofen zu Anfang des 15. Jh.s erworben. Die S. besaßen Schrotzhofen mehr als eineinhalb Jh.e, bis es zusammen mit der Herrschaft E. zu Pfalz-Neuburg kam. Bald darauf begann der Verfall des
Sünching, Wasserschloß, Krankenhausstrasse 1, Verwaltungsgemeinschaft Sünching, Lkr. Regensburg, Regierungsbezirk Oberpfalz:
Der Ort Sünching ist schon sehr alt. Die sogenannte Römerschanze von der nur noch ein Ringwall vorhanden ist liegt 1200 m südsüdöstlich von Sünching und 1700 m östlich nordnordöstlich von Haidenkofen. Der Gäubodenort Sünching wird 773 erstmals urkundlich erwähnt. Eine weitere Urk. von 1148 berichtet von einer zum Kl. Niederaltaich gehörenden Nebenkirche in Sünching. Das Ortsadelsgeschlecht der Sünchinger ist von Mitte des 12. bis Mitte des 14. Jh.s nachweisbar. Sie waren die Erbauer der Niederungsburg im 12./13. Jh., die erstmals 1395 erwähnt wurde. Danach kam das Geschlecht der Harward und wird von den Hofern zum Lobenstein auf der Niederungsburg abgelöst. Die Hofer wiederum weuden 1451 von den S. nach Einheirat beerbt. Ein Stifterwappen von 1502 am 58 m hohen Kirchturm berichtet von Joachim von S. von E. Nach dem Tod Degenhards und seines Vaters Joachim II. von S. 1568 wird die Burg und der Allodialbesitz, der dazu gehörte, von den erbenden Töchterlinien bzw. Schwiegersöhnen veräußert.
Die Frh.en, dann Gf.en von Seinsheim residierten danach von 1573 bis 1598 auf Schloß Sünching. Das heutige Schloß, ein Oktogonalbau, wurde von den von Seinsheim 1756 bis 1766 neu erbaut und ist 1910 durch Erbfolge im Besitz der Frh.enfamilie von Hoenning O'Carroll. Die zweigeschossige Kapelle ist von 1760.
Sünchings Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und der Evangelist stammt aus dem 17. Jh. und ist mit seinem 58 m hohen Kirchturm ein markanter Punkt in der Ortsmitte. Bemerkenswert in dieser Kirche sind die sehr gut erhaltenen Grabdenkmäler. Eines ist das des Dietrich Hofer zum Lobenstein (gest. 1416), ein anderes das des Ulrich von S. (gest. 1472). Diese Kirche war die Familiengrablege der Hofer und S. 1570 bis 1599.