SCHWARZBURG
I.
1125: Sundershusen; 1144: Sůndershusun; 1175: Sundreshusun; 1294: Sundirshusen; 1517: Sundershausen. Der Name S. deutet auf fränkische Namensgebung etwa in der zweiten Hälfte des 8. Jh.s hin. Gelegen im Tal der Wipper zwischen den Höhenzügen Hainleite im S und Windleite im N an der alten Straße von Erfurt nach Nordhausen. 1356 kam S. in den Besitz der Gf.en von → Schwarzburg- → Blankenburg und war seit 1571/99 Hauptres. der Gf.en von → Schwarzburg-S. (Fs.en seit 1697). – D, Thüringen, Kyffhäuserkreis.
II.
Vermutlich seit fränkischer Zeit bestand eine Befestigung in S., die am Standort des späteren Schlosses auf dem Bergsporn über Wipper- und Bebrabach am östlichen Ende des Franzberges gelegen und als Sicherung des Zugangs zum Hainleitepass gedient haben dürfte. Einiges spricht für das Vorhandensein fränkischen Krongutes im Raum S. Um die Wende vom 11. zum 12. Jh. traten offenbar politische Veränderungen ein, deren Grundlage ein Besitzübergang von Krongut an die Mainzer Ebf.e war. Die urkundliche Ersterwähnung S.s aus dem Jahr 1125 zeigt S. im Besitz der Mainzer Ebf.e. An der Wende vom 12. zum 13. Jh. sind Ministeriale der Lgf.en von Thüringen in S. belegt, wobei die Hintergründe des Besitzwechsels im Dunkeln liegen. Zuvor waren auf der Burg S. ebfl.-mainzische Ministerialen ansässig. Ende des 13. Jh.s erhielten die Gf.en von Honstein S. als Mainzer Lehen, die Burg S. wurde eine der Res.en der Honsteiner. Unter diesen erfolgte zwischen 1295 und 1304 die Erhebung S.s zur Stadt. Kraft Erbvertrages gingen 1356 nach dem Aussterben der Gf.en von Honstein im Mannesstamm Burg und Stadt S. mit dem umliegenden Gebiet als Lehen des Ebm.s Mainz an die Gf.en von → Schwarzburg- → Blankenburg über. Im Laufe des 14. Jh.s erfolgte eine umfangr. Erweiterung der städtischen Siedlung, der auch in der Folge ein vorwiegend landwirtschaftlicher Charakter zugeschrieben wird. Die ältesten Statuten der Stadt sind verloren, die ersten überlieferten Statuten stammen aus dem Jahr 1554. Die ma. Zeit ist ohnehin nur sehr bruchstückhaft durch Archivalien dokumentiert, was auch bes. den verheerenden Stadtbränden von 1482 und 1621 geschuldet ist. Nach Zerfall der Linie → Schwarzburg- → Blankenburg in die Linien → Schwarzburg-Rudolstadt (Oberherrschaft) und → Schwarzburg-S. (Unterherrschaft) 1571/99 wurde S. Hauptres. der Gf.en (seit 1697 Fs.en) von → Schwarzburg-S.
III.
Seit 1534 wurde unter Gf. Günther XL. (1499-1552) die Burg zum Renaissanceschloß ausgebaut. Seit Mitte der 1680er Jahre erfolgte unter dem 1697 in den Reichsfs.enstand erhobenen Gf.en bzw. Fs.en Christian Wilhelm von → Schwarzburg-S. (gest. 1721) die architektonische Umgestaltung des Renaissanceschlosses in eine barocke Res. Heute zeigt sich Schloß S. als unregelmäßiges, historisch gewachsenes vierflügeliges Bauensemble.
Literature
Bärnighausen, Hendrik: Historische Bauten und Sehenswürdigkeiten in Sondershausen, Arnstadt 1990. – Eberhardt, Hans: Zur Frühgeschichte von Sondershausen und Jechaburg, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte 50 (1996) S. 37-55. – Eberhardt, Hans: Zur Geschichte der Stadt Sondershausen im Mittelalter, in: Rastloses Schaffen. Festschrift für Friedrich Lammert, Stuttgart 1954, S. 9-30. – Flach, Willy: Sondershausen, in: Deutsches Städtebuch, Bd. 2: Mitteldeutschland, Stuttgart/Berlin 1941, S. 365 f. – Mildenberger, Gerhard/Hartung, Wilfriede/Gresky, Wolfgang: Sondershausen, in: Thüringen, 2., verb. und erg. Aufl., Stuttgart 1989 (Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, 9), S. 402-408. – Stewing, Frank-Joachim: Die Ersterwähnung Sondershausens vom 17. Februar 1125. Edition der Urkunde mit Einleitung und Übersetzung, Sondershausen 2000.