Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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SCHWERIN

C. Schwerin

I.

Die → S.er hatten ihren Sitz auf einer künstlich erweiterten Insel am S.er See und Burgsee.

II./III.

Die Burg S. hatte Heinrich der Löwe 1160 anstelle der obodritischen Burg Zuarin errichtet. Eine 1279 abgespaltene Linie residierte in Wittenburg, eine weitere seit 1323 in Boizenburg an der Elbe. Beide Städte verloren ihren Res.charakter mit dem Aussterben der Linien 1344 bzw. 1349.

Die Grablege des Gf.en Gunzelin I. und wohl auch die seiner Nachkommen war im Dom zu S., dem Gf. Heinrich 1222 eine vom Kreuzzug mitgebrachte Hl.-Blut-Reliquie schenkte (Meklenb. UB, I, S. 262). 1217/1219 gründeten die Gf.en anstelle eines abgebrannten Prämonstratenserstifts das Nonnenkl. Ebstorf und nahmen bis 1358 die Kl.vogtei wahr (Hucker, Gf.en). 1249 gründeten Gf.en Audacia und ihr Sohn Gunzelin III. das Zisterzienserinnenkl. Zarrentin. Audacia (gest. 1287), en moder der armen lude, ließ auch das Franziskanerkl. in S. erbauen (Lübecker Detmar-Chronik, I, S. 351, 367).

In Boizenburg ist 1267 ein Münzer erwähnt. Indem die Gf.en 1279 auf die Münztätigkeit in S. und Boizenburg verzichten (Meklenb. UB, II, Nr. 1504), ist diese für die Zeit davor gesichert. Beiden Münzstätten sind Brakteaten und Silberpfennige des 13. Jh.s hypothetisch zugelegt.